Gemüse, Obst, Hanteln und Maßband neben einer Wasserflasche und einem Wecker auf dem 2025 und 2026 steht © Wand_Prapan / iStock / Getty Images Plus
Zum Start ins neue Jahr setzen sich viele Menschen den Vorsatz, sich 2026 gesünder zu ernähren.

Neujahrsvorsätze

7 EINFACHE GEWOHNHEITEN FÜR EINE GESÜNDERE ERNÄHRUNG

Dauerhaft gesünder essen: Das klappt nur mit Diäten oder komplizierten Ernährungsplänen? Nein! Expert*innen teilen ihre besten Tipps – von Tellertrick bis zum cleveren Tauschen in Kantine oder Restaurant. Hier kommen sieben Gewohnheiten für eine gesündere Ernährung in 2026.

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Weniger Zucker, mehr Gemüse, endlich genug Wasser trinken und nicht mehr so viele Snacks nebenbei: Zum neuen Jahr fassen viele Menschen den Vorsatz, sich gesünder zu ernähren. Doch wie setzt man das um, ohne in Woche drei wieder alles hinzuwerfen?

Wichtig ist, seine eingefahrenen Gewohnheiten nicht über Nacht ändern zu wollen. Eine gesündere Ernährung zu etablieren, kostet Zeit. Man sollte daher nicht verzweifeln, wenn sich in Woche vier noch kein Effekt eingestellt hat.

1. Ernährungsgewohnheiten ändern mit dem Tellerprinzip

Nicht nur was auf den Teller kommt, ist ausschlaggebend, sondern auch das „Wie“. „Füllen Sie die Hälfte immer mit leckerem Gemüse oder Salat“, sagt Urte Brink, Diplom-Ökotrophologin. Ein Viertel ist für Proteine wie Fisch oder Fleisch oder vegane Eiweißquellen wie Tofu oder Tempeh reserviert. Das letzte dann für Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Getreide.

„Dabei ist es erst einmal egal, ob es Sahne-Schnitzel oder mageres Hühnchen ist. Auch Rahmgemüse ist besser als keines“,

sagt Ernährungsmediziner Matthias Riedl. Auf den Teller darf also, was schmeckt – solange die Anordnung der Komponenten stimmt. Wer Ernährungsgewohnheiten ändern möchte, kann genau hier ansetzen.

2. Einfach gesund essen – aber nur dreimal täglich

Wer bei den Mahlzeiten den Fokus auf Gemüse legt, nimmt eine gute Menge Ballaststoffe zu sich. Und die sind in unserer Ernährung willkommen, weil sie uns länger satt halten. Das erleichtert Matthias Riedls nächste Faustregel, bei der Snack-Fans jetzt tapfer sein müssen: Bleiben Sie bei drei Mahlzeiten am Tag. Wenn wir unserem Verdauungssystem nämlich vier bis fünf Stunden Pause gönnen, sinkt der Insulinspiegel – was wiederum die Fettverbrennung anregt.

Wichtig: Tellerprinzip einhalten, langsam genießen, wirklich satt werden. Sie neigen dazu, Ihre Mahlzeiten herunterzuschlingen? Für Schnellesser hat Urte Brink einen simplen Trick: „Mit einer Kuchengabel werden die Bissen automatisch kleiner.“

So lässt sich einfach gesünder essen – mit kleinen Veränderungen im Alltag und besseren Gewohnheiten für die Ernährung.

3. Naschen erlaubt – aber zum richtigen Zeitpunkt

Kuchen, Kekse, Pralinen sind erlaubt. „Aber nur direkt nach den Hauptmahlzeiten, am besten nach dem Mittagessen“, sagt Matthias Riedl. Wer seine Naschereien also dorthin verlegt, anstatt sie zwischendurch zu verputzen, vermeidet starke Blutzuckerschwankungen und erlebt dadurch insgesamt weniger Heißhunger auf Süßes.

Diese einfache Regel hilft dabei, Ernährungsgewohnheiten zu ändern, ohne auf Genuss verzichten zu müssen.

4. Trinken nicht vergessen: Flüssigkeit als Teil gesunder Gewohnheiten

Die empfohlenen 1500 bis 2000 Milliliter Wasser oder Tee fallen nicht immer leicht.

