Sahara-Phänomen
WÜSTENSTAUB IN EUROPA NIMMT DRASTISCH ZU
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Wüstenstaub legt sich auf Autos, Solaranlagen und in die Lungen. Das kann nicht nur gefährlich für die Gesundheit sein, sondern auch die Stromproduktion erheblich beeinträchtigen. Doch wie sollten Betroffene reagieren und was sind die genauen Ursachen?
In Europa geht immer mehr Wüstenstaub aus Nordafrika nieder. „Das hat Folgen für die Gesundheit und die Solarstromproduktion“, schreiben Forscher*innen des schweizerischen Paul Scherrer-Instituts (PSI) in der Fachzeitschrift „Nature“. Die Menge an Wüstenstaub ist demnach in den vergangenen zehn Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen. Daten aus Eisbohrkernen aus den Alpen zeigten zudem, dass sich die Belastung über die vergangenen 150 Jahre mehr als verdoppelt hat.
Ursache seien nicht mehr Stürme, aber die einzelnen Stürme seien intensiver und transportieren mehr Staub. Man erkennt den Wüstenstaub an der gelblich-trüben Luft, rötlichen Sonnenuntergängen oder staubigem Belag etwa auf Autos. Doch vor allem für die Gesundheit kann das Wetterphänomen zum Problem werden.
Gefahr für die Gesundheit von Herz und Lunge
Gefährdet sind vor allem Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sowie ältere Personen, deren Gesundheit ohnehin anfällig ist. Studien hätten gezeigt, dass an Tagen mit hoher Konzentration von Wüstenstaub in der Luft mehr Menschen an Herzinfarkten und Atemproblemen sterben als sonst, schreiben die Wissenschaftler*innen.
Für langfristige Folgen für die Gesundheit wie Asthma, chronische Bronchitis oder Staublunge fehlten aber noch Langzeitstudien.
Vorgeschlagen werden Warnsysteme, wie sie bereits für städtischen Feinstaub oder Pollenflug existieren, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, könnte an solchen Tagen dann körperliche Aktivitäten im Freien einschränken und möglichst in Innenräumen bleiben.
Auswirkungen auf die Solarstromproduktion
Zum einen beschattet der Wüstenstaub in der Luft die Anlagen, zum anderen lagert er sich auf Solarmodulen ab. Beides mindert den Stromertrag, hat aber keine direkten Folgen für die Gesundheit. Energieversorger könnten mit Vorwarnung andere Kraftwerke hochfahren und die Netzstabilität so sichern.
Ursachen für den Anstieg von Wüstenstaub
Wüstengebiete wie die Sahara dehnen sich im Zuge des Klimawandels aus. Zudem habe sich die atmosphärische Zirkulation geändert, heißt es in dem Bericht: Es gebe mehr starke Winde aus der Sahara-Region Richtung Europa, die den Wüstenstaub mit sich bringen.
Besonders betroffen ist Südeuropa, von Griechenland über Italien bis Spanien und Portugal. Dort liegt die durchschnittliche Konzentration beim Wüstenstaub bei 5,3 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter (m³) Luft – mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa mit 2,1 µg. Man kann Wüstenstaub anhand der Aluminiumkonzentration klar von Feinstaub aus Verkehr, Industrie oder anderen Quellen unterscheiden, was auch für die fundierte Einschätzung der Gesundheit wichtig ist.
Quelle: dpa












