Eine Ärztin oder MT schiebt eine Patientin ins MRT. Vom Kontrollraum aus schaut ein Arzt zu.© gorodenkoff/iStock/Getty Images Plus
WĂ€hrend eines MRTs ĂŒberwachen Ärzt*innen ihre Patient*innen. Über einen Notknopf kann man aus der Röhre heraus signalisieren, wenn die Untersuchung abgebrochen werden muss.

6 Fragen

MRT-UNTERSUCHUNG: ABLAUF, VORBEREITUNG UND TIPPS GEGEN ANGST

Eine Untersuchung im MRT steht bei Ihren Kund*innen an und sorgt fĂŒr Unsicherheit? Die können Sie ihnen nehmen. Hier erfahren Sie, wie der Ablauf funktioniert, was bei der Vorbereitung wichtig ist und wie sich Angst vor dem MRT reduzieren lĂ€sst.

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Es ist eng und laut, jede Minute zieht sich wie Kaugummi. Eine Untersuchung im MRT (Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie) ist vielen unheimlich. Ihren Kund*innen steht ein Ausflug in die Röhre bevor und sie Ă€ußern Angst? Zu sechs hĂ€ufigen Fragen können Sie ihnen Antworten geben – und so die Vorbereitung aufs MRT erleichtern.

Das MRT ist eine tunnelartige Röhre, in die man hineingeschoben wird und in der Bilder vom Körperinneren entstehen. FĂŒr viele beginnt hier bereits die Angst vor dem MRT, die sich durch gute AufklĂ€rung jedoch oft reduzieren lĂ€sst. Doch wie funktioniert so ein GerĂ€t? Warum mĂŒssen Piercings unbedingt entfernt werden? Und woher kommen die GerĂ€usche, die oft an ein experimentelles Set eines Techno-DJs erinnern? Ein Überblick ĂŒber Ablauf und HintergrĂŒnde des MRTs.

Ablauf: Welche Technologie steckt hinter einem MRT-GerÀt?

„Beim MRT handelt es sich um ein GerĂ€t in Röhrenform, das einen sehr großen Magneten in seinem Kern hat und ein starkes Magnetfeld erzeugt“, sagt der Radiologe Wolfram Schaeben. Der MRT-Ablauf basiert auf physikalischen Prinzipien, die im Körper prĂ€zise Bilder ermöglichen.

Diese Technik macht sich zunutze, dass unser Körper zum Großteil aus Wasser besteht. Im Magnetfeld richten sich die Wasserstoffatome aus – so wie es auch Kompassnadeln tun. „Wenn dann elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von Radio-/Fernsehwellen ausgesendet werden, geraten diese Atome in Schwingung. Beim Abschalten wird Energie frei“, erklĂ€rt der VizeprĂ€sident des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen.

Spulen empfangen dieses elektrische Signal, Computer wandeln es um – es entstehen im Ablauf des MRTs Schnittbilder vom Körperinneren.

Wann kommt eine MRT-Untersuchung zum Einsatz?

Bandscheibenvorfall, Meniskus- oder Kreuzbandriss oder Schulterprobleme: Das sind klassische FĂ€lle, die Patient*innen in die MRT-Röhre fĂŒhren. Gerade hier zeigt sich der Vorteil der Untersuchung.

Denn ein MRT ist insbesondere dann das richtige GerÀt, wenn es um die Darstellung weicher Gewebe und von Gelenken geht.

Auch um Gehirn, RĂŒckenmark und Nerven sichtbar zu machen, kommt eine Untersuchung im MRT zum Einsatz. Viele Patient*innen mĂŒssen nicht nur nach einer akuten Verletzung in die Röhre, sondern auch in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden zu Kontrolluntersuchungen: etwa Menschen, die an Krebs oder Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind. FĂŒr sie gehört die MRT-Untersuchung zur Routine, was die anfĂ€ngliche Angst vor dem MRT oft verringert.

„Im Bereich der Lunge oder des Bauches ist hingegen meist ein CT, also eine Computertomographie, die Methode der ersten Wahl“, sagt Wolfram Schaeben. Der Unterschied zwischen den beiden Methoden: Beim CT werden Röntgenstrahlen eingesetzt, bei der MRT-Untersuchung hingegen sind es elektromagnetische Wellen, die sich im Frequenzbereich von Radio-/Fernsehwellen befinden. Radiologe Schaeben erklĂ€rt:

„Nach aktuellem Stand sind diese komplett unschĂ€dlich“.

Vorbereitung aufs MRT: Was passiert vor der Untersuchung – und warum ist Schmuck tabu?

Wer ins MRT soll, muss vorab einen umfangreichen Fragebogen ausfĂŒllen. Eine sorgfĂ€ltige Vorbereitung ist entscheidend fĂŒr die Sicherheit des MRTs. Im Fragebogen mĂŒssen die Patient*innen auch angeben, ob sich Metalle in ihrem Körper befinden – angefangen vom Herzschrittmacher ĂŒber Ohrimplantate bis zu Schrauben vom letzten Ski-Unfall. Auf dieser Grundlage wird abgewogen: Ist eine MRT-Untersuchung ĂŒberhaupt möglich? MĂŒssen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden?