„Stellen Sie sich morgens eine Karaffe auf den Schreibtisch oder an einen zentralen Ort in der Wohnung“,

rät Urte Brink. „Zitronen- oder Gurkenscheiben machen's attraktiver.“ Unterwegs gehört die Trinkflasche genauso in die Tasche wie Handy und Schlüssel. „Dann passiert der Griff dorthin automatisch.“

Wem Wasser zu fad ist, dem legt Matthias Riedl einen Besuch im Teeladen ans Herz. „Es gibt so viele leckere Sorten, einfach ausprobieren!“ Auch frischer Ingwer, aufgebrüht mit einer Prise Zimt, macht's etwas spannender.

Grünes Licht gibt es übrigens für Kaffee-Fans: „Seine gesundheitlichen Vorteile sind gut erforscht, gern ein Tässchen mehr“, sagt der Ernährungsmediziner. Vorausgesetzt, es sprechen keine gesundheitlichen Gründe – wie etwa eine Schwangerschaft – dagegen.

Der Ernährungsmediziner rät zudem, direkt nach dem Aufstehen mit zwei großen Gläsern grünem Tee das nächtliche Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Der Grüntee liefert Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen und vor Zellschäden schützen. Am Abend trinkt man hingegen lieber etwas weniger. „Damit man nachts nicht aufstehen muss und besser durchschläft.“ Auch das trägt zur Gesundheit durch neue Gewohnheiten für eine gesündere Ernährung bei.

5. Darmmikrobiom stärken durch Vielfalt auf dem Teller

Als Gewohnheitswesen, die wir sind, landet bei den meisten immer wieder das Gleiche auf dem Teller. „Mehr Vielfalt sorgt für ein gesünderes Darmmikrobiom, was unter anderem die Abwehrkräfte stärkt“, sagt Matthias Riedl.

Sein Tipp: „Kaufen Sie ein Kochbuch und probieren Sie jede Woche ein neues Rezept. Legen Sie außerdem pro Einkauf zwei ungewohnte Lebensmittel in den Korb.“

Auch Kochen mit Freunden oder neue Restaurants ausprobieren erweitert den kulinarischen Horizont. Urte Brink fasst zusammen:

„Wählen Sie Ihr Gemüse farbenfroh, experimentieren Sie mit Gewürzen, seien Sie offen für Neues.“

Ein bunter Speiseplan hilft nicht nur, das Darmmikrobiom zu stärken, sondern fördert auch dauerhaft bessere Gewohnheiten für eine gesündere Ernährung. Und das ist leichter als gedacht:

Im Schnitt braucht es nur 21 Tage, bis aus einer neuen Handlung eine feste Routine wird.

6. Einfach gesünder essen – auch unterwegs

Für fast jedes Gericht gibt es eine gesündere Variante, die oft genauso lecker ist, weiß Ernährungsberaterin Brink. Einfachste Orte der Umsetzung sind Kantine oder Restaurant. Tauschen kann man zum Beispiel:

  • Pommes oder Kroketten gegen Pellkartoffeln
  • Würstchen gegen Steak oder Fisch
  • Schokomousse gegen Quarkspeise
  • Und: Bei Reis und Nudeln die Vollkornvariante vorziehen

Noch ein Trick: „Ein Salat mit sparsam Dressing vorweg füllt den Magen und spart Kalorien“, sagt Urte Brink. Ebenso gilt: Erst probieren, dann nachsalzen. Wer solche einfachen Tricks kennt, kann gesünder essen – auch im Alltag und unterwegs. Und genau das ist der Schlüssel zu langfristigen Gewohnheiten.

7. Ernährungsgewohnheiten ändern ohne Druck

Essen soll Spaß machen und nicht mit Reue oder Versagensgefühlen verknüpft sein. Diätdenken ist überholt und gehört aus dem Kopf verbannt, sind Riedl und Brink überzeugt.

Den Gedanken „Das darf ich nicht mehr“ ersetzt man am besten durch „Das mache ich ab jetzt etwas anders“. Und wenn es mal nicht klappt? Dann lautet die gute Nachricht: Am nächsten Tag kann man es erneut versuchen. Genau diese Gelassenheit ist entscheidend, um dauerhaft Ernährungsgewohnheiten zu ändern und dabei neue Routinen zu etablieren – ganz ohne Druck.

Quelle: dpa

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