Insektenplage
EICHENPROZESSIONSSPINNER: SCHUTZ VOR DER RAUPE
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Es ist eine unscheinbare Gefahr: Immer mehr Eichenprozessionsspinner tauchen in Parks, an Straßenbäumen und auf Spielplätzen in Bremen und Niedersachsen auf. Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter, dessen Raupen vor allem auf Eichen leben. Ihren Namen verdanken sie ihrem charakteristischen Verhalten: Die Raupen wandern in langen, prozessionsartigen Zügen hintereinander her – auf der Suche nach Nahrung oder einem geeigneten Ort zum Verpuppen.
Klimawandel und milde Winter begünstigen die Vermehrung der Eichenprozessionsspinner, denn die Insekten mögen Wärme und Trockenheit. Natürliche Feinde wie bestimmte Vogelarten, Fledermäuse und Wespen kommen kaum noch mit. Die Folge: Ganze Eichenwälder, Alleen und Stadtbäume können innerhalb kurzer Zeit befallen werden. „Seit mehreren Jahren sind in Nordwestdeutschland immer wieder Massenvermehrungen aufgetreten“, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit, wobei allein in Bremen seit Beginn der Saison mehr als 5800 Fälle durch Eichenprozessionsspinner bekannt sind.
Gefährliche Brennhaare der kleinen Raupen
Erwachsene Tiere schlüpfen im Spätsommer, sind als Falter jedoch harmlos. Gefährlich sind ausschließlich die Raupen der Eichenprozessionsspinner, die mit mikroskopisch kleinen Brennhaaren bedeckt sind. Diese Haare enthalten das Eiweiß Thaumetopoein, das beim Menschen starke allergische Reaktionen auslösen kann. Besonders tückisch:
Die Härchen lösen sich leicht vom Tier und verbreiten sich mit dem Wind.
Man muss die Raupen also nicht einmal direkt berühren, um Beschwerden zu bekommen. Selbst abgestorbene Brennhaare bleiben über Monate in den Nestern der Eichenprozessionsspinner aktiv und können noch im Herbst und Winter gefährlich sein. Typische Symptome sind Hautreizungen, starkes Jucken, Rötungen und Pusteln. Auch Augenreizungen wie Bindehautentzündungen, Reizungen der Atemwege und in seltenen Fällen schwere allergische Schocks sind möglich.
Wer bei den Raupen besonders aufpassen muss
Grundsätzlich sollte jeder Mensch den Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern vermeiden. Besonders gefährdet sind jedoch Kinder, die sich beim Spielen im Freien in der Nähe von Bäumen aufhalten und die Gefahr nicht einschätzen können.
Bei Allergiker*innen und Asthmatiker*innen können schon geringe Mengen der Brennhaare der Eichenprozessionsspinner heftige Reaktionen auslösen. Auch Forstarbeiter*innen, Gärtner*innen und Kommunalmitarbeiter*innen, die beruflich in befallenen Gebieten tätig sind, sollten entsprechend vorsichtig sein.
Richtiges Verhalten bei Nestern und Kontakt
Wenn man ein Nest entdeckt, lautet die wichtigste Regel: Mindestens zwei Meter Abstand halten und das Nest keinesfalls selbst anfassen oder entfernen. Wer Eichenprozessionsspinner auf öffentlichem Grund bemerkt, sollte die zuständige Behörde informieren. Nester sollen nur Fachleute mit Schutzausrüstung entfernen, weshalb viele Kommunen extra Meldestellen eingerichtet haben.
Wer versehentlich in Kontakt mit den Härchen der Eichenprozessionsspinner gekommen ist, sollte sich sofort umziehen und die Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen. Betroffene Hautstellen und Haare sollten gründlich mit Wasser abgespült und Augen bei Bedarf ausgespült werden. Bei anhaltenden und starken Beschwerden sollten Betroffene zum*zur Ärzt*in oder in die Notaufnahme gehen. Im Zweifel hilft auch die Giftnotrufzentrale weiter.
Maßnahmen gegen die Ausbreitung
Nester an Straßenbäumen, in öffentlichen Grünanlagen und auf Grundstücken öffentlicher Einrichtungen werden von Spezialist*innen mit einer Art Staubsauger entfernt. „Vorrangig behandelt werden Befälle an Orten mit hoher öffentlicher Nutzung, wie Kitas, Schulen, Spielplätze und Parks, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen“, heißt es aus dem Bremer Umweltressort. Wenn sich die Eichenprozessionsspinner im eigenen Garten ausbreiten, sollten ebenfalls Fachfirmen zur Entfernung beauftragt werden.
Nester der Eichenprozessionsspinner im Wald werden in der Regel nicht entfernt, wie die Niedersächsischen Landesforsten mitteilten. Im Zweifel werden stattdessen einfach die Wanderwege gesperrt. In besonders stark betroffenen Regionen werden zudem Warnschilder aufgestellt. Auch viele Städte und Landkreise im Nordwesten informieren mit Aushängen und digitalen Meldeportalen über befallene Bäume.
Quelle: dpa












