Gelassenheit
SO HILFT DIE BERGMEDITATION, WENN ALLES ZU VIEL WIRD
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Ruhe finden, sich erden und im Moment stabilisieren: Das wünschen sich viele gestresste Gemüter. Achtsamkeit und Meditieren können dabei erwiesenermaßen unterstützen. Das fällt nicht jedem leicht, der sich danach sehnt. Umso mehr hilft es unter anderem, wenn man nicht nur Stress hat, sondern auch Herausforderungen wie psychische Erkrankungen oder Störungen, die einen ganz schön aus der Balance bringen können. Da hilft etwas Stabilität.
Und was könnte stabiler sein als ein – Berg? Die Bergmeditation nach Jon Kabat-Zinn gehört zu seinem Programm der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), zu deutsch: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Sie dauert üblicherweise ungefähr 15 Minuten. Falls Sie jetzt denken, das ist zu lang – es geht auch schneller, aber funktioniert nur, wenn man nicht „durchhetzt“ (wie immer bei Achtsamkeit und Meditation).
Bergmeditation-Anleitung:
- Setzen Sie sich bequem hin, am besten aufrecht und würdevoll, und schließen Sie die Augen.
- Nehmen Sie zunächst einige Momente, um Ihren Atem wahrzunehmen und im gegenwärtigen Moment anzukommen.
- Stellen Sie sich vor Ihrem inneren Auge den schönsten Berg vor, den Sie kennen oder sich vorstellen können.
- Nehmen Sie die Form, den Gipfel und die Basis des Berges wahr – seine Form, seinen Gipfel, die Hänge, die breite Basis, die fest in der Erde verwurzelt ist.
- Bemerken Sie die Majestät und Beständigkeit dieses Berges. Wie er einfach da ist, vollkommen in sich ruhend.
- Spüren Sie seine Festigkeit und laden Sie sich selbst ein, mit diesem Berg zu verschmelzen.
- Ihr Kopf wird zum Gipfel, Ihre Schultern und Arme zu den Hängen, Ihr Becken und Ihre Beine zur soliden Basis. Sie werden zum Berg – fest verwurzelt, stabil, präsent.
- Verbleiben Sie in dieser inneren Haltung und beobachten Sie, wie sich um den Berg herum die Tageszeiten ändern: Die Sonne wandert über den Himmel, es wird Nacht, der Mond und die Sterne erscheinen, ein neuer Tag bricht an. Der Berg bleibt einfach da, unberührt vom Wechsel der Zeit.
- Die Jahreszeiten ziehen vorüber: Im Frühling sprießt zartes Grün an seinen Hängen, im Sommer blüht es üppig, im Herbst färben sich die Blätter bunt, im Winter bedeckt Schnee den Gipfel. Der Berg bleibt in seiner Essenz unverändert.
- Das Wetter wechselt: Sonnenschein, Stürme, Regen, Nebel, Hagel, Hitze, Kälte. Manchmal ist der Gipfel klar zu sehen, manchmal in Wolken gehüllt. Doch der Berg steht einfach da – durch alle Bedingungen hindurch – fest und beständig.
- Immer, wenn Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie zur Vorstellung des Berges zurück und nehmen die Kraft dieses Bildes in sich auf.
- So wie der Berg können auch Sie in Ihrer Meditation – und im Leben – die Qualität der Beständigkeit verkörpern. Gedanken, Gefühle, Empfindungen, Ereignisse ziehen wie das Wetter durch Ihr Bewusstsein. Manche sind angenehm, manche unangenehm, manche neutral.
Wie der Berg können Sie ihnen erlauben zu sein, während Sie in Ihrer Mitte ruhen. - Sie sind nicht Ihre Gedanken, nicht Ihre Gefühle. Sie sind das Bewusstsein, das sie wahrnimmt – stabil, würdevoll, beständig wie ein Berg.
- Verweilen Sie so lange in dieser Meditation, wie es sich für Sie richtig anfühlt. Wenn Sie bereit sind, lösen Sie langsam das Bild des Berges auf, kehren zu Ihrem Atem zurück und öffnen sanft die Augen.
Am einfachsten ist es, wenn man die Instruktionen anhört. Man kann jemanden bitten, sie vorzulesen oder als Audiodatei aufzunehmen, sie selbst aufzeichnen oder geführte Audios oder Videos benutzen. Dafür kann man einfach nach „Bergmeditation“ suchen. Ein Beispiel teilt der Deutsche Alpenverein (DAV) auf YouTube.
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Hintergrund: Das Programm zur MBSR umfasst auch Elemente aus Yoga und Zen. Es wurde in den 1970er Jahren vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn entwickelt, der später das Memorial Center for Mindfulness an der Universität von Massachusetts gründete. In Klinik und Therapie kommen auch Teile daraus zum Einsatz, etwa die Bergmeditation.
Meditieren hilft nicht nur dabei, Stresssymptome zu reduzieren, sondern auch gegen Angststörungen. Wer meditiert, tut etwas für seine emotionale Gesundheit und besseren Schlaf. Den Vereinten Nationen zufolge meditieren Menschen schon seit 7000 Jahren – zurzeit hunderte Millionen weltweit.
Quelle: dpa












