Nachdenklicher Àlterer Mann mit, der aus dem Fenster schaut © Fabio Camandona/iStock/Getty Images Plus
Starke Stimmungsschwankungen oder PersönlichkeitsverÀnderungen ohne erkennbaren Grund können erste Symptome einer Demenz sein.

Erste Anzeichen

DEMENZ SYMPTOME FRÜH ERKENNEN: WEGE ZUR SCHNELLEN DIAGNOSE

Demenz-Symptome entwickeln sich oft schleichend – doch schon kleine VerĂ€nderungen im Alltag können erste Hinweise geben. Wer frĂŒhzeitig auf Anzeichen einer Demenz achtet und eine gezielte Diagnose einleitet, kann den Verlauf positiv beeinflussen.

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Was ist bloß mit mir los? Oft beginnt der Weg zur Demenz-Diagnose mit diesem mulmigen BauchgefĂŒhl. Womöglich haben sich im Alltag die VorfĂ€lle gehĂ€uft: Namen und Termine waren wie wegradiert aus dem Kopf – und der AutoschlĂŒssel fand sich auf einmal im Brotkasten wieder.

Demenz-Symptome sind vielfĂ€ltig. Der Begriff „Demenz“ steht fĂŒr rund 50 Erkrankungen, die das GedĂ€chtnis und die geistige LeistungsfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigen, wie die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) erklĂ€rt. Die hĂ€ufigste Form: die Alzheimer-Demenz. Wie sieht der Weg zur Diagnose aus? Und wie geht es danach weiter? Ein Überblick.

Anzeichen einer Demenz erkennen: Wann wird Vergesslichkeit kritisch?

Noch alterstypische Vergesslichkeit oder schon echte Demenz-Symptome? Gar nicht leicht, diese Frage zu beantworten. Es gibt aber Anhaltspunkte, die Betroffene und Angehörige mit ihren Beobachtungen abgleichen können.

Was fĂŒr eine Demenz spricht

Ein konkretes Anzeichen ist, wenn Altbekanntes zur Herausforderung wird. Zum Beispiel, wenn man Spielen oder Kochrezepten, die man gut kennt, auf einmal nicht mehr folgen kann, so die AFI.

Typische Anzeichen einer Demenz sind auch, wenn GegenstĂ€nde an ungewöhnlichen Stellen verlegt werden – etwa der SchlĂŒssel im Brotkasten. Auch starke Stimmungsschwankungen oder PersönlichkeitsverĂ€nderungen ohne erkennbaren Grund zĂ€hlen dazu. Einige fĂŒhlen sich etwa an unbekannten Orten unwohl oder verhalten sich aggressiv.

Was eher fĂŒr altersbedingte GedĂ€chtnisprobleme spricht

Was hingegen im Alter normal sein kann: eine gewisse Zerstreutheit, wenn zum Beispiel komplexe Aufgaben wie das Programmieren des Fernsehers anstehen. Auch ohne beginnende Demenz kann es passieren, dass Àltere Menschen Namen oder Verabredungen kurzfristig vergessen oder verwechseln. Laut der AFI fallen sie einem dann aber spÀter wieder ein.

Demenz-Diagnose beim Hausarzt starten

Wer Demenz-Symptome bei sich selbst oder Angehörigen bemerkt, sollte den Hausarzt oder die HausĂ€rztin aufsuchen. Sie kennen meist die Krankengeschichte gut und können erste EinschĂ€tzungen treffen. Im nĂ€chsten Schritt folgt dann oft die Überweisung an einen Facharzt oder eine FachĂ€rztin fĂŒr Neurologie oder Psychiatrie – oder an eine spezialisierte GedĂ€chtnissprechstunde.

Eine möglichst genaue Demenz-Diagnose ist wichtig, um gezielt behandeln zu können. Deshalb raten Expertinnen und Experten dazu, eine nahestehende Person mit zum Arzttermin zu bringen. Sie kann schildern, wie sich die Anzeichen der Demenz im Alltag bemerkbar machen – ein entscheidender Hinweis fĂŒr die Ă€rztliche EinschĂ€tzung.

Behandlung einer Demenz: Was nach der Diagnose hilft

Die Diagnose steht – und rĂŒttelt oft viel auf. Zwar ist eine Heilung bislang nicht möglich. Doch es gibt Strategien und Therapien, um besser mit den Demenz-Symptomen zu leben und den Verlauf zu verlangsamen.

Zur medikamentösen Behandlung einer Demenz zĂ€hlen unter anderem Antidementiva wie Acetylcholinesterase-Hemmer. Sie verzögern den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin-, der fĂŒr die Kommunikation zwischen Nervenzellen wichtig ist.

Neu ist der Antikörper Lecanemab – eine Therapie, die direkt an krankheitsverursachenden Prozessen im Gehirn ansetzt. Sie kann den Verlauf bei bestimmten Patientengruppen um einige Monate verlangsamen.

Auch Begleiterkrankungen werden mitbehandelt: Bei Depressionen kommen Antidepressiva zum Einsatz, bei Wahnvorstellungen oder Halluzinationen Neuroleptika. Sie wirken beruhigend und stabilisierend.

Neben Arzneimitteln gibt es viele nicht medikamentöse Verfahren zur Behandlung einer Demenz: etwa GedĂ€chtnistraining, Ergotherapie, LogopĂ€die, Verhaltenstherapie oder auch Kunst- und Musiktherapie. Die Deutsche Hirnstiftung nennt sie als ergĂ€nzende Maßnahmen, um die LebensqualitĂ€t zu verbessern.

Quelle: dpa

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