Energiezufuhr
KETO-DIĂT SCHADET LANGFRISTIG LEBER
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Bei einer Keto-DiĂ€t verzichten Menschen bewusst auf Kohlenhydrate, die bei einer vollwertigen Mischkost mehr als 50 Prozent der tĂ€glichen Energiezufuhr ausmachen. WĂ€hrend bei einer Mischkost die Fettmenge gering gehalten werden sollte, macht sie bei der Keto-DiĂ€t den gröĂten Anteil aus. Es ergibt sich also folgende Aufteilung bei einer ketogenen ErnĂ€hrungsform: 10 Prozent Kohlenhydrate, 20 Prozent Protein und 70 Prozent Fett.
Dadurch wird der Körper in den Zustand einer Ketose versetzt. Sobald dem Körper sein sonstiger Hauptlieferant (Glucose aus Kohlenhydraten) fehlt und die Kohlenhydratspeicher aufgebraucht sind, schaltet er auf Lipolyse um. Durch eine Keto-DiĂ€t bildet die Leber aus den freien FettsĂ€uren daher mehr Ketone, die fortan den Mitochondrien als Zell-Treibstoff dienen. Ein Ă€hnlicher Zustand wird ĂŒbrigens durchs Fasten erreicht.
Keto-DiĂ€t bei Diabetes â was bringts?
Eine Keto-DiÀt soll
- die Bildung freier Radikale reduzieren,
- die Zellreinigung (Autophagie) stimulieren,
- das Immunsystem anregen,
- die Fettverbrennung steigern und somit beim Abnehmen unterstĂŒtzen,
- ĂŒber die Bildung des Ketonkörpers Butyrat entzĂŒndungshemmend wirken.
Verschiedene wissenschaftliche Studien beschÀftigen sich daher mit den Auswirkungen einer Keto-DiÀt auf verschiedene Krankheitsbilder, beispielsweise in der Onkologie, Neurologie oder Endokrinologie. Auch soll sich eine Keto-DiÀt auf einen Diabetes positiv auswirken, den Glucose-Stoffwechsel verbessern, Gewicht reduzieren und den Langzeitblutzuckerwert senken.
Ein Forschungsteam um Molly Gallop von der University of Utah in Salt Lake City warnt nun aber vor unvorhergesehen Langzeitfolgen, denn die diese seien bei einer Keto-DiĂ€t noch nicht ausreichend erforscht. In ihren Untersuchungen fĂŒtterten sie MĂ€use mit unterschiedlich zusammengesetzten Futter. WĂ€hrend eine Gruppe eine Keto-DiĂ€t erhielt, bekamen andere etwas weniger, aber immer noch viel Fett, zwei weitere Gruppen wurden fettarm ernĂ€hrt.
Keto-DiÀt verÀndert Stoffwechsel mit Folgen
TatsĂ€chlich hielten die MĂ€use mit Keto-DiĂ€t zunĂ€chst ihr Gewicht oder reduzierten es sogar ein wenig â Ă€hnlich wie die fettarm ernĂ€hrten MĂ€use. Die fettreich ernĂ€hrten MĂ€use legten hingegen zu. Ob dies an der Stoffwechsellage unter Keto-DiĂ€t lag, können die Forschenden allerdings nicht beurteilen: âDiese Unterschiede können zumindest teilweise damit erklĂ€rt werden, dass die Keto-MĂ€use von sich aus weniger fraĂen als ihre Artgenossen mit der 60-Prozent-Fett-DiĂ€t.â Nach zehn Wochen drehte sich das Bild und die MĂ€use mit Keto-DiĂ€t legten krĂ€ftig zu. Gallop schreibt dazu: âDie ketogene DiĂ€t fĂŒhrte langfristig nicht zu einer Reduktion des Körpergewichts und sollte daher nicht als MaĂnahme gegen Ăbergewicht oder Diabetes angesehen werden.â
Ist eine Keto-DiÀt bei Diabetes also eine schlechte Idee?
Ein Blick auf die Stoffwechsellage bestĂ€tigt diese Vermutung â zumindest bei den MĂ€usen: âJe lĂ€nger die Tiere ketogen ernĂ€hrt wurden, desto stĂ€rker entwickelten sie eine Glukoseintoleranz und eine gestörte Insulinsekretion.â Auch die fettreich ernĂ€hrten MĂ€use nahmen an Gewicht zu und entwickelten Anzeichen eines Diabetes Typ 2 mit mangelnder InsulinsensitivitĂ€t. AuffĂ€llig ist dabei: Die MĂ€use mit Keto-DiĂ€t zeigten zwar eine höhere InsulinsensitivitĂ€t, aber die Beta-Zellen der BauchspeicheldrĂŒsen waren durch die Ketone so geschĂ€digt, dass sie weniger Insulin (trotz Reiz) produzierten.
Insgesamt bewirkte eine Keto-DiÀt folgende Auswirkungen auf den Stoffwechsel der MÀuse:
âą nachlassende Insulinproduktion in den Beta-Zellen
⹠stark erhöhte Cholesterinwerte
âą Entwicklung einer Fettleber.
Sind die Ergebnisse ĂŒbertragbar?
NatĂŒrlich sind Beobachtungen an MĂ€usen nicht 1:1 auf den Menschen ĂŒbertragbar. Dennoch decken sich die Ergebnisse der Untersuchung mit den Berichten von Patienten, die langfristig eine Keto-DiĂ€t verfolgen, um die Symptomatik bestehender Krankheitsbilder zu verbessern. So entwickelten Epilepsie-Patienten mit Keto-DiĂ€t hĂ€ufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndungen und hohe Blutfettwerte.
Eine generelle Empfehlung der Keto-DiĂ€t, gerade bei Diabetes, sollte daher ĂŒberdacht werden. Sollten Ihre Kund*innen mit Diabetes eine solche DiĂ€t verfolgen wollen, sollte sie unbedingt Ă€rztlich begleitet werden.
Quelle: https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/keto-diaet-auf-dem-pruefstand/












