Mann gibt Olivenöl aus Flasche ĂŒber grĂŒnen Salat© g-stockstudio / iStock / Getty Images Plus
Ob kaltgepresst fĂŒr den Salat oder raffiniert fĂŒr die Pfanne – bei der Wahl des richtigen Speiseöls kommt es auf den Verwendungszweck an.

Fette

GESUNDE SPEISEÖLE IM VERGLEICH: WELCHES PASST WOZU?

Kaltgepresst oder raffiniert? Ob fĂŒr den Salat, zum scharfen Anbraten oder fĂŒr sĂŒĂŸe Speisen – die Auswahl fĂŒr gesunde Speiseöle ist groß. Erfahren Sie, welche Sorten sich fĂŒr welchen Zweck eignen und worauf es bei Geschmack und Lagerung von Ölen ankommt.

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Die Pressen in der ÖlmĂŒhle Solling in Niedersachsen arbeiten Tag und Nacht. Über große Trichter werden sie mit Samen, Kernen oder NĂŒssen befĂŒllt, die Pressschnecke dreht sich und das Öl fließt in einen lichtgeschĂŒtzten BehĂ€lter darunter. Übrig bleibt der bröcklige Presskuchen, der sich seitlich aus einer Öffnung windet. Kaltpressen nennt man dieses Verfahren, durch das gesunde Speiseöle gewonnen werden.

Weil dabei auch WĂ€rme entsteht, ist die Halle vom Brummen der Abluftventilatoren erfĂŒllt. Die Temperatur solle nicht ĂŒber 40 Grad Celsius steigen, sagt Sarah Baensch, die das Familienunternehmen zusammen mit ihrem Bruder leitet. „So stellen wir sicher, dass empfindliche FettsĂ€uren, Vitamine und andere gesunde Pflanzenstoffe erhalten bleiben“, so die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin. Nach dem Pressen laufen die Speiseöle durch einen Filter, der Sedimentstoffe auffĂ€ngt.

Nativ oder raffiniert: Welches Öl ist gesĂŒnder?

Kaltgepresste Speiseöle schmecken besonders intensiv nach dem, was in ihnen steckt: also Leinöl nach Leinsaat oder Olivenöl nach Olive. Nativ – also naturbelassen – heißen Öle, wenn die FrĂŒchte, Samen oder Kerne vor dem Pressen nicht geröstet wurden. KostengĂŒnstiger und geschmacklich neutral sind raffinierte Öle, fĂŒr die ÖlfrĂŒchte erhitzt und zusĂ€tzlich verarbeitet werden.

Die fertigen Öle eignen sich gut zum Frittieren oder Braten und sind lĂ€nger haltbar.

Allerdings gehen laut der Expert*innen beim Raffinieren auch Vitamine und empfindliche FettsÀuren verloren.

Dennoch sind Speiseöle meistens gesĂŒnder als tierische Fette, da sie mehr ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthalten. Dagegen haben Butter oder Schmalz einen sehr hohen Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren.

Olivenöl und Rapsöl als wahre Allrounder

Olivenöl ist ein Multitalent und schmeckt zu fast allem: Blattsalat, geschmortem GemĂŒse, Fleisch oder Antipasti. Es ist reich an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren und Vitamin E. Nach Angaben des Bundeszentrums fĂŒr ErnĂ€hrung (BZfE) eignet sich kaltgepresstes natives Olivenöl auch zum Braten und Frittieren bis 175 Grad. Ein gutes Zeichen beim Erhitzen: Das Öl bleibt geruchsneutral und raucht nicht.

Rapsöl ist hierzulande ein Klassiker mit kurzen Transportwegen und gesunden Inhaltsstoffen. Die kaltgepresste native Variante enthÀlt laut BZfE viel ungesÀttigte Omega-6- und Omega-3-FettsÀuren.

Natives Rapsöl eignet sich fĂŒr kalte Speisen und zum sanften DĂŒnsten, wĂ€hrend sich zum scharfen Anbraten raffiniertes Rapsöl empfiehlt. So lassen sich Speiseöle vielseitig in der KĂŒche einsetzen.

Leinöl und Walnussöl fĂŒr die kalte KĂŒche

Leinöl wird heute als Superfood und regionale SpezialitĂ€t vermarktet. Mit seinem hohen Anteil an Omega-3-FettsĂ€uren lĂ€uft es laut Stiftung Warentest sogar dem Rapsöl den Rang ab. Neben Quark schmeckt Leinöl auch ins MĂŒsli oder zu krĂ€ftigen Salatsorten.

Die empfindliche Prinzessin unter den Speiseölen vertrĂ€gt allerdings keine WĂ€rme und verdirbt schnell, weshalb solche Speiseöle zwingend in den KĂŒhlschrank gehören.

Walnussöl hat ein nussiges, leicht fruchtiges Aroma und ist reich an Vitamin E.

Es eignet sich nur fĂŒr die kalte KĂŒche und passt zum Beispiel in Salatdressings, Dips oder sogar SĂŒĂŸspeisen.

Wegen seiner Empfindlichkeit gegenĂŒber WĂ€rme und Licht ist auch hier der KĂŒhlschrank der beste Lagerort fĂŒr Speiseöle dieser Art.

Kokosöl: Exotisch, aber mit EinschrÀnkung

Kokosöl schmeckt nach Urlaub unter Palmen und verflĂŒssigt sich bei ungefĂ€hr 24 Grad. Die kaltgepresste native Variante verleiht asiatischen Gerichten eine besondere Geschmacksnote und eignet sich zum DĂŒnsten von GemĂŒse. Dennoch reiht es sich nur bedingt in die Liste gesunder Speiseöle ein.

Sein Gesundheitsimage ist laut Verbraucherzentrale allerdings etwas ĂŒbertrieben, da es fast nur gesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthĂ€lt. Oft wird es zum heißen Braten empfohlen, doch das Max Rubner-Institut rĂ€t davon ab. Wegen des hohen Anteils mittelkettiger FettsĂ€uren könne beim Erhitzen leicht Rauch entstehen. Wer gesunde Speiseöle sucht, sollte hier also eher maßvoll zugreifen.

Quelle: dpa

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