Gesundheitsinfluencerin nimmt Video mit Smartphone auf © ChayTee / iStock / Getty Images Plus
Nicht hinter jedem Account mit Gesundheitstipps steckt Fachwissen: Gesundheitsinfluencer*in kann grundsÀtzlich jede Person werden.

Social Media

GESUNDHEITSINFLUENCER*INNEN: WER IST WIRKLICH SERIÖS?

Gesundheitsinfluencer*innen geben auf Tiktok und Instagram Rat zu ErnĂ€hrung, Fitness und Hautgesundheit – doch nicht hinter jedem Account steckt Fachwissen. Die Stiftung Gesundheitswissen nennt Kriterien fĂŒr seriöse Gesundheitsinformationen und typische Warnsignale.

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Wer regelmĂ€ĂŸig in sozialen Medien unterwegs ist, begegnet dort fast zwangslĂ€ufig Gesundheitsinfluencer*innen. Ihre Accounts positionieren sich mit RatschlĂ€gen zum Thema ErnĂ€hrung, Fitness oder anderen Gesundheitsthemen – von der Haut- bis zur Darmgesundheit. Hinter diesen sogenannten Medfluencer*innen-Accounts stehen teils FachkrĂ€fte, also ausgebildete Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen oder PflegekrĂ€fte. Doch lĂ€ngst nicht jeder Kanal, der Gesundheitstipps in Social Media verbreitet, beruht auf medizinischem Fachwissen.

Wie die Stiftung Gesundheitswissen erklĂ€rt, kann grundsĂ€tzlich jede Person als Gesundheitsinfluencer*in auftreten. Zum Teil gehen KanĂ€le mit hohen Klickzahlen und unterhaltsamer Aufmachung also auch auf Menschen ohne medizinische Ausbildung, Unternehmer*innen, Agenturen oder Dienstleistende zurĂŒck. Fachliche Korrektheit und UnabhĂ€ngigkeit sind hier lĂ€ngst nicht immer garantiert. Wer seriöse Gesundheitsinformationen sucht, sollte deshalb genauer hinschauen, wer die Inhalte verantwortet.

Medfluencer*in: Wer steckt hinter den Accounts?

Der Stiftung zufolge verbreiten diverse Medfluencer*innen-Accounts auf Tiktok, Instagram und Co. zum Beispiel immer wieder riskante BrĂ€unungsmethoden. Andere teilen Informationen mit Bezug auf Sonnenschutz, die dem medizinischen Forschungsstand widersprechen. Solche Gesundheitstipps in Social Media kommen oft unterhaltsam und professionell aufbereitet daher – fachlich fundiert sind sie deswegen aber nicht.

Als Medfluencer*in kann sich schließlich auch positionieren, wer weder eine medizinische Ausbildung noch Berufserfahrung im Gesundheitsbereich vorweisen kann.

Hohe Klickzahlen sagen also nichts darĂŒber aus, wie verlĂ€sslich ein Kanal ist.

Ob es sich um Gesundheitsinfluencer*innen mit echtem Fachhintergrund handelt oder um reine Reichweiten-Accounts, lÀsst sich auf den ersten Blick selten erkennen.

Seriöse Gesundheitsinformationen: Wer ist Expert*in?

Woran also lassen sich vertrauenswĂŒrdige Accounts, die verlĂ€ssliche und seriöse Gesundheitsinformationen anbieten, erkennen? Gesundheitsinfluencer*innen zu einer bestimmten Erkrankung oder einem Gesundheitsthema seien dann Expert*innen, wenn sie echtes Expertenwissen besitzen, so die Stiftung. DafĂŒr spricht zum Beispiel eine bestimmte Berufsausbildung und -erfahrung im medizinischen Bereich. Patient*innen mit einer seltenen Erkrankung können ebenfalls eine Expertenmeinung besitzen.

Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass es dabei um eine Einzelwahrnehmung geht, die nicht auf jeden zutreffen muss. Gesundheitsinfluencer*innen, die aus eigener Krankheitserfahrung berichten, schildern also ihre persönliche Perspektive – allgemeingĂŒltig ist diese nicht.

Gesundheitstipps in Social Media: die Checkliste

Die Expert*innen der Stiftung raten, auf folgende Punkte zu achten, um zu klĂ€ren, ob ein Account vertrauenswĂŒrdig ist und seriöse Gesundheitsinformationen liefert:

  • Klare IdentitĂ€t: Gesundheitsinfluencer*innen nennen ihren vollen Namen, die Person hinter dem Kanal ist eindeutig erkennbar.
  • Nachweisbare Expertise: Es liegt fundiertes Fachwissen zum Thema vor (etwa durch Ausbildung).
  • Werbefreiheit: Die BeitrĂ€ge enthalten keine Produkt- oder Medikamentenwerbung und verzichten auf unwahre Heilungsversprechen.
  • Quellenangaben: FĂŒr benannte Fakten werden medizinische Quellen angefĂŒhrt.
  • Meinungskennzeichnung: Eigene Meinungen werden transparent als solche angekĂŒndigt („Meine EinschĂ€tzung dazu ist, ...“).
  • Ausgewogenheit: Bei Behandlungen werden Vor- und Nachteile sowie Alternativen genannt. Es gibt keine Aufforderung, Ă€rztliche Therapien abzubrechen oder zu verweigern.

Je mehr dieser Punkte ein Medfluencer*innen-Account erfĂŒllt, desto eher stehen hinter den Gesundheitstipps in Social Media verlĂ€ssliche Fakten.

Falsche Gesundheitsinformationen: diese Warnsignale zÀhlen

Hellhörig sollte man hingegen unter anderem werden, wenn gar nicht klar wird, wer genau hinter einem Account steckt. Auch eine nur vage beschriebene Expertise – etwa als Coach oder Trainer*in – spricht gegen seriöse Gesundheitsinformationen.

Kritisch wird es außerdem, wenn BeitrĂ€ge hauptsĂ€chlich dazu dienen, Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Und Gesundheitsinfluencer*innen, die Heilungsversprechen wie „Nie wieder Übergewicht“ machen, sollten misstrauisch machen.

Gesundheitstipps in Social Media ersetzen damit keine fachliche EinschĂ€tzung. Wer Medfluencer*innen anhand dieser Kriterien prĂŒft, kann fundierte KanĂ€le aber deutlich besser von reinen Klick-Accounts unterscheiden.

Quelle: dpa

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