Haarwachstum
MINOXIDIL: MITTEL GEGEN HAARAUSFALL MIT NEBENWIRKUNGEN
Seite 1/1 5 Minuten
Haarausfall kann fĂŒr Betroffene psychisch belastend sein. Ein Wirkstoff, der besonders bei erblich bedingtem Haarausfall zum Einsatz kommt, ist Minoxidil. Die Substanz kann das Haarwachstum fördern beziehungsweise den Haarverlust verlangsamen.
Doch Minoxidil ist kein Wundermittel: Wer Minoxidil bei Haarausfall einsetzen möchte, braucht Geduld und sollte mögliche Nebenwirkungen kennen. Erfahren Sie hier, worauf es bei der Anwendung ankommt.
Was ist Minoxidil und wie wirkt es?
Minoxidil wurde ursprĂŒnglich nicht als Mittel gegen Haarausfall entwickelt: Der Wirkstoff wurde oral verabreicht und aufgrund seiner gefĂ€Ăerweiternden Wirkung zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Als bei den Anwender*innen vermehrtes Haarwachstum beobachtet wurde, entstand die Idee, diese ĂŒberraschende Nebenwirkung von Minoxidil gezielt zur Behandlung von Haarausfall zu nutzen.
Bei welcher Form von Haarausfall wird Minoxidil angewendet?
Besonders etabliert ist die Anwendung von Minoxidil bei androgenetischer Alopezie, also erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen und MĂ€nnern. Der Wirkstoff kann die Haarfollikel vergröĂern, sodass sie lĂ€nger im aktiven Wachstumszyklus bleiben und fördert so das Haarwachstum. Es funktioniert allerdings nicht bei jeder Form von Haarausfall. Und der Haarwuchs kommt zudem nicht ĂŒber Nacht. Da sich die Haare in verschiedenen Wachstumsphasen befinden, kann es mehrere Monate dauern, bis sich eine VerĂ€nderung feststellen lĂ€sst.
Deshalb sollten PTA im BeratungsgesprĂ€ch nicht nur auf die möglichen Nebenwirkungen von Minoxidil hinweisen, sondern auch die Ursache fĂŒr den Haarausfall besprechen.
Wer sich fĂŒr Minoxidil bei Haarausfall entscheidet, sollte nicht nur seine Nebenwirkungen kennen, sondern auch wissen: Es handelt sich in der Regel um eine langfristige Behandlung.
Was ist bei der Anwendung zu beachten?
Die wichtigste Voraussetzung fĂŒr eine erfolgreiche Behandlung von Haarausfall ist die regelmĂ€Ăige Anwendung von Minoxidil, entsprechend der Dosierungsanweisung des jeweiligen PrĂ€parats â hĂ€ufigeres Auftragen von Minoxidil fĂŒhrt nicht automatisch zu besserem Haarwachstum und kann gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit unerwĂŒnschter Nebenwirkungen erhöhen.
Wichtig: Minoxidil gehört auf die trockene Kopfhaut und sollte mindestens vier Stunden einwirken können, um den Haarausfall ideal zu behandeln. Wer Minoxidil mit den HĂ€nden verteilt, sollte sich diese anschlieĂend grĂŒndlich waschen, da es sonst zu unerwĂŒnschtem Haarwuchs kommen kann. Der Wirkstoff sollte zudem nicht auf einer geröteten, entzĂŒndeten oder schmerzenden Kopfhaut angewendet werden.
Mehr zu Haarausfall:
Der Shedding-Effekt
Mehr Haare in der BĂŒrste, obwohl eigentlich das Gegenteil passieren soll? In den ersten zwei bis sechs Wochen der Behandlung mit Minoxidil kommt es zunĂ€chst zu einer harmlosen Nebenwirkung. Der Shedding-Effekt beschreibt , wie einemeinen vorĂŒbergehenden, verstĂ€rkten Haarausfall. Minoxidil beeinflusst den Haarzyklus und regt die Haarfollikel an, ihre Ruhephase zu verkĂŒrzt.
Dadurch gelangen diese Haare schneller in die Wachstumsphase. Alte, schwache Haare werden dabei abgestoĂen und fallen aus, um Platz fĂŒr krĂ€ftigeres Neuwachstum zu machen.
Nebenwirkungen von Minoxidilâ wann Ă€rztlich abklĂ€ren lassen?
Zu den hĂ€ufigsten unerwĂŒnschten Nebenwirkungen von Minoxidil gehören Juckreiz, Rötungen oder Brennen. Eine anhaltende oder starke Reizung der Kopfhaut sollte medizinisch abgeklĂ€rt werden.Weitere mögliche Nebenwirkungen von Minoxidil betreffen unerwĂŒnschten Haarwuchs auĂerhalb der Kopfhaut, zum Beispiel im Gesicht oder an den Armen: Dies kann unter anderem dadurch entstehen, dass der Wirkstoff versehentlich auf andere Hautpartien gelangt ist.
Bei einer erhöhten Aufnahme von Minoxidil können ernsthafte Nebenwirkungen auftreten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen: Dazu gehören unter anderem Schwindel, Herzklopfen, unregelmĂ€Ăiger Herzschlag, Brustschmerzen, Schwellungen an HĂ€nden oder FĂŒĂen sowie eine plötzliche Gewichtszunahme. Bei entsprechenden Nebenwirkungen sollte die Anwendung von Minoxidil beendet und Ă€rztlicher Rat eingeholt werden.
Warum Nebenwirkungen von Minoxidil auch Familienmitglieder betreffen können
Die Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Minoxidil auftreten können, betreffen sogar in manchen FĂ€llen andere nahestehende Personen: Grund ist unerwĂŒnschter Kontakt: Kissen oder andere GegenstĂ€nde können Minoxidil auf Familienmitglieder ĂŒbertragen und so auch bei ihnen vermehrten Haarwuchs oder die beschriebenen Nebenwirkungen auslösen. Aber auch durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt beispielsweise bei Umarmungen oder durch ungewaschene HĂ€nde nach der Anwendung kann der Wirkstoff verteilt werden. Das gröĂte Risiko besteht dabei fĂŒr Babys, Kleinkinder, Schwangere und Haustiere.
Raten Sie Ihren Kund*innen daher, abends ausreichend Zeit einzuplanen, bis das PrĂ€parat vollstĂ€ndig getrocknet ist und sich anschlieĂend grĂŒndlich die HĂ€nde zu waschen.
Wichtig: Eine versehentliche Einnahme von Minoxidil kann bei Kindern schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen und Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Auch Haustiere können gefĂ€hrdet sein: Eine veterinĂ€rmedizinische Untersuchung zeigte, dass bereits geringe Mengen von Minoxidil zu ernsthaften Nebenwirkungen, wie Vergiftungserscheinungen fĂŒhren können. Besonders Katzen neigen dazu, RĂŒckstĂ€nde vom Körper ihrer Halter*innen beziehungsweise von Kissen abzulecken.
Quellen:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34370845/
https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/haut-und-haare/minoxidil-wie-wirkt-das-mittel-gegen-haarausfall-1492617.html
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Minoxidil_41175












