Nahaufnahme Multivitaminsaftflaschen im Supermarkt © Ashish Kumar / iStock / Getty Images Plus
Der aktuelle „Öko-Test“ zu Multivitaminsäften zeigt eine ernüchternde Bilanz: Von 18 getesteten Produkten schneidet nur ein Saft mit „gut“ ab.

Bedenklich

MULTIVITAMINSAFT IM „ÖKO-TEST“: GUT IST NUR EINER

Wer sich ein Glas Multivitaminsaft einschenkt, will seinen Körper mit wichtigen Vitaminen versorgen. Doch laut „Öko-Test“ sind Vitaminzusätze darin oft zu hoch dosiert – das kann problematisch sein.

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Maracuja, Orange, Ananas: Auf den Verpackungen von Multivitaminsaft prangen allerlei exotische Früchte. Wer ein solches Produkt in den Wagen legt, kauft aber zum Großteil Apfelsaft – bis zu 80 Prozent beträgt sein Anteil in den Saftmischungen. Im Öko-Test liegt der Fokus aber nicht nur auf der Saftbasis, sondern vor allem auf Inhaltsstoffen wie Vitaminzusätzen in Säften und Rückständen.

Was steckt noch drin? Diese Frage stand im Zentrum vom Multivitaminsaft-Test der Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 1/2026), die 18 Produkte analysiert hat. Das Ergebnis: Nur ein einziger Saft erhält die Note „gut“. „Wir sehen bei vielen der gelborangenen Säfte rot“, heißt es in der Bewertung. Insbesondere zwei Hauptprobleme führen im Multivitaminsaft-Testzu deutlicher Kritik.

Zu hohe Vitaminzusätze in Säften

Dass ein Multivitaminsaft eine breite Palette an Vitaminen liefert, liegt an künstlichen Zusätzen. Im Testzeigte sich: Von Vitamin C über Vitamin E bis Folsäure – bis zu elf Vitaminzusätze in Säften werden von Herstellern beigefügt. Und zwar oft in zu hoher Dosierung.

Das Problem: „Viel hilft viel“ gilt bei Vitaminen nicht. Überschüssige Mengen scheidet der Körper zwar meist wieder aus – es entsteht lediglich teurer Urin. Doch bei einigen Stoffen drohen Gesundheitsrisiken.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Höchstmengenempfehlungen für Vitaminzusätze in Säften definiert, überschreitet jeder getestete Saft mindestens einen dieser Grenzwerte. Im Multivitaminsaft-Test waren es in den meisten Fällen sogar drei oder vier überdosierte Vitaminzusätze in Säften. Besonders kritisch: Ein Produkt enthält Vitamin A – ein Zusatz, den das BfR mit Ausnahme von Margarine nicht empfiehlt.

Zu hohe Mengen können vor allem in der Schwangerschaft problematisch sein und das Risiko für Fehlbildungen erhöhen.

Pestizide in Fruchtsäften bleiben ein Problem

Auch die Pestizide im Multivitaminsaft sorgten im Test für Abwertungen. In 15 von 18 Produkten fanden die Testerinnen und Tester ein Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittels Captan. Zwar gilt dieses Abbauprodukt nicht als krebserregend – das Ursprungs-Pestizid hingegen schon. Deshalb wurde die Belastung im Multivitaminsaft-Test negativ bewertet.

Hinzu kommen weitere Pestizide im Multivitaminsaft. In einigen Fällen fanden sich bis zu vier verschiedene Rückstände in einem Produkt. Laut „Öko-Test“ stellen die gemessenen Mengen zwar keine akute Gesundheitsgefahr dar, jedoch ist über mögliche Wechselwirkungen zwischen den Rückständen nur wenig bekannt. Auch das führte im Multivitaminsaft-Testzu Punktabzügen.

Nur ein Saft überzeugt im Multivitaminsaft-Test

Die Hälfte der getesteten Multivitaminsäfte fällt im Test mit den Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Nur bei einem einzigen Multivitaminsaft stimmten sowohl die Vitaminzusätze als auch die Belastung mit Pestiziden.

Dieser Hersteller kann überzeugen: Der K-Classic Multivitaminsaft von Kaufland (Glockengold) erhält als einziger die Note „gut“.

Der aktuelle Öko-Test zeigt: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten genau hinschauen, wenn sie einen vermeintlich gesunden Multivitaminsaft kaufen. Denn nicht alle Produkte sind so ausgewogen, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

Quelle: dpa

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