Frau mit Sonnenbrand von hinten trÀgt Creme an Schulter auf.© Ekaterina Ilchenko / iStock / Getty Images Plus
Junge Menschen setzen sich gezielt der Mittagssonne aus – HautĂ€rzt*innen warnen vor den Folgen.

Social-Media-Trend

TANMAXXING: HAUTARZT WARNT VOR SONNENBRAND

Tanmaxxing heißt der Social-Media-Trend, bei dem sich junge Menschen gezielt einen Sonnenbrand holen. Ein Hautarzt warnt vor den Folgen: Jede Rötung schĂ€digt die Zell-DNA. Warum die UV-Strahlung zur wachsenden Gefahr wird – und was PTA jetzt raten sollten.

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Tanmaxxing heißt ein Trend, der derzeit auf verschiedenen Social-Media-Plattformen kursiert – teils auch unter dem Schlagwort „UV-Maxxing“. Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich dabei gezielt der extremen Mittagssonne aus. Sie verzichten auf Sonnenschutzcremes oder nutzen BrĂ€unungsbeschleuniger und BrĂ€unungsöle, um eine intensive Rötung oder extrem dunkle Haut zu bekommen. Was beim Tanmaxxing als Schönheitsideal gilt, birgt große Gesundheitsgefahren.

Der Chefarzt der Hautklinik der Asklepios Klinik in Hamburg St. Georg, Christian Sander, warnt vor erheblichen gesundheitlichen Risiken des Tanmaxxing-Trends. „Ein Sonnenbrand ist kein Ă€sthetisches Statement, kein ‚Look‘, sondern ein Hilferuf der Haut, genauer: eine akute, zellulĂ€re Brandverletzung der Haut mit dem klaren Risiko des Hautkrebses.“ Die leicht gerötete Haut werde fĂ€lschlicherweise als attraktiver „Sunburn-Look“ verharmlost, kritisiert Sander. Die Algorithmen der Plattformen verstĂ€rkten diese vermeintlichen Schönheitsideale noch zusĂ€tzlich.

Sonnenbrand: Folgen fĂŒr die Zell-DNA der Haut

„Es gibt medizinisch gesehen keinen gesunden Sonnenbrand und auch keine unbedenkliche BrĂ€une“,

betont der Experte. Jeder Sonnenbrand hat also Folgen: „Sobald sich die Haut rötet, liegt bereits eine EntzĂŒndung mit einer SchĂ€digung der Zell-DNA vor.“ Die Haut reagiere mit einer EntzĂŒndung auf die ultraviolette Strahlung. Beim Tanmaxxing nehmen die Anwender*innen genau diesen Schaden bewusst in Kauf.

Sander rĂ€umt mit einem verbreiteten Irrglauben auf: „Zu glauben, man könne die Haut durch schrittweises Abbrennen auf die Sonne vorbereiten oder einen Ă€sthetischen Trend daraus machen, ist ein medizinischer Mythos mit potenziell tödlichen Folgen.“ Er appelliert an Eltern und PĂ€dagoginnen, das Thema aktiv anzusprechen.

Machen Sie auch im BeratungsgesprĂ€ch deutlich, dass jeder Sonnenbrand Folgen hinterlĂ€sst. Gerade junge Kundinnen, die dem Tanmaxxing nacheifern, unterschĂ€tzen diese SchĂ€den.

UV-Strahlung: Gefahr steigt seit Jahren an

Die UV-Strahlung wird zunehmend zur Gefahr, weil die Belastung insgesamt steigt – darauf weist das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) hin. Nach Daten der Messstationen in Dortmund und im Raum BrĂŒssel nahm die monatliche UV-Strahlung zwischen 1997 und 2022 in Dortmund um mehr als zehn Prozent zu. Im Raum BrĂŒssel verzeichneten die Forschenden sogar einen Anstieg von nahezu 20 Prozent. Die wichtigste Ursache fĂŒr die zunehmenden Werte sind nach Angaben der Forschenden VerĂ€nderungen der Bewölkung und damit eine Zunahme der Sonnenscheindauer, möglicherweise aufgrund des Klimawandels.

Die Leiterin des dkfz-Krebsinformationsdienstes, Susanne Weg-Remers, plĂ€diert deshalb fĂŒr einen bewussten Umgang mit der zunehmenden UV-Strahlung und einen dem Hauttyp angepassten, konsequenten Sonnenschutz. Das gelte bereits ab dem FrĂŒhjahr und auch bei bedecktem Himmel sowie wechselhaftem Wetter.

„Wir mĂŒssen uns bewusst machen, die Haut vergisst nicht. Auch wenn sie sich von einem Sonnenbrand dem Anschein nach erholt – Schaden nimmt sie trotzdem. Und so kann auch noch nach vielen Jahren Hautkrebs entstehen.“

Damit ist die UV-Strahlung eine Gefahr, die weit ĂŒber den Sommer und den kurzlebigen Tanmaxxing-Trend hinausreicht.

Sonnenbrand: Folgen zeigen die Hautkrebs-Zahlen

Wie ernst die Folgen von Sonnenbrand und ungeschĂŒtzter Sonne sind, zeigt die Statistik. Die Zahl der Hautkrebs-Patientinnen in deutschen KrankenhĂ€usern hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamts: 2024 waren es 120100 stationĂ€r mit Hautkrebs behandelte Patientinnen und damit 95 Prozent mehr als noch 2004.

Auch die Zahl der TodesfĂ€lle durch Hautkrebs hat demnach zugenommen – 4600 Menschen starben 2024 an Hautkrebs, 65 Prozent mehr als 20 Jahre zuvor.

UV-Strahlung: Gefahr in der Beratung ansprechen

Gegen die Gefahr durch Tanmaxxing hilft vor allem AufklĂ€rung. „Social-Media-Trends kommen und gehen – aber die SchĂ€den an der Haut bleiben ein Leben lang“, sagt Sander. „AufklĂ€rung, konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, also LSF 50, sowie das Meiden der prallen Mittagssonne sind unverzichtbar.“

Empfehlen Sie Ihren Kund*innen deshalb PrÀparate mit LSF 50 und weisen Sie darauf hin, die pralle Mittagssonne zu meiden.

Sprechen Sie den Tanmaxxing-Trend im BeratungsgesprĂ€ch offen an, wenn junge Kund*innen nach BrĂ€unungsbeschleunigern oder BrĂ€unungsölen fragen. Erinnern Sie sie daran, dass ein Sonnenbrand Folgen hat, die noch nach Jahren sichtbar werden können – und dass die UV-Strahlung auch bei bedecktem Himmel eine Gefahr bleibt. So wird aus einem kurzlebigen Tanmaxxing-Hype ein Anlass fĂŒr nachhaltige PrĂ€vention.

Quelle: dpa

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