Ein Teddybär hat einen Venenzugang an der Brust.© TolikoffPhotography/iStock/Getty Images Plus
Wenn Teddy es vorgemacht hat, kann es ja nicht so schlimm sein.

Teddyklinik & Co.

SO HILFT EIN KUSCHELTIER KINDERN GEGEN ANGST VOR NADELN

Ein Kuscheltier kann viel. Es hilft gegen Angst, tröstet bei Einsamkeit, hütet Geheimnisse und kommt auf Reisen mit. Neue Studien zeigen jetzt: Ein Teddybär kann sogar Schmerzen lindern und Müttern die Angst vor einer Behandlung ihrer Kinder nehmen.

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Was erst einmal lustig klingt, funktioniert tatsächlich. Therapeutisches Spiel mit einem Kuscheltier hilft gegen Angst bei Mutter und Kind und lindert Schmerzen beim Setzen eines Venenzugangs. Das zeigt eine türkische Studie.

Die Teddys helfen den Kindern, ihre Behandlung besser zu verstehen und ihre Gefühle auszudrücken. Das verhindert zukünftige Angst vor Infusionen und Ähnlichem. Auch Teddykliniken, also Projekte, bei denen Ärzte sich liebevoll um die Kuscheltiere der Kinder kümmern, wirken gegen zukünftige Angst und vermitteln Vertrauen.

Spiel mit Kuscheltier wirkt gegen Angst

Mit einem Kuscheltier wie einem Teddy zu spielen, hilft Kindern gegen Angst und Schmerzen. Auch die Mütter profitieren, wenn die Kinder vor der Positionierung eines Venenverweilkatheters anhand eines Teddys erklärt bekommen, was gleich passiert. Das zeigt eine Studie von Seda Çağlar von der Universität Istanbul-Cerrapasa und Simge Anderoğlu aus der pädiatrischen Notaufnahme im Antalya City Hospital.

120 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die einen venösen Zugang erhalten mussten, sowie ihre Mütter nahmen an der Untersuchung teil. Alle kleinen Patienten wurden wegen eines Infektes der oberen Atemwege behandelt. Die Hälfte von ihnen bekam von geschulten Pflegekräften anhand eines Kuscheltiers die nächsten Schritte beim Einsetzen der Venenkanüle erklärt. Das half gegen Angst bei Mutter und Kind und linderte die Schmerzen.

Spezielle Fragebögen, die unmittelbar vor und nach dem Eingriff ausgefüllt wurden, machten einen Vergleich der Angst und der Schmerzen möglich. Kinder, die vor der Einlieferung Schmerzmittel erhalten hatten, nahmen nicht teil.

Kuscheltier gegen das Festsetzen der Angst

Vor dem Eingriff unterschieden sich die Angst- und Schmerzwerte in der Teddy-Gruppe nicht von denen der Kontrollgruppe. Nach erfolgtem Einsetzen der Kanüle lagen sowohl Schmerzwerte der Kinder wie auch Angstwerte bei beiden niedriger, wenn die Kinder vorher mit dem Kuscheltier spielen durften. Der Kontakt half also gegen Angst und Schmerz gleichermaßen.

Kuscheltiere sind deshalb so wichtig gegen Angst, weil negative Erfahrungen auch zukünftige Behandlungen beeinträchtigen können. Oft sind für einen Venenkatheter bei Kindern mehrere Versuche nötig. Diese Situation kann sich festsetzen und später zu Problemen führen.

Die Behandlung von Schmerzen stellt eine der größten Herausforderungen in der Kinderheilkunde dar, meinen die Autoren der Studie. Schmerzbedingter Stress hat nicht nur Auswirkungen auf körperliche, soziale und kognitive Funktionen, sondern beeinträchtigt auch die emotionale und psychische Gesundheit von Kindern. Ein einfaches Kuscheltier kann, wie die Studie zeigt, sowohl gegen Angst als auch gegen Schmerzen sinnvoll sein.

Teddykliniken sind sehr beliebt

Auch in sogenannten Teddykliniken macht man sich die nachweisbare Wirkung zunutze, die ein Kuscheltier gegen Angst besitzt. In zahlreichen Städten kümmern sich dann zum Beispiel „Obärärzte“ liebevoll um die Kuscheltiere von Kindern. In speziellen Sprechstunden führen sie an ihnen Untersuchungen, Behandlungen und sogar Operationen mit echten Gerätschaften durch. Die Besitzer dürfen bei Eingriffen assistieren, bei der Diagnostik helfen und ihren Teddys Mut zusprechen. Teddykliniken erfreuen sich zum Beispiel als Ausflugsziele von Kindertagesstätten großer Beliebtheit. Aber warum das Ganze?

Ein Kuscheltier hilft Kindern in vielfacher Hinsicht, nicht nur gegen Angst allein. Wenn an ihm eine Behandlung demonstriert wird und die Kinder Gelegenheit haben, mit den Teddys über Angst und Schmerz zu sprechen, vermittelt das Vertrauen in die Medizin.

Das sehen mittlerweile viele Experten so. Ein einfaches Kuscheltier kann also gegen Angst bei Kindern und Müttern sinnvolle Dienste leisten und auch die Mütter beruhigen. Die Autoren der Studie hoffen, dass bald weitere Untersuchungen dazu bei mehr Kindern durchgeführt werden. Und, dass sich die Methode zukünftig durchsetzt.

Quellen:
Anderoğlu S, Çağlar S.: „The effect of therapeutic play with teddy bear on children's pain, anxiety, and mothers' anxiety during peripheral intravenous catheterisation: a randomised clinical Trial", BMC Pediatrics, 6. Dezember 2025. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12797573/
https://www.fr.de/frankfurt/bockenheim-ort54494/teddyklinik-vermittelt-kindern-spielerisch-vertrauen-in-medizin-94028918.html

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