Januarseite im Kalender darĂŒber ein umgestoßenes Weinglas mit Rotwein-Rest© Andreas HĂ€uslbetz / iStock / Getty Images Plus
Wer einen Monat auf Alkohol verzichtet, soll besser schlafen, abnehmen und bessere Haut bekommen. Aber stimmt das? Das steckt wirklich hinter dem Dry January.

Alkoholpause

WAS DER DRY JANUARY FÜR DIE GESUNDHEIT BRINGT

Ein Monat ohne Alkohol: Das klingt fĂŒr Sie im ersten Moment nach Verzicht und wenig Spaß? FĂŒr die Gesundheit ist so ein Dry January aber ein Gewinn. Ein Überblick ĂŒber Effekte – von Schlaf bis Haut.

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Hier GlĂŒhwein, da Sekt: An den Feiertagen haben viele von uns mehr Alkohol getrunken als sonst. FĂŒr die Gesundheit ist es eine gute Idee, im neuen Jahr – zumindest erst einmal – das Kontrastprogramm einzulegen. 

„Ein Dry January – also der Verzicht auf Alkohol fĂŒr den Monat Januar – bietet dem Körper die Möglichkeit, sich von den Belastungen durch regelmĂ€ĂŸigen Alkoholkonsum zu erholen“, so Stephanie Eckhardt, Referatsleiterin SuchtprĂ€vention im Bundesinstitut fĂŒr Öffentliche Gesundheit (BIÖG). 

Was macht Alkoholkonsum mit unserer Gesundheit? 

Was viele von uns in feuchtfröhlicher Feierlaune gern vergessen oder verdrĂ€ngen: Alkohol tut unserem Körper nicht gut. Das Zellgift steht im Zusammenhang mit mehr als 200 verschiedenen negativen gesundheitlichen Folgen, heißt es von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE). 

So erhöht Alkohol nicht nur das Risiko fĂŒr UnfĂ€lle und Verletzungen, sondern auch fĂŒr verschiedenste Erkrankungen, zum Beispiel: 

‱ Lebererkrankungen, wie eine Fettleber. Das Organ baut Alkohol nĂ€mlich ab, trinkt man viel, wird es stark belastet.
‱ Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Alkohol zu trinken erhöht das Risiko fĂŒr Bluthochdruck, der wiederum das Risiko fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle steigen lĂ€sst.
‱ Krebs: Alkohol steigert das Risiko fĂŒr Krebsarten wie Darm-, Brust- und Speiseröhrenkrebs, heißt es vom Krebsinformationsdienst.

Die Annahme, dass ein gelegentliches Glas Rotwein keinerlei Schaden anrichtet, ist ĂŒbrigens ein Mythos. „Selbst geringe Mengen können das Risiko fĂŒr verschiedenste Krankheiten erhöhen und damit die Gesundheit gefĂ€hrden“, schreibt die DGE online. 

Welche Effekte hat ein Dry January? 

Schon nach wenigen Wochen ohne Alkohol im Dry January kann sich Stephanie Eckhardt zufolge die Leberfunktion normalisieren. Außerdem kann es den Blutdruck senken, womit sich das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. 

„Wie schnell sich aber gesundheitliche Effekte beim Alkoholverzicht einstellen und welche es konkret sind, ist individuell sehr verschieden“, so die Expertin. Einfluss hat – neben Vorerkrankungen – unter anderem, wie viel man zuvor getrunken hat. 

Dass Krankheitsrisiken durch den Alkoholverzicht sinken, können wir nicht spĂŒren. Es gibt aber Effekte, die man möglicherweise bemerkt: 

‱ Besserer Schlaf: „Alkohol stört die Tiefschlafphase“, so Eckhard.
‱ „Viele merken nach dem Verzicht, dass sie erholter aufwachen.“
‱ Hilfe beim Gewichtsverlust: Alkohol liegt mit seinen 7 Kilokalorien pro Gramm gar nicht so weit hinter Fett (9 Kilokalorien pro Gramm). Dazu kommt, dass er Heißhunger fördert. Wer sich also 2026 ohnehin vorgenommen hat, ein paar Kilos zu verlieren, dem hilft ein Alkoholverzicht dabei.
‱ Bessere Haut: „Alkohol entzieht dem Körper Wasser und kann Hautunreinheiten begĂŒnstigen. Durch den Verzicht kann man ein frischeres Hautbild erhalten“, so Eckhardt.
‱ Stabilere Psyche: Alkohol kann Ängste und Stimmungsschwankungen verstĂ€rken – wer ihn weglĂ€sst, fĂŒhlt sich womöglich besser.

Wie mache ich nach einem Monat ohne Alkohol weiter? 

Im besten Fall hĂ€ngt man einen Dry February an. Schließlich gilt: „Je lĂ€nger auf Alkohol verzichtet wird, desto besser“, so Stephanie Eckhardt. Wer eine Weile alkoholfrei unterwegs war, dem fĂ€llt es oft leichter, weiterhin nicht oder weniger zu trinken. 

Das gilt vor allem dann, wenn man den Dry January genutzt hat, um sich mit dem eigenen Trinkverhalten zu beschĂ€ftigen. Folgende Fragen helfen dabei: 

‱ In welchen Situationen greife ich zu Alkohol – aus Gewohnheit, Stress, Langeweile, sozialem Druck?
‱ Wie viel trinke ich tatsĂ€chlich?
‱ Welche alkoholfreien GetrĂ€nke oder AktivitĂ€ten machen mir Spaß?
‱ Wie leicht oder schwer ist es fĂŒr mich, den Alkohol wegzulassen?

Doch was, wenn man merkt, dass der Verzicht kaum klappt oder das Verlangen in den alkoholfreien Wochen sehr stark wird? „Dann kann das ein Hinweis auf eine entstehende AbhĂ€ngigkeit sein“, so die Expertin. Ein erster Schritt ist dann, Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle aufzunehmen, die auch zur Vorbeugung berĂ€t.

Quelle: dpa

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