GefÀhrliche Kombination
KREBSRISIKO DURCH E-ZIGARETTEN: WIE GEFĂHRLICH IST VAPEN WIRKLICH?
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Beim Rauchen wird Tabak verbrannt und eingeatmet, was bekanntlich viele gesundheitliche Risiken birgt. Unter anderem kann es Krebs verursachen. Doch wie steht es um das Krebsrisiko durch E-Zigaretten? E-Zigaretten und Vapes hingegen erhitzen eine FlĂŒssigkeit, ein sogenanntes Liquid. Statt Rauch inhaliert man Dampf. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher verbinden damit die Hoffnung, das Krebsrisiko sei durch E-Zigaretten geringer als bei herkömmlichen Zigaretten.
Eine gelĂ€ufige Annahme lautet: Im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten sind E-Zigaretten weniger schĂ€dlich. Doch ist das wirklich so? Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum klĂ€rt im Interview auf, was ĂŒber das Krebsrisiko durch E-Zigaretten und andere gesundheitliche Folgen bekannt ist.
E-Zigaretten versus Tabakzigaretten
Frau Schaller, wie unterscheidet sich das Krebsrisiko von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten?
Katrin Schaller: Das kann man nicht genau sagen. Was ganz klar ist: Zigarettenrauch ist ein Giftcocktail, und da sind an die 100 Substanzen drin, die Krebs erzeugen oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.
Das Aerosol von E-Zigaretten enthĂ€lt auch Schadstoffe, aber deutlich weniger als Zigarettenrauch, was im Vergleich natĂŒrlich kein KunststĂŒck ist. Da sind aber auch ein paar krebserregende Substanzen dabei.
Katrin Schaller: Momentan kann man nicht sagen, inwieweit diese Menge ausreicht, Krebs zu erzeugen. Es ist natĂŒrlich denkbar. In Tier- und Zellversuchen sieht man bereits, dass durch diese Substanzen im Körper etwas passiert, was die Basis fĂŒr chronische Erkrankungen ist â und da gehört auch Krebs dazu.
Aber es fehlen die Langzeitstudien, die klar sagen wĂŒrden, ob ein Krebsrisiko besteht, wie hoch das ist und welche Krebsarten da betroffen wĂ€ren. Genau hier liegt die Unsicherheit rund um das E-Zigaretten Krebsrisiko: Es gibt Hinweise auf mögliche Gefahren, aber keine abschlieĂende Bewertung.
Zigarettenrauch ist ein Giftcocktail, und da sind an die 100 Substanzen drin, die Krebs erzeugen oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.
Vapen und Gesundheit: Welche Risiken birgt der Dampf?
In der Diskussion um Vapen und Gesundheit wird hÀufig argumentiert, dass Dampfen weniger schÀdlich sei als Rauchen. TatsÀchlich enthÀlt das Aerosol weniger krebserregende Stoffe. Dennoch werden beim Vapen relevante Schadstoffe inhaliert, die im Körper schÀdliche Prozesse in Gang setzen können und der Gesundheit schaden.
AuĂerdem hĂ€ngt die Menge der Schadstoffe im E-Zigaretten-Aerosol von verschiedenen Faktoren ab. Das kann sich von E-Zigarette zu E-Zigarette unterscheiden. Je nachdem, wie stark die das Liquid erhitzen, wie hoch die LeistungsfĂ€higkeit ist, was in dem Liquid drin ist, wie der Nutzer das verwendet, wie stark man zum Beispiel daran zieht, ob das zu einer Ăberhitzung fĂŒhrt und so weiter. FĂŒr die Gesundheit durch Vapen bedeutet das: Das individuelle Risiko kann variieren. Es ist mit einem Gesundheitsrisiko zu rechnen.
In erster Linie werden sehr wahrscheinlich die Lunge und das Herz-Kreislauf-System betroffen sein. Die Lunge ist der erste Kontakt mit dem Körper, weil ich da die Schadstoffe rein inhaliere. Und das Nikotin wirkt auf das Herz-Kreislauf-System und kann es belasten.
Auch im Kontext Vapen und Gesundheit gilt daher: Weniger Schadstoffe bedeuten nicht automatisch harmlos.
Risiken von E-Zigaretten:
Nikotin AbhĂ€ngigkeit: Besonders riskant fĂŒr junge Menschen
Ein zentraler Punkt neben dem Krebsrisiko durch E-Zigaretten ist die Nikotin AbhÀngigkeit. Gerade junge Menschen und Nichtrauchende sollten gar nicht erst anfangen, weil ein sehr hohes AbhÀngigkeitsrisiko besteht.
Katrin Schaller: E-Zigaretten geben Nikotin inzwischen Àhnlich effektiv ab wie herkömmliche Zigaretten. Da können gerade junge Menschen innerhalb sehr kurzer Zeit abhÀngig werden. Die Nikotin AbhÀngigkeit entsteht oft schneller, als vielen bewusst ist.
HeiĂt das, ich kann durch die Art des Gebrauchs selbst mit steuern, wie schĂ€dlich die E-Zigarette ist?
Katrin Schaller: Man kann das ganz hervorragend steuern, indem man sie einfach nicht verwendet. Die Empfehlung ist ganz klar: Wenn man etwas fĂŒr seine Gesundheit tun will, lĂ€sst man die Finger davon.
Die Problematik der Nikotin AbhÀngigkeit betrifft nicht nur Jugendliche. Auch Erwachsene, die umsteigen wollen, bleiben hÀufig abhÀngig vom Wirkstoff.
E-Zigaretten versus Tabakzigaretten: Gibt es Vorteile beim Umstieg?
Hersteller suggerieren natĂŒrlich gerne, dass E-Zigaretten weniger schĂ€dlich sind als Tabakzigaretten. Es deutet auch vieles darauf hin. Im Vergleich E-Zigaretten versus Tabakzigaretten zeigt sich: Die Schadstoffbelastung ist beim Dampfen in der Regel geringer. Dennoch werden beim Gebrauch von E-Zigaretten Schadstoffe inhaliert.
Viele versuchen auch, auf E-Zigaretten umzusteigen, wenn sie zuvor Tabak geraucht haben. Sehen Sie fĂŒr diese Menschen gesundheitliche Vorteile?
Katrin Schaller: Wenn man raucht, ist die Empfehlung immer: Man sollte aufhören zu rauchen. Das ist das Einzige, was der Gesundheit sicher hilft. Wenn man das nicht kann oder nicht will und sagt, ich möchte aber gerne auf E-Zigaretten umsteigen, dann ist die klare Empfehlung: vollstÀndig umsteigen, statt einen dualen Konsum zu fahren. Man sollte also nicht mal rauchen und mal eine E-Zigarette verwenden. Das liegt einfach daran: Solange ich rauche, ist schon eine Zigarette am Tag schÀdlich.
Die Schadstoffbelastung ist beim Dampfen in der Regel geringer. Dennoch werden beim Gebrauch von E-Zigaretten Schadstoffe inhaliert.
Im direkten Vergleich E-Zigaretten versus Tabakzigaretten kann ein vollstĂ€ndiger Umstieg die Schadstoffbelastung reduzieren. Langfristig mĂŒsste das Ziel sein, auch von der E-Zigarette loszukommen, weil weiterhin eine gewisse Schadstoffbelastung besteht und man in der AbhĂ€ngigkeit hĂ€ngen bleibt.
Damit bleibt auch das Krebsrisiko durch E-Zigaretten ein relevantes Thema fĂŒr Beratung und PrĂ€vention.
Quelle: dpa












