Zeckenzeit
BORRELIOSE ERKENNEN: SO DEUTEN SIE WARNZEICHEN NACH EINEM ZECKENSTICH RICHTIG
Seite 1/1 3 Minuten
Sie sind klein, unscheinbar â und lieben es, menschliches Blut zu saugen. Das macht Zecken gefĂ€hrlich. Denn sie können dabei Krankheitserreger wie FSME-Viren oder Borrelien, also bestimmte Bakterien, ĂŒbertragen â mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.
FSME steht fĂŒr FrĂŒhsommer-Meningo-Enzephalitis. Die Viren können eine EntzĂŒndung der HirnhĂ€ute, des Gehirns und des RĂŒckenmarks auslösen. Dann kommt es zu einem zweigipfligen Fieber, Kopfschmerzen, Ăbelkeit und AusfĂ€llen des Nervensystems.
Bei einem schweren Verlauf können sogar LĂ€hmungen auftreten. Auch eine Infektion mit Borrelien kann schwer verlaufen. Möglich sind etwa eine chronische EntzĂŒndung der Haut, Nervenschmerzen oder GesichtslĂ€hmungen. âGegen FSME kann man sich mit einer Impfung schĂŒtzen, eine solche Impfung gibt es gegen Borreliose allerdings nichtâ, sagt Prof. Frank Erbguth von der Deutschen Hirnstiftung. Doch Forscher arbeiten bereits an einem Impfstoff. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig Borreliose zu erkennen.
Was ist Borreliose â und wie lĂ€sst sich Borreliose erkennen?
Borreliose wird auch Lyme-Borreliose genannt â benannt nach einer US-amerikanischen Stadt, in der sie 1975 erstmals beschrieben wurde. Auslöser sind Bakterien der Art Borrelia burgdorferi.
Diese Erkrankung kann ĂŒberall in Deutschland durch Zecken ĂŒbertragen werden â die Ansteckung erfolgt nicht von Mensch zu Mensch. Besonders in den Sommermonaten Juni bis August tritt sie gehĂ€uft auf. Wer Borreliose erkennen will, sollte die Warnzeichen kennen.
Wie kommt es zu einem Zeckenstich?
Zecken lauern im GebĂŒsch, Gras oder Unterholz. Beim Wandern, Joggen oder Spazieren können sie sich an die Kleidung heften und schlieĂlich zur Haut vordringen.
Sie bevorzugen feuchte, warme und behaarte Hautstellen â etwa Achselhöhlen oder hinter den Ohren. Mit einem speziellen StechrĂŒssel bohren sie sich in die Haut â korrekt spricht man vom Zeckenstich, nicht vom Biss. Ihr Speichel enthĂ€lt betĂ€ubende und entzĂŒndungshemmende Stoffe â so bleibt der Stich oft unbemerkt.
Aktuelles zu Zecken und FSME:
Wie hoch ist das Infektionsrisiko?
Nicht jede Zecke ĂŒbertrĂ€gt Borreliose. Etwa 20 Prozent der Tiere sind TrĂ€ger â aber nicht jeder Stich fĂŒhrt zu einer Infektion. Laut Robert Koch-Institut kommt es bei nur 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche mit Symptomen zu einer Erkrankung.
Die Borrelien sitzen im Darm der Zecke und gelangen erst nach mehreren Stunden ins Blut. FrĂŒhzeitiges Entfernen senkt das Risiko.
Zeckenstich Symptome: Welche Anzeichen sprechen fĂŒr eine Infektion?
Ein Zeckenstich bleibt oft folgenlos. Doch wenn sich Symptome zeigen, können sie vielfÀltig sein. Wer Borreliose erkennen möchte, sollte auf folgende Hinweise achten:
- HautverĂ€nderungen: HĂ€ufig zeigt sich eine sogenannte Wanderröte nach Zeckenstich â ein roter, sich vergröĂernder Fleck rund um die Einstichstelle, meist drei bis 30 Tage nach dem Stich. Wird dieser gröĂer als ein Zwei-Euro-StĂŒck, sollte man Ă€rztlichen Rat einholen. Auch knotige oder blĂ€uliche HautverĂ€nderungen können auftreten.
- Nervensystem: Die sogenannte Neuroborreliose betrifft das Nervensystem. Typische Beschwerden sind brennende Nervenschmerzen, Taubheit, Kribbeln oder sogar GesichtslĂ€hmungen. Bei Kindern kann es zu einer HirnhautentzĂŒndung kommen.
- Gelenke: Wiederkehrende GelenkentzĂŒndungen, vor allem in den Knien, können Hinweise auf Lyme-Arthritis sein â eine mögliche SpĂ€tfolge.
- Herz: In seltenen FĂ€llen kann Borreliose das Herz befallen. Mögliche Symptome sind Herzrhythmusstörungen oder EntzĂŒndungen.
Wann sollte man Àrztliche Hilfe holen?
Wer Borreliose erkennen will, sollte nicht zögern, medizinischen Rat einzuholen â vor allem bei grippeĂ€hnlichen Beschwerden nach einem Zeckenstich. Ansprechpartner ist die HausĂ€rztin oder der Hausarzt. Bei Bedarf erfolgt eine Ăberweisung zu FachĂ€rzten wie Dermatolog:innen oder Neurolog:innen.
Borreliose Behandlung: Warum frĂŒhe Diagnose wichtig ist
Eine frĂŒh erkannte Infektion lĂ€sst sich gut mit Antibiotika behandeln. Je frĂŒher die Therapie beginnt, desto gröĂer ist die Chance auf vollstĂ€ndige Heilung. Eine verschleppte Borreliose kann dagegen chronisch verlaufen.
Wie schĂŒtzt man sich vor Zecken?
SchĂŒtzende Kleidung ist sinnvoll, aber im Sommer nicht immer praktikabel. Zeckenschutzmittel helfen, Zecken abzuhalten.
Nach Aufenthalten in der Natur sollten Körper und Kleidung grĂŒndlich abgesucht werden â insbesondere Achseln, Haaransatz, Kniekehlen und Leisten.
Quelle: dpa