Herzschrittmacher der neuesten Generation seien hĂ€ufig zwar MRT-tauglich, wĂŒrden aber durch den starken Magneten meist verstellt, sagt Schaeben. „Dann muss die Untersuchung besonders gut vorbereitet und ĂŒberwacht werden und der Herzschrittmacher danach eventuell neu eingestellt.“ Gerade in solchen FĂ€llen zeigt sich, wie wichtig die Vorbereitung aufs MRT ist.

Übliche Zahnimplantate und Amalgam-FĂŒllungen sind in der Regel kein Problem, Schmuck und Piercings mĂŒssen vor der Untersuchung im MRT entfernt werden. „Sonst besteht die Gefahr der Erhitzung und Verbrennung“, warnt der Radiologe.

Auch BHs oder GĂŒrtel mĂŒssen vor der Untersuchung abgelegt werden, weil sie metallische Teile enthalten. Nackt ausziehen muss man sich fĂŒr die Zeit in der Röhre jedoch nicht. Die richtige Vorbereitung aufs MRT hilft, Risiken zu vermeiden.

Wann ist ein Kontrastmittel nötig, wann nicht?

Kontrastmittel können die QualitĂ€t des Bildmaterials verbessern, sind aber nicht immer notwendig. „Die meisten MRT-Untersuchungen – im Prinzip fast alle Gelenkuntersuchungen – laufen zumindest zunĂ€chst ohne Kontrastmittel“, sagt Radiologe Schaeben. Der Ablauf eines MRTs variiert also je nach Fragestellung.

Bei Tumor-Fragestellungen, bei Kopfuntersuchungen oder bei GefĂ€ĂŸdarstellungen hingegen werden wenige Milliliter eines Kontrastmittels in die Vene gespritzt. Vorausgesetzt, es gibt keine bekannten Allergien darauf und keine gravierende Nierenfunktionsstörung. Deshalb mĂŒssen die Patient*innen zuvor aktuelle Blutwerte von ihren HausĂ€rzt*innen mitbringen – ein weiterer Punkt in der MRT-Vorbereitung.

Die Untersuchung beginnt. Warum ist das MRT-GerÀt so laut?

Auf einer Liege wird man dann – meistens auf dem RĂŒcken – in die Röhre gefahren. FĂŒr die Patient*innen wird noch der konkrete Ablauf genau erklĂ€rt, es gibt Hinweise wie „Bitte wĂ€hrend der Aufnahme nicht bewegen!“ oder „Nicht erschrecken: Es wird laut klopfen und brummen!“

Aber warum eigentlich? „Die Spulen im MagnetgehĂ€use erzeugen ein mechanisches GerĂ€usch, weil sie immer wieder das Magnetfeld verziehen und elektrische Signale empfangen“, sagt Schaeben. Die Ströme in den sogenannten Gradientenspulen werden wĂ€hrend der MRT-Untersuchung extrem schnell umgeschaltet.

Viele Patient*innen empfinden die lauten KlopfgerĂ€usche als bedrohlich, was die Angst vor dem MRT verstĂ€rken kann. Je nach untersuchtem Körperteil können sie daher Ohrstöpsel oder einen Gehörschutz benutzen, die fĂŒr sie bereitliegen. Manchmal gibt es sogar Musik auf die Ohren – das kann helfen, die MRT-Angst zu reduzieren.

Übrigens: „Bei Kopfuntersuchungen kann man ĂŒber ein Spiegelsystem das Bedienpersonal sehen, das im Übrigen ĂŒber ein Mikrofonsystem stĂ€ndig mit dem Patienten verbunden ist“, sagt der Radiologe. Auch ein Notfallknopf befindet sich in GriffnĂ€he, falls die Angst vor dem MRT in echte Panik umschlĂ€gt.

Angst vor dem MRT: Warum sind viele Menschen vor der Untersuchung unsicher?

Ähnlich wie beim Fliegen finden viele Menschen eine MRT-Untersuchung nicht so richtig gut, manche haben sogar Angst. „Das hat etwas mit Kontrollverlust und Ausgeliefertsein zu tun“, sagt Psychologe AndrĂ© WannemĂŒller, der an der Ruhr-Uni in Bochum ein Forschungsprojekt unter dem Motto „Die Angst vor der Röhre ĂŒberwinden“ durchgefĂŒhrt hat. Die MRT-Angst ist also ein bekanntes PhĂ€nomen.

Beim MRT kommt noch hinzu, dass ein körperliches Problem der Anlass fĂŒr die Untersuchung ist. „Da mischt sich dann noch die Angst vor einer eventuellen schlimmen Diagnose mit hinein“, so der Psychologe.

Doch ganz gleich, wie lange die Untersuchung dauert, ob acht Minuten fĂŒrs Knie oder eine halbe Stunde fĂŒr den Bauch: Wenn Ärzt*innen zum MRT raten, sollte man auf keinen Fall auf die Untersuchung verzichten, findet Radiologe Wolfram Schaeben. „Der Nutzen ist auf jeden Fall grĂ¶ĂŸer.“

Bei starker Angst bleibt zudem noch die Möglichkeit einer milden Sedierung vor dem MRT oder im Extremfall einer Narkose.

Quelle: dpa

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