Felsen in stĂŒrmischer See, an dem die Wellen abprallen.© Katie Wintersgill / iStock / Getty Images Plus
Resilienz ist nicht die FĂ€higkeit, ein Fels in der Brandung zu sein. Resilienz ist ein Prozess, um sich aus Krisen zu befreien.

Krisenfestigkeit

WIE RESILIENZ IM BERUF HILFT, SCHWIERIGE PHASEN ZU MEISTERN

Wie gelingt es, trotz Konflikten oder Umstrukturierungen im Job stabil zu bleiben? Wer Resilienz im Beruf stĂ€rkt, kann berufliche Krisen bewĂ€ltigen – und daran sogar wachsen.

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Resilienz im Beruf ist heutzutage in aller Munde. Oft werde der Begriff jedoch falsch verstanden, auch auf das Berufsleben bezogen, sagt die Ärztin und Autorin Mirriam Prieß.

„Viele denken: Wenn ich resilient bin, muss ich im Widerstand sein. Dabei beschreibt es die FĂ€higkeit, im Dialog zu sein und mit einer Situation so umzugehen, dass ich das Bestmögliche daraus mache.“

Berufliche Krisen bewÀltigen: Frust oder Weiterkommen?

Ob im Betrieb umstrukturiert wird und sich Arbeitsbereiche Ă€ndern, ob das Miteinander im Team nicht funktioniert oder ob man mit Chef oder Chefin Probleme hat – resiliente Menschen gehen berufliche Krisen als Herausforderung und Möglichkeit zur Weiterentwicklung an. Wer ĂŒber weniger psychische Widerstandskraft verfĂŒgt, frustriert schneller, erklĂ€rt die Coachin und Therapeutin.

„Ohne Resilienz im Beruf ist man die ganze Zeit im Kampf“,

sagt Mirriam Prieß. „Man kĂ€mpft gegen das System, gegen Menschen oder Strukturen – oder fĂŒr Erfolg und Anerkennung.“ Resilienz im Beruf sei eine konstruktive Beziehungshaltung – auch zu einem selbst.

Psychische Widerstandskraft stÀrken durch Reflexion

Nicht zuletzt durch PrĂ€gungen in der Kindheit gelingt dem einen oder der anderen solch ein Gestalten von Beziehung von Natur aus besser oder schlechter. Aber es lĂ€sst sich einĂŒben – und das fĂ€ngt mit einem Bewusstmachen an. Um den Blick dafĂŒr zu schĂ€rfen und die psychische Widerstandskraft zu stĂ€rken, gibt Mirriam Prieß folgende Fragen an die Hand:

  • Bin ich in dem, was heute auf der Arbeit war, vorgekommen? Habe ich stattgefunden? Und wenn nein, warum nicht?
  • Was bin ich im Job bereit zu geben und was soll zurĂŒckkommen? Was ist fĂŒr meinen Job wesentlich?
  • Wo prĂ€gen mich verinnerlichte Beziehungserfahrungen, wenn mich etwa ein cholerischer Chef an den eigenen Vater erinnert? Wie kann ich mich davon lösen?
  • Findet Beziehung auf der Arbeit gleichberechtigt statt: ein Drittel ich, ein Drittel der andere, ein Drittel wir gemeinsam?
  • Wo liegen meine eigenen Grenzen oder die anderer? Was hilft mir, sie zu respektieren, statt sie zu ĂŒberschreiten?
  • Bin ich mit mir selbst und den anderen auf Augenhöhe? Kann ich mir mit meinen StĂ€rken und SchwĂ€chen ins Gesicht blicken? FĂŒhle ich mich anderen gegenĂŒber klein oder blicke ich auf sie herab?

Unternehmenskultur hilft, berufliche Krisen zu bewÀltigen

Auch die AtmosphÀre, die in einem Unternehmen herrscht, kann die psychische Widerstandskraft stÀrken oder hemmen.
Resilienz-förderlich sind laut Mirriam Prieß zum Beispiel: Offenheit im Miteinander, GrundwertschĂ€tzung, Begegnungen auf Augenhöhe oder die Bereitschaft, sich einzufĂŒhlen. Zwar können laut der Coachin Einzelne durchaus Impulse setzen, aber:

„Wenn ein System so vergiftet ist, dass es nicht mehr geht, muss ich es verlassen.“

In solchen FÀllen kann es hilfreich sein, die eigene Resilienz im Beruf zu reflektieren und neue Wege zu gehen, um berufliche Krisen zu bewÀltigen.

Quelle: dpa

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