Bauchfett
SPEZIELLES KRAFTTRAINING HILFT BEI DIABETES
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Beim Blutfluss-Restriktionstraining, das in den 1960er-Jahren in Japan entwickelt wurde, hemmen spezielle BĂ€nder oder Manschetten um Arme und Beine gezielt die Sauerstoffzufuhr in die Muskeln und bremsen den venösen RĂŒckfluss. Das veranlasst Muskelaufbau ohne zu groĂe Gewichte. Aber die Methode kann noch mehr.
Das Krafttraining kann speziell bei Diabetes den Muskelstoffwechsel verbessern. Es sorgt aber auch besonders gut fĂŒr den Abbau von gesundheitsgefĂ€hrdendem Bauchfett.
Krafttraining besonders wichtig bei Diabetes
Krafttraining ist besonders bei Diabetes sehr zu empfehlen, denn es hilft bei der Aufnahme von Zucker in die Muskelzellen. Dominik Pesta und ein Team der UniversitĂ€t Köln hat zwanzig Personen mit Diabetes Typ 2 und Ăbergewicht oder Adipositas untersucht. Dabei stellte er fest: Krafttraining mit Blutflussrestriktion lieĂ speziell das tiefe Bauchfett der Probanden besser schmelzen als herkömmliches Training. AuĂerdem zeigten sich VerĂ€nderungen im Muskelstoffwechsel.
Warum das spezielle Krafttraining bei Diabetes nĂŒtzlich sein könnte? Pesta vermutet, dass die Methode positive Auswirkungen auf den Muskelstoffwechsel und die Fettverbrennung hat. Speziell bei Diabetes Typ 2 leidet der Stoffwechsel in der Muskulatur.
âDie Mitochondrien, die fĂŒr die zellulĂ€re Energiebereitstellung zustĂ€ndig sind, sind durch zu hohe Blutzuckerspiegel etwas beleidigtâ,
erklĂ€rt Pesta. Das spezielle Krafttraining sorge bei Diabetes dafĂŒr, dass die Mitochondrien zahlreicher und leistungsfĂ€higer werden.
GrundsĂ€tzlich unterstĂŒtzt Bewegung die Aufnahme von Zucker in die Muskeln; eine Aufgabe, die eigentlich das Insulin ĂŒbernimmt. Besteht aber eine Insulinresistenz, wirkt es nicht ausreichend. Krafttraining kann also bei Diabetes besonders sinnvoll sein, weil es die Wirkung von Insulin unterstĂŒtzt.
Einfach mehr Bewegung:
Bauchfett reduziert: durch Sauerstoffmangel?
Besonders das tiefe Bauchfett der Probanden, die das Blutfluss-Restriktionstraining anwandten, schwand deutlich besser als bei herkömmlichem Training. Dieses Ergebnis ĂŒberraschte auch Pesta und sein Team. Sie vermuten die Ursache im durch die Manschetten ausgelösten vorĂŒbergehenden Sauerstoffmangel in der Muskulatur. Dieser starke Reiz fĂŒhrt wahrscheinlich zu einer AusschĂŒttung von Katecholaminen, die an das Bauchfett herangeschwemmt werden und dort die Fettspaltung erhöhen.
Weil vor allem das Bauchfett viele FettsĂ€uren und entzĂŒndungsfördernde Botenstoffe freisetzen kann, gilt es als Risikofaktor fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das spezielle Krafttraining hat bei Diabetes also gleich mehrere positive Wirkungen.
Muskelaufbau und Muskelgesundheit
Der Muskelaufbau gelingt durch die Blutflussrestriktion mit geringeren Gewichten. Das macht die Methode besonders gelenkschonend, was bei einem hohen Körpergewicht sinnvoll ist. AuĂerdem scheint das besondere Krafttraining nicht nur bei Diabetes nĂŒtzlich zu sein.
Es aktiviert im Muskel die GefĂ€Ăneubildung. So verbessert es neben dem Effekt auf den Muskelaufbau auch die Blutversorgung und die Muskelgesundheit.
Pesta forscht am Deutschen Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt und hat das Krafttraining auf der ISS getestet. Dort hatte zwar niemand Diabetes, aber die Schwerelosigkeit fĂŒhrt bei den Astronauten zu gravierendem Muskelabbau. Training unter Blutflussrestriktion könnte auch bei ihnen die Muskelgesundheit verbessern.
Ob das spezielle Krafttraining fĂŒr Menschen mit Diabetes kĂŒnftig hĂ€ufiger zum Einsatz kommt, muss sich noch zeigen. Denn die Studie in Köln lief nur ĂŒber zwölf Wochen. Pesta hofft, dass gröĂere Teilnehmerzahlen in weiteren Untersuchungen die positiven Ergebnisse bestĂ€tigen.
Quellen:
https://science.orf.at/stories/3234018/
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413125005479?via%3Dihub












