Ältere Frau tröstet sitzenden Mann, der ins Leere schaut© lucigerma / iStock / Getty Images Plus
Mit Ruhe und einem kühlen Kopf ist es für Angehörige von Demenzkranken leichter, aggressives Verhalten zu meistern.

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AGGRESSIVES VERHALTEN BEI DEMENZ: WIE ANGEHÖRIGE RICHTIG REAGIEREN

Aggressives Verhalten bei Demenz belastet viele Familien im Alltag. Was hinter plötzlichen Wutausbrüchen steckt und wie Demenz Angehörige mit Ruhe, Struktur und Verständnis reagieren können.

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Eine Demenzerkrankung verändert das Miteinander. Selbst ein Mensch, den man früher als friedlichsten der Welt bezeichnet hätte, kann dann plötzlich aggressiv wirken. Für Demenz Angehörige ist der Umgang mit Demenz in solchen Situationen oft emotional belastend. Doch hinter Aggressionen bei Demenz steckt meist keine Boshaftigkeit.

Einmal tief durchatmen und sich sammeln, dabei vielleicht sogar kurz den Raum verlassen: Das ist ein guter Anfang. Mit einem kühlen Kopf fällt es nämlich leichter, dem Auslöser für aggressives Verhalten bei Demenz auf den Grund zu gehen. Denn Schimpfen, Schreien, Zurückstoßen und Co. passieren nicht aus Boshaftigkeit, sondern tragen eine Botschaft in sich, wie die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) erklärt. Sie lautet: Irgendwas stimmt für die erkrankte Person hier gerade nicht.

„Eine Demenzerkrankung verändert das Miteinander“

Aggressionen bei Demenz: Angst, Schmerzen und Reizüberflutung

Doch was genau? Aggressionen bei Demenz können unterschiedliche Auslöser haben, zum Beispiel:

  • Angst: Menschen mit Demenz können selbst vermeintlich „kleine“ Alltagssituationen als große Bedrohung empfinden – etwa, wenn sie kurz auf jemanden warten müssen und nicht wissen, ob die Person wieder zurückkehrt. Solche Situationen können aggressives Verhalten bei Demenz verstärken.
  • Schmerzen und Unwohlsein: Weil demente Personen diese Empfindungen nicht klar in Worte fassen können, drücken sie sie mitunter in Form von Demenz Aggressionen aus.
  • Überforderung durch zu viele Reize: Helles Licht, Lärm, neue Eindrücke und Menschen – all das kann Erkrankten zu viel werden. Für Demenz Angehörige ist es deshalb wichtig, auf eine ruhige Umgebung zu achten.

Umgang mit Demenz: Sanfte Worte und Ablenkung helfen

Was jetzt nichts bringt: selbst mit Wut zu reagieren, denn das kann die Person mit Demenz noch mehr verunsichern. Stattdessen helfen Geduld und Einfühlungsvermögen der AFI zufolge nun am meisten weiter. Gerade beim Umgang mit Demenz kommt es darauf an, ruhig und verständnisvoll zu bleiben.

Die Experten raten daher, die erkrankte Person mit sanfter Sprache und beruhigenden Gesten zu trösten. Haben Demenz Angehörige den Auslöser identifiziert, können sie versuchen, ihn aus der Welt zu schaffen – etwa, indem sie die erkrankte Person an einen ruhigeren Ort bringen. So lässt sich aggressives Verhalten bei Demenz oft entschärfen.

Zudem kann es die Situation entspannen, wenn Angehörige die Aufmerksamkeit umlenken – und zwar auf etwas Interessantes oder Positives. Das kann eine schöne Melodie oder ein Fotoalbum sein, wie die AFI vorschlägt.

Solche Strategien erleichtern den Umgang mit Demenz im Alltag.

„Ausreichend Struktur im Alltag ist enorm wichtig für Menschen mit Demenz“

Vorbeugend können Demenz Angehörige darauf achten, dass die Person mit Demenz ausreichend Struktur in ihrem Alltag hat. Erst Anziehen, dann Frühstück, dann ein kleiner Spaziergang: Solche festen wiederkehrenden Routinen vermitteln Sicherheit und senken das Risiko für Überforderungsmomente und Demenz Aggressionen.

Quelle: dpa

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