Frau bereitet frischen grĂŒnen Spargel auf einem Holzfrett zu© AnjelaGr / iStock / Getty Images Plus
Ob klassisch gekocht, aus dem Ofen oder vom Grill: Wer frischen Spargel zubereiten möchte, hat viele leckere Möglichkeiten.

Saisonale KĂŒche

DOS AND DON'TS BEIM SPARGEL ZUBEREITEN – MIT REZEPT-TIPP

Wie viel Biss braucht Spargel, muss man immer schÀlen und was sind Fehler beim Einfrieren? Was geht abseits vom Klassiker mit Schinken und Hollandaise? Mit diesen Tipps gelingt die Zubereitung sicher.

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Das „KönigsgemĂŒse“ Spargel war vor nicht allzu langer Zeit noch Mainstream mit Kartoffeln und weißer Soße. Gerade von der jungen Generation wurden die edlen Stangen daher oft als spießiges Sonntagsessen abgetan. Doch nun hat sie die Vielfalt der Stangen entdeckt, und besonders angesagt ist bei ihr die grĂŒne Variante.

Simon Schumacher vom Verband SĂŒddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) findet das schade. „Mir tut es leid, dass da eine Art Kulturkampf entsteht: GrĂŒn gegen Weiß“, sagt er und hĂ€lt dagegen: „Auch der weiße Spargel bietet jungen Leuten oder Veganern viele Möglichkeiten, kreativ zu werden. Er lĂ€sst alles zu und macht alles gerne mit.“

Spargel richtig vorbereiten und schÀlen

Wichtiger als die Farbe ist jedoch die richtige Zubereitung. Vom SchĂ€len bis zum Grillen, Braten oder Kochen: Hier sind praktische Basics und kreative Anregungen von dem VSSE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Food-Bloggerin Steffi Sinzenich. Dass man grĂŒnen Spargel in der Regel nicht schĂ€len muss, lĂ€sst viele zu dieser Sorte greifen.

Doch es gibt auch weißen Spargel, der dĂŒnner und kĂŒrzer ist, sagt Simon Schumacher. Sein Tipp: Nach dem Kauf bei ein, zwei Stangen ein StĂŒck unten abbrechen. „Lassen sie sich ganz einfach und gut brechen, dann ist die Schale auch nicht hart“, sagt er.

„Wenn das Ende allerdings hĂ€ngt und sich nicht mit einem frischen Knack abbrechen lĂ€sst, muss man schĂ€len.“

Wertvolle Tipps fĂŒr grĂŒne und weiße Stangen

Hin und wieder kann auch langer, grĂŒner Spargel ein SchĂ€len nötig haben. „GrĂŒner Spargel darf bis zu 27 Zentimeter lang sein“, erklĂ€rt Simon Schumacher. „Sind die Stangen lang und wegen des Wetters langsamer gewachsen, können sie auch eine etwas hĂ€rtere Schale ausbilden.“ Der Brechtest hilft hier ebenfalls.

Um nichts zu vergeuden, nicht zu viel schĂ€len: „Selbst bei einem frischen Weißen muss man nicht direkt hinter dem Kopf ansetzen, es reicht, nach dem oberen Dritteln anzufangen“, sagt der Experte.

Wie viel unten von der Stange entfernt wird, ist unterschiedlich. Ist die SchnittflĂ€che schon deutlich angetrocknet, dĂŒrfen es ein, zwei Zentimeter sein.

Die besten Kniffe fĂŒr das Kochen von Spargel

Kochbuchautorin und Food-Bloggerin Steffi Sinzenich bricht bei dĂŒnnen Stangen am unteren Ende lieber ein StĂŒckchen ab, als zu schneiden. „Wenn man die Stangen ein bisschen in den HĂ€nden formt, merkt man, wo der holzige Teil beginnt“, sagt die Rezeptentwicklerin. Neben Salz als GewĂŒrz kommt klassisch auch etwas Zucker ins Wasser, wenn man Spargel kocht.

Das kann man machen, es ist aber eigentlich ĂŒberholt, sagt der VSSE-Experte. „Das war frĂŒher erforderlich, als die Sorten noch bitterer waren oder nicht so optimal gewachsen sind, weil der Folieneinsatz nicht so verbreitet war.“ Mit dem Zucker sollten die Bitterstoffe ĂŒberdeckt werden. Der Spargeltopf macht es vor: Spargel wird idealerweise stehend gegart.

Die ideale Garzeit und der clevere Gabeltest

Das Wasser bedeckt im Spargeltopf nur die unteren Enden, der obere Teil mit dem zarten Kopf wird schonend gedĂ€mpft. Ob nur im Wasser stehend oder im ganz normalen Topf im Wasser liegend – wie lange Spargel garen muss, hĂ€ngt unter anderem von der Dicke der Stangen ab. Nach der Erfahrung von Steffi Sinzenich braucht weißer Spargel in der Regel 12 bis 15 Minuten, grĂŒner sogar nur fĂŒnf bis sieben.

„Kocht Spargel zu lange, wird er sehr labberig“,

sagt sie. „Dann kann man aber zumindest noch eine Suppe daraus machen.“ Sie kocht das Wasser zuerst auf und geht dann mit der Hitze ein StĂŒck herunter. „Das Wasser sollte nicht sprudelnd kochen, sondern nur leicht blubbern“, beschreibt Sinzenich.

