Helfer High
SO HILFT FREUNDLICHKEIT, GESUND ZU BLEIBEN
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An der University of Sussex in England forscht ein interdisziplinĂ€res Team am Sussex Centre for Research on Kindness, zu Deutsch: dem Zentrum fĂŒr Freundlichkeitsforschung. Was niedlich klingt, hat durchaus eine wissenschaftliche Basis. Das Team will dem sogenannten Helfer High auf die Spur kommen, also dem HochgefĂŒhl, das Freundlichkeit in Menschen auslösen kann. Das Beste: Die Effekte von Freundlichkeit verstĂ€rken sich und können eine ganze Gesellschaft beeinflussen.
Wie wirkt sich freundliches Verhalten im Körper aus? Und wie kann es dabei helfen, selbst gesund zu bleiben und auch die Gesundheit anderer zu fördern? Das lesen Sie hier.
Freundlichkeit als Medizin?
Dass Freundlichkeit ein Bumerang sei, der zurĂŒckkommt, ist eine allgemein bekannte Aussage. Forschende fanden jetzt heraus, dass das stimmt â und dass Freundlichkeit nicht nur einem selbst dabei hilft, gesund zu bleiben, sondern auch anderen. Denn anderen zu helfen oder MitgefĂŒhl zu zeigen, löst die Freisetzung eines ganzen Hormoncocktails im menschlichen Körper aus.
Oxytocin, das als Kuschelhormon bekannt ist, stÀrkt die Bindungen zwischen Lebewesen und entspannt. Aber auch Dopamin und Serotonin setzt der Körper frei, wenn er Freundlichkeit walten lÀsst. Das Gemisch der Hormone bezeichnen Forschende dann als Helfer High, angelehnt an das RunnerŽs High nach dem Laufen.
Sich selbst und anderen Gutes tun
Freundlichkeit senkt die Freisetzung von Stresshormonen, was den Blutdruck senken und indirekt durch die Verringerung von EntzĂŒndungsprozessen das Immunsystem stĂ€rken kann. Den Forschenden zufolge stĂ€rkt freundliches Verhalten zudem das eigene GefĂŒhl von Sinnhaftigkeit, also das GefĂŒhl, gebraucht und geschĂ€tzt zu werden. Das wirkt sich positiv auf die Lebenszufriedenheit aus und kann helfen, depressive Symptome zu lindern.
Denn zum einen kann Freundlichkeit so von negativen Gedanken ablenken, zum anderen stĂ€rken positive Interaktionen das soziale Netz. Dieses wiederum spielt eine entscheidende Rolle fĂŒr die LebensqualitĂ€t.
Ein besseres Miteinander:
Welle der Freundlichkeit
Freundlichkeit wirkt nicht nur auf den Handelnden selbst. Menschen, die ein freundliches Verhalten beobachten, handeln selbst anschlieĂend hĂ€ufiger freundlich. Grund dafĂŒr sind unsere Spiegelneuronen, die in dem Beobachter dieselben Hirnbereiche aktivieren wie in dem Menschen, der freundlich handelt. Das fĂŒhrt beim Beobachten von Freundlichkeit zu einer höheren Motivation, das Gleiche zu tun.
Wenn wir Freude und Dankbarkeit bei Menschen sehen, wĂŒnschen wir uns unbewusst, dasselbe in anderen auszulösen. Freundlichkeit ist also nicht nur ein Bumerang, sondern eine Welle, die durch eine Gesellschaft laufen und allen dabei helfen kann, gesund zu bleiben.
Gesund bleiben durchs Helfen
Eine Studie der UniversitÀt Gent zeigt: Auch ein Ehrenamt hilft dabei, gesund zu bleiben. Denn Hilfsbereitschaft hat den gleichen Effekt auf unseren Körper wie Freundlichkeit.
Selbst gesund zu bleiben ist dann noch ein positiver Nebeneffekt, wenn wir anderen helfen.
Quellen:
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/ehrenamt-freundlichkeit-dopamin-gesundheit-wohlbefinden-100.html
https://www.psychiatry.org/news-room/apa-blogs/mental-health-benefits-simple-acts-of-kindness
Fryburg DA.: âKindness as a Stress Reduction-Health Promotion Intervention: A Review of the Psychobiology of Caringâ, American Journal of Lifestyle Medicine, 29. Januar 2021. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8848115/












