Öko-Test
KINDERJOGHURT ZUCKER OFT ZU HOCH – DAS ZEIGT DER ÖKO-TEST
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Quark mit Erdbeergeschmack oder Joghurt mit Knusperperlen – herrlich bunt verpackt: Das Kühlregal im Supermarkt hat für kleine Schleckermäuler einiges zu bieten. Doch beim Blick auf den Zucker in Kinderjoghurt zeigt sich: In vielen Produkten steckt zusätzlich zugesetzter Zucker. Dieser kommt obendrauf zum Milchzucker, den Joghurt, Quark und Co. von Natur aus enthalten. Gerade beim Thema Zucker in Kinderjoghurt lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Zutatenliste.
Wie viel Zucker steckt insgesamt im Kinderjoghurt? Und vor allem: Ist es zu viel? Diesen Fragen ist die Zeitschrift „Öko-Test“ nachgegangen und hat 15 Joghurts, Quark- und Frischkäsezubereitungen unter die Lupe genommen (Ausgabe 3/2026). Der Öko-Test Kinderjoghurt zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten.
Zucker in Kinderjoghurt: Drei Produkte sind überzuckert
Die Testerinnen und Tester orientierten sich bei der Beurteilung der Produkte an zwei Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gerade beim Thema Zucker in Kinderjoghurt gelten klare Grenzwerte.
- Enthalten Joghurt-, Quark- oder Frischkäsezubereitungen mehr als 12,5 Gramm Gesamtzucker pro 100 Gramm Produkt, sollten sie nicht für Kinder beworben werden.
- Kinder sollten nur fünf Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über freien, also zugesetzten Zucker, aufnehmen.
Die gute Nachricht: Für 12 der 15 Produkte können die Testerinnen und Tester grünes Licht geben. Drei Produkte sind jedoch überzuckert. Beim Öko-Test Kinderjoghurt fiel besonders ein Produkt auf: Ein Joghurt enthält 23 Gramm freien Zucker auf 175 Gramm Inhalt.
„Damit nehmen Kinder zwischen drei und neun Jahren bereits mehr Zucker zu sich, als laut WHO am ganzen Tag aus sämtlichen Quellen akzeptabel wäre“,
schreiben die Öko-Tester. Gerade dieser hohe Zucker in Kinderjoghurt zeigt, wie schnell Kinder über Lebensmittel viel zugesetzten Zucker aufnehmen können.
Kinderjoghurt gesund? Geschmack wird früh geprägt
Ob Kinderjoghurt gesund ist, hängt stark von der Zuckermenge ab. Den geringsten Gesamtzuckergehalt enthalten die „Fruchtzwerge weniger süß, Erdbeere, Aprikose, Banane“ mit 8,3 Gramm pro 100 Gramm. Dennoch bleibt der Zucker in Kinderjoghurt deutlich höher als bei Naturjoghurt.
Zum Vergleich: Naturjoghurt enthält von Natur aus nur etwa 3,7 bis 6 Gramm Milchzucker pro 100 Gramm. Die Öko-Tester stellen daher klar: „Weniger süß“ bedeutet nicht automatisch, dass Kinderjoghurt gesund ist.
Ernährungsexperten betonen, dass Produkte mit zugesetztem Zucker für Kinder Ausnahmen bleiben sollten. Denn in den ersten Lebensjahren entwickeln sich die Geschmacksvorlieben. Wer früh an süße Produkte gewöhnt wird, bevorzugt häufig auch später sehr süße Lebensmittel. Ein dauerhaft hoher Zucker in Kinderjoghurt in der Ernährung kann langfristig gesundheitliche Folgen haben.
Ein übermäßiger Zuckerkonsum begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und Typ-2-Diabetes.
Ob Kinderjoghurt gesund ist, hängt stark von der Zuckermenge ab.
Kinderfreundliche Ernährung:
Öko-Test Kinderjoghurt: Tipps für weniger Zucker
Doch was, wenn Kinder Naturjoghurt ablehnen? Laut Verbraucherzentrale gibt es einfache Alternativen. Eltern können Naturjoghurt mit etwas Fruchtmus, Konfitüre oder frischem Obst mischen. So lässt sich der Kinderjoghurt Zucker besser kontrollieren als bei vielen Fertigprodukten.
Auch beim Obst lohnt sich ein Blick auf den Zuckergehalt. Während Bananen und Trauben zu den eher zuckerreichen Sorten zählen, enthalten Erdbeeren und Himbeeren deutlich weniger Zucker. Diese eignen sich daher besser, wenn Eltern den Zucker in Kinderjoghurt möglichst gering halten möchten.
Vorsicht ist allerdings bei tiefgekühlten Beeren geboten. Sie können zum Beispiel mit Noroviren verunreinigt sein. Daher empfiehlt „Öko-Test“, TK-Beeren vor dem Verzehr zu erhitzen oder stattdessen frische Beeren zu verwenden.
Der Öko-Test Kinderjoghurt zeigt insgesamt: Viele Produkte sind akzeptabel, doch der Kinderjoghurt Zucker bleibt ein wichtiger Punkt für Eltern – und auch für Fachpersonal in Apotheken, das häufig Fragen zur Ernährung von Kindern beantwortet.
Quelle: dpa












