MĂŒder Mann sitzt an seinem Schreibtisch, hat die Augen geschlossen und seinen Kopf auf einen Arm aufgestĂŒtzt.© PeopleImages / iStock / Getty Images Plus
Wenn man regelmĂ€ĂŸig Montags schlechte Laune hat und der Beginn der Arbeitswoche fĂŒr Angst oder Wut sorgt, kann das ein FrĂŒhsignal fĂŒr andere Erkrankungen sein.

Ursachen

MONTAGSBLUES: WAS DAHINTERSTECKT – UND WIE SIE GEGENSTEUERN KÖNNEN

Der Montagsblues trifft viele Menschen – doch wann steckt mehr dahinter als nur schlechte Laune zum Wochenstart? Erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen und mit gezielten Routinen gegensteuern können.

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Graut Ihnen auch regelmĂ€ĂŸig vor dem Montag? Wenn der Gedanke an den Beginn der Arbeitswoche dauerhaft fĂŒr Angst oder Wut sorgt, könne das ein „FrĂŒhwarnsignal fĂŒr chronische Überlastung, Burn-out oder Unzufriedenheit im Job sein“.

Darauf weist Steffen HĂ€fner hin, Ă€rztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos in Bad Saulgau. Er ist Facharzt fĂŒr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Montagsblues und psychische Belastung

Der Montagsblues kann viele Ursachen haben. HĂ€ufig spielt der Kontrast zwischen dem entspannten Wochenende und dem stressigen Joballtag eine Rolle. Weitere Faktoren:

  • Die To-do-Listen sind zu Beginn der Woche voll, viele Meetings stehen an.
  • Der Schlafrhythmus Ă€ndert sich am Wochenende – das spĂ€te Zubettgehen wirkt nach.
  • Der Übergang vom Wochenende zum Berufsalltag fĂ€llt vielen Menschen schwer.

Diese Kombination kann dazu fĂŒhren, dass Betroffene emotional und körperlich empfindlicher reagieren. Die Folge: Gereiztheit, Antriebslosigkeit – und auch psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen.

Laut HĂ€fner sind solche Beschwerden ein

„Ausdruck des inneren Widerstands gegenĂŒber dem Start in die Arbeitswoche“.

StressbewÀltigung im Job aktiv angehen

Im ersten Schritt gegen den Montagsblues hilft oft schon ein Perspektivwechsel: Wer den Montag als Chance fĂŒr einen Neubeginn betrachtet, schafft sich eine positive Grundlage. Struktur und Motivation lassen sich bewusst herstellen – das verbessert die StressbewĂ€ltigung im Job deutlich.

Wer unter einer besonders ausgeprĂ€gten Ablehnung des Wochenbeginns leidet, sollte tiefergehende Ursachen hinterfragen. Facharzt HĂ€fner rĂ€t zur Selbstreflexion: Warum belastet mich der Montag so sehr?

Hier kommen verschiedene Stressoren infrage – etwa
- dauerhafte Überforderung im Beruf,
- private Belastungen oder
- fehlende Sinnhaftigkeit im Alltag.

Wer die Ursachen erkennt, kann gezielt gegensteuern und die StressbewĂ€ltigung im Job langfristig verbessern.

Psychosomatische Beschwerden ernst nehmen

Der Montagsblues zeigt sich nicht nur seelisch, sondern hĂ€ufig auch körperlich â€“ durch typische psychosomatische Beschwerden. Dazu zĂ€hlen

- Kopfschmerzen,
- Magen-Darm-Beschwerden oder
- Schlafstörungen.

Gerade bei PTA, die eng mit Kundinnen und Kunden arbeiten, kann dies die eigene LeistungsfÀhigkeit zusÀtzlich beeintrÀchtigen.

Wenn diese Symptome regelmĂ€ĂŸig montags auftreten, lohnt sich eine gezielte Selbstbeobachtung. Der Körper sendet Warnsignale – und auf diese sollten Sie hören. Das Erkennen und Ernstnehmen von psychosomatischen Beschwerden ist ein wichtiger Schritt in Richtung gesunder Arbeitsalltag.

Mit Routinen den Montagsblues abmildern

Wer den Montagsblues als psychisch belastend erlebt, sollte gezielte Strategien entwickeln. Laut HĂ€fner helfen insbesondere Routinen, um die emotionale HĂŒrde am Wochenbeginn zu reduzieren. Das kann zum Beispiel so aussehen:

  • den Sonntagabend bewusst entspannt gestalten und wohltuende Rituale vor dem Start in die neue Woche einfĂŒhren
  • Sonntagabend frĂŒh ins Bett gehen und mit ausreichend Schlaf in die neue Woche starten
  • die Woche realistisch planen und Aufgaben vorab klar priorisieren

Solche Maßnahmen unterstĂŒtzen die StressbewĂ€ltigung im Job und stĂ€rken das Wohlbefinden. Wer langfristig mit dem Montagsblues kĂ€mpft, sollte tiefergehende VerĂ€nderungen in Betracht ziehen.

Burnout vermeiden durch rechtzeitiges Handeln

Bleibt der Montagsblues trotz aller Strategien bestehen, ist laut HĂ€fner professionelle Hilfe ratsam. In manchen FĂ€llen sei ein Jobwechsel notwendig. Wer stĂ€ndig unter Druck steht, lĂ€uft Gefahr, in einen Burn-out zu rutschen.

Um einen Burnout zu vermeiden, sollten Warnsignale nicht ignoriert werden – insbesondere dann nicht, wenn sie jeden Montag erneut auftreten. FrĂŒhzeitige Maßnahmen wie psychotherapeutische GesprĂ€che oder eine berufliche Neuorientierung können helfen, die Balance wiederzufinden. Denn den Burnout zu vermeiden bedeutet auch, die eigene LebensqualitĂ€t zu sichern.

Quelle: dpa

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