Buch mit 2026 auf dem Rücken, daneben Richterhammer© Zerbor / iStock / Getty Images Plus
2026 bringt in Deutschland eine Mischung aus finanziellen Entlastungen und neuen Belastungen.

Reformen

GESETZESÄNDERUNGEN 2026: STEUER, DEUTSCHLANDTICKET, WEHRDIENST