Mann vor Spiegel trägt Minoxidil auf© Irina_Geo / iStock / Getty Images Plus
Aufgrund der systemischen Wirkungen von Minoxidil kann es zu Nebenwirkungen kommen, die weit über das erwünschte Haarwachstum hinausgehen.

Haarwachstum

MINOXIDIL: MITTEL GEGEN HAARAUSFALL MIT NEBENWIRKUNGEN

Juckreiz, Bluthochdruck, Schwellungen an Armen und Beinen: Ist der Wirkstoff Minoxidil die Lösung gegen Haarausfall – oder sollte man aufgrund seiner Nebenwirkungen lieber Vorsicht walten lassen?

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Haarausfall kann für Betroffene psychisch belastend sein. Ein Wirkstoff, der besonders bei erblich bedingtem Haarausfall zum Einsatz kommt, ist Minoxidil. Die Substanz kann das Haarwachstum fördern beziehungsweise den Haarverlust verlangsamen.

Doch Minoxidil ist kein Wundermittel: Wer Minoxidil bei Haarausfall einsetzen möchte, braucht Geduld und sollte mögliche Nebenwirkungen kennen. Erfahren Sie hier, worauf es bei der Anwendung ankommt.

Was ist Minoxidil und wie wirkt es?

Minoxidil wurde ursprünglich nicht als Mittel gegen Haarausfall entwickelt: Der Wirkstoff wurde oral verabreicht und aufgrund seiner gefäßerweiternden Wirkung zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Als bei den Anwender*innen vermehrtes Haarwachstum beobachtet wurde, entstand die Idee, diese überraschende Nebenwirkung von Minoxidil gezielt zur Behandlung von Haarausfall zu nutzen.

Bei welcher Form von Haarausfall wird Minoxidil angewendet?

Besonders etabliert ist die Anwendung von Minoxidil bei androgenetischer Alopezie, also erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen und Männern. Der Wirkstoff kann die Haarfollikel vergrößern, sodass sie länger im aktiven Wachstumszyklus bleiben und fördert so das Haarwachstum. Es funktioniert allerdings nicht bei jeder Form von Haarausfall. Und der Haarwuchs kommt zudem nicht über Nacht. Da sich die Haare in verschiedenen Wachstumsphasen befinden, kann es mehrere Monate dauern, bis sich eine Veränderung feststellen lässt.

Deshalb sollten PTA im Beratungsgespräch nicht nur auf die möglichen Nebenwirkungen von Minoxidil hinweisen, sondern auch die Ursache für den Haarausfall besprechen.

Wer sich für Minoxidil bei Haarausfall entscheidet, sollte nicht nur seine Nebenwirkungen kennen, sondern auch wissen: Es handelt sich in der Regel um eine langfristige Behandlung.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung von Haarausfall ist die regelmäßige Anwendung von Minoxidil, entsprechend der Dosierungsanweisung des jeweiligen Präparats  – häufigeres Auftragen von Minoxidil führt nicht automatisch zu besserem Haarwachstum und kann gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Nebenwirkungen erhöhen. 

Wichtig: Minoxidil gehört auf die trockene Kopfhaut und sollte mindestens vier Stunden einwirken können, um den Haarausfall ideal zu behandeln. Wer Minoxidil mit den Händen verteilt, sollte sich diese anschließend gründlich waschen, da es sonst zu unerwünschtem Haarwuchs kommen kann. Der Wirkstoff sollte zudem nicht auf einer geröteten, entzündeten oder schmerzenden Kopfhaut angewendet werden.

Der Shedding-Effekt

Mehr Haare in der Bürste, obwohl eigentlich das Gegenteil passieren soll? In den ersten zwei bis sechs Wochen der Behandlung mit Minoxidil kommt es zunächst zu einer harmlosen Nebenwirkung. Der Shedding-Effekt beschreibt , wie einemeinen vorübergehenden, verstärkten Haarausfall. Minoxidil beeinflusst den Haarzyklus und regt die Haarfollikel an, ihre Ruhephase zu verkürzt.

Dadurch gelangen diese Haare schneller in die Wachstumsphase. Alte, schwache Haare werden dabei abgestoßen und fallen aus, um Platz für kräftigeres Neuwachstum zu machen.

Nebenwirkungen von Minoxidil– wann ärztlich abklären lassen?

Zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen von Minoxidil gehören Juckreiz, Rötungen oder Brennen. Eine anhaltende oder starke Reizung der Kopfhaut sollte medizinisch abgeklärt werden.Weitere mögliche Nebenwirkungen von Minoxidil betreffen unerwünschten Haarwuchs außerhalb der Kopfhaut, zum Beispiel im Gesicht oder an den Armen: Dies kann unter anderem dadurch entstehen, dass der Wirkstoff versehentlich auf andere Hautpartien gelangt ist.

Bei einer erhöhten Aufnahme von Minoxidil können ernsthafte Nebenwirkungen auftreten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen: Dazu gehören unter anderem Schwindel, Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen, Schwellungen an Händen oder Füßen sowie eine plötzliche Gewichtszunahme. Bei entsprechenden Nebenwirkungen sollte die Anwendung von Minoxidil beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.

Warum Nebenwirkungen von Minoxidil auch Familienmitglieder betreffen können

Die Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Minoxidil auftreten können, betreffen sogar in manchen Fällen andere nahestehende Personen: Grund ist unerwünschter Kontakt: Kissen oder andere Gegenstände können Minoxidil auf Familienmitglieder übertragen und so auch bei ihnen vermehrten Haarwuchs oder die beschriebenen Nebenwirkungen auslösen. Aber auch durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt beispielsweise bei Umarmungen oder durch ungewaschene Hände nach der Anwendung kann der Wirkstoff verteilt werden. Das größte Risiko besteht dabei für Babys, Kleinkinder, Schwangere und Haustiere.

Raten Sie Ihren Kund*innen daher, abends ausreichend Zeit einzuplanen, bis das Präparat vollständig getrocknet ist und sich anschließend gründlich die Hände zu waschen.

Wichtig: Eine versehentliche Einnahme von Minoxidil kann bei Kindern schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen und Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Auch Haustiere können gefährdet sein: Eine veterinärmedizinische Untersuchung zeigte, dass bereits geringe Mengen von Minoxidil zu ernsthaften Nebenwirkungen, wie Vergiftungserscheinungen führen können. Besonders Katzen neigen dazu, Rückstände vom Körper ihrer Halter*innen beziehungsweise von Kissen abzulecken.

Quellen:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34370845/
https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/haut-und-haare/minoxidil-wie-wirkt-das-mittel-gegen-haarausfall-1492617.html
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Minoxidil_41175

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