Einem weißen Labrador Retriever laufen vier Zecken über die Schnauze.© Andreas Häuslbetz/iStock/Getty Images Plus
Auch unsere Vierbeiner brauchen einen guten Schutz vor Zeckenbissen.

Hundemalaria

ZECKEN ÜBERTRAGEN FÜR HUNDE TÖDLICHE BABESIOSE

Zecken können zahlreiche Parasiten übertragen. Auch Hunde trifft es immer öfter mit schweren Komplikationen. Die als Hundemalaria bekannte Babesiose sehen Tierkliniken immer öfter. Was ist das und was hilft?

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Eine in den 1970er Jahren aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Zeckenart namens Dermacentor rectulatus überträgt den für Hunde gefährlichen Einzeller Babesia canis. Dieser Blutparasit verursacht schwere Blutbildungsstörungen, die unbehandelt tödlich enden. Weil die Tiere stark leiden, sollte der Schutz vor Zecken unbedingt ernst genommen werden.

Wegen des Klimawandels breitet sich die Babesiose seit rund 15 Jahren immer mehr aus und kommt in ganz Deutschland vor. Hier lesen Sie, bei welchen Symptomen Besitzer handeln sollten.

Zecken beim Hund: ganzjährige Gefahr

Zecken stellen nicht nur für Menschen und Hunde gleichermaßen eine Gefahr dar. Bakterielle Erkrankungen wie Borreliose oder Virusinfekte wie Frühsommer-Meningo-Enzephalitis dürften mittlerweile viele kennen.

In den letzten Jahren breitet sich eine besondere Zecke aus, die für Hunde und Menschen problematisch ist. Die Wiesenzecke Dermacentor rectulatus, die zu den Buntzecken gehört, erkennt man gut am bräunlichen, hell gefleckten Rückenschild. Sie lebt in Langgraswiesen und an Waldrändern. Menschen zählen nicht zu ihren Hauptwirten, daher erkranken diese selten. Q-Fieber, eine bakterielle Infektion, verläuft oft unbemerkt und heilt meist wieder ab. Tularämie, auch als Hasenpest bekannt, kann dagegen tödlich enden, kommt aber selten vor.

Die Wiesenzecke überträgt auf Hunde in den letzten Jahren vermehrt Babesiose. Milde Winter führen dazu, dass mehr Nagetiere überleben, in denen die Larven und Nymphen der Zecke schlummern. Schutz bietet nur ein konsequenter, ganzjähriger Schutz vor Zeckenbissen.

Hundemalaria ist schwer zu behandeln

Babesiose wird auch als Hundemalaria bezeichnet, weil sie ähnliche Beschwerden auslöst. Der Parasit aus der Zecke befällt die roten Blutkörperchen der Hunde und zerstört sie. Oft tritt Fieber auf, Blutarmut und Erschöpfung.

Wird die Hundemalaria nicht behandelt, führt sie zu Entzündungen, Blutungen und Organ- und Nervenschäden und verläuft in der Regel schnell tödlich. Fällt der Vierbeiner durch Schwäche, Appetitlosigkeit, Fieber oder starke Gewichtsabnahme auf, sollte man tierärztlichen Rat einholen.

Die Tiere leiden stark unter der Erkrankung. Da die Behandlung schwierig ist und sehr von einer schnellen Diagnose abhängt, ist der Schutz vor Zecken die beste Möglichkeit, die Ansteckung mit Hundemalaria zu verhindern. Impfstoffe befinden sich noch in der Erprobung.

Schutz vor Zecken immer wichtiger

Wirksamen Schutz vor Zecken bieten zahlreiche Wirkstoffe. Repellenzien, die als Lösung aufgetropft oder aufgesprüht werden, wehren die Plagegeister meist für mehrere Wochen ab. Am besten wählt man einen Wirkstoff, der die Zecke auch abtötet, bevor sie den Hund stechen kann. Hier können Sie ohne Rezept Produkte mit Permethrin abgeben, diese sind aber auch in der Tierarztpraxis erhältlich. Permethrin wehrt Zecken bei Hunden ab und wirkt gleichzeitig als Nervengift.

Auch verschreibungspflichtige Halsbänder wehren Zecken ab und töten sie zuverlässig. Die Hunde tragen sie während der gesamten Wirkdauer von mehreren Monaten ununterbrochen.

Substanzen zum Eingeben vergiften Zecken, sobald sie den Hund stechen. Je nach Wirkstoff wirken sie unterschiedlich lange und sind teilweise rezeptpflichtig. Ein geringes Restrisiko der Übertragung von Parasiten bleibt hierbei.

Nach jedem Spaziergang empfiehlt sich trotz Schutzmaßnahmen immer das gründliche Absuchen nach Zecken – und zwar bei Hund und Mensch.

Quellen:
https://wissenschaft.de/artikel/gefahr-fuer-hunde-von-zecken-uebertragener-blutparasit-breitet-sich-aus
https://tiermedizin.thieme.de/hund-katze-co/fachbeitraege/detail/kanine-babesiose-eine-neue-gefahr-804

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