So gelingt der Spargel aus Pfanne und Ofen

Anders als zu FĂŒrstenzeiten sollte Spargel heutzutage durch sein, aber noch etwas Biss haben. Simon Schumacher empfiehlt folgenden Test: Fischen Sie eine Stange heraus, indem Sie sie mit der Gabel aufspießen. „Hochgehalten sollte die Spargelstange leicht durchhĂ€ngen, also nur etwas gebogen sein“, sagt der Experte. „Dann hat sie ein volles, knackiges Aroma.“

Besonders simpel lĂ€sst sich das steuern, wenn man Spargel in der Pfanne in etwas Öl brĂ€t. In StĂŒcke geschnitten kommen zuerst die dickeren Enden hinein, spĂ€ter die dĂŒnnen Teile und Köpfe.

Spargel aus dem Ofen ist besonders praktisch bei grĂ¶ĂŸeren Mengen fĂŒr GĂ€ste. Steffi Sinzenich wickelt dafĂŒr einzelne Portionen von fĂŒnf, sechs weißen Spargelstangen mit Salz, Zucker, Butter und Zitrone in Backpapier.

Spargel grillen, roh genießen und einfrieren

Auch das Angrillen klappt gut mit Spargel. Der VSSE-Sprecher blanchiert die weißen Stangen kurz, umwickelt sie mit Bacon und gibt darĂŒber eine Öl-Kardamom-Marinade. In der Grillschale oder auf dem Blech grillen, bis der Schinken schön knusprig ist. Dass roher Spargel nicht bekömmlich ist, ist im Übrigen ein Mythos, sagt Simon Schumacher.

Einfrieren ist kein Problem – dann hat man Spargel auch außerhalb der Saison. Allerdings nicht unbedingt fertige Spargelgerichte. TiefgekĂŒhlt werden sollte somit nur frischer, roher Spargel, praktischerweise in StĂŒcke geschnitten. „Das A und O beim Einfrieren ist das grĂŒndliche SchĂ€len“, sagt Simon Schumacher.

Leckeres Rezept fĂŒr ein Spargel-Cordon-Bleu

Sie lieben knusprig Paniertes? Dann versuchen Sie es doch mal mit Spargel. Dieses Rezept kombiniert die Stangen mit Schinken, zerfließendem KĂ€se und einer krossen UmhĂŒllung. Krosse KnusperhĂŒlle und zart schmelzender KĂ€se, kombiniert mit der klassischen Spargelzutat Schinken – so können Sie die Stangen raffiniert und doch ganz einfach auf den Tisch bringen.

Im Rezept von Food-Bloggerin Steffi Sinzenich (gaumenfreundin.de) wird weißer Spargel verwendet, dieser lĂ€sst sich aber problemlos gegen grĂŒnen austauschen. Tipp der Kochbuchautorin: „Außerhalb der Saison kann man sogar Spargel aus dem Glas nehmen, der schmeckt paniert ebenfalls gut.“

Variieren können Sie auch den KĂ€se oder Schinken: „Ich verwende im Rezept Goudascheiben, aber auch ein richtig wĂŒrziger BergkĂ€se schmeckt großartig“, sagt die Rezeptentwicklerin. Und je nach Geschmack könne man Spargel statt in Kochschinken auch in Parmaschinken oder Speck einwickeln. Damit die Panade richtig schön knusprig wird und alles gut durchgaren kann, sodass auch der KĂ€se schmilzt, rĂ€t Steffi Sinzenich: „Sparen Sie bei diesem Rezept nicht an der Butter.“

Zutaten fĂŒr 4 Portionen

  • 8 Stangen weißer Spargel
  • 1 Teelöffel (TL) Salz
  • 80 Gramm (g) Mehl
  • 2 Eier
  • 100 g Semmelbrösel oder Panko
  • 4 Scheiben gekochter Schinken
  • 4 Scheiben Gouda
  • Butter zum Anbraten

Zubereitung

  1. Den Spargel schÀlen und die holzigen Enden abschneiden. Dann die Stangen in gesalzenes, kochendes Wasser geben und 10 Minuten kochen.
  2. Das Mehl in einen tiefen Teller geben. Die Eier auf einem weiteren Teller verquirlen und in einen dritten Teller Semmelbrösel oder Panko fĂŒllen.
  3. Die Schinkenscheiben mit je einer Scheibe Gouda und zwei Spargelstangen belegen. Alles zusammenrollen und mit einem Zahnstocher fixieren.
  4. Spargelröllchen zuerst im Mehl, dann im Ei und danach in den Semmelbröseln oder im Panko wenden.
  5. Reichlich Butter in einer Pfanne erhitzen und die Röllchen von allen Seiten bei mittlerer Hitze goldgelb und knusprig braten.
  6. Heiß servieren.

Dazu passen gut Kartoffeln, Wedges, Pommes oder ein Kartoffelsalat. Aber auch zu einem Gurkensalat, gemischten Salat oder Dip schmeckt das Spargel-Cordon-Bleu.

Quelle: dpa

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