Junges MÀdchen mit Fernbedienung in der Hand © Liderina / iStock / Getty Images Plus
Fernsehwerbung fĂŒr Junk-Food gibt es in Großbritannien nur noch nach 21 Uhr.

NĂ€hrwert

BRITISCHES WERBEVERBOT FÜR JUNK-FOOD WIRD UMGESETZT

Weniger Werbung fĂŒr Ungesundes: Vor allem Kinder sollen dadurch geschĂŒtzt werden. Die britische Regierung erhofft sich langfristig Milliardeneinsparungen im Gesundheitssektor.

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Chips, Pommes, Schokolade und Limonaden: Werbung fĂŒr ungesunde Lebensmittel wird in Großbritannien seit dem 1. Oktober nur noch nach 21 Uhr im Fernsehen gesendet und im Internet gar nicht mehr. Damit kommt die Industrie einem Verbot zuvor, das Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten und dabei helfen soll, Fettleibigkeit bei Kindern zurĂŒckzudrĂ€ngen.

Die britische Labour-Regierung, die das Vorhaben bereits von der konservativen VorgĂ€ngerregierung ĂŒbernommen hat, erhofft sich von der neuen Regelung, dass Lebensmittelproduzenten den Zucker- und Fettgehalt vieler Speisen verringern. Der Speiseplan von Kindern im Land werde um 7,2 Milliarden Kalorien reduziert, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums in London.

Jedes zehnte vierjÀhrige Kind leidet an Fettleibigkeit

Welche Lebensmittel von dem Werbeverbot betroffen sind, wird durch eine Beurteilung von deren NĂ€hrwert sowie dem Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren, Salz und Zucker bewertet. Langfristig sollen dadurch auch Milliarden Pfund an Behandlungskosten fĂŒr den Gesundheitsdienst NHS entfallen.

In Großbritannien leidet Behördenangaben zufolge inzwischen jedes zehnte Kind im Alter von vier Jahren an Fettleibigkeit. Jedes FĂŒnfte hat demnach im Alter von fĂŒnf Jahren Karies.

In Deutschland hatte der damalige BundesernĂ€hrungsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) 2023 versucht, Werbeverbote fĂŒr ungesunde Produkte mit Blick auf Kinder auf den Weg zu bringen. Das scheiterte aber am Widerstand der damals mitregierenden FDP und wurde bis zum Bruch der Ampel-Koalition nicht umgesetzt. Die jetzige schwarz-rote Bundesregierung hat keine derartigen PlĂ€ne im Koalitionsvertrag vorgesehen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch rief die Bundesregierung auf, dem Beispiel aus Großbritannien zu folgen.

„Fast 90 Prozent aller Menschen in Deutschland wĂŒnschen sich strenge Werbeschranken, um Kinder zu schĂŒtzen“,

sagte Anne Markwardt, die bei Foodwatch fĂŒr Kampagnen und Recherche zustĂ€ndig ist. Das sei ein klarer Arbeitsauftrag fĂŒr ErnĂ€hrungsminister Alois Rainer (CSU).

Quelle: dpa

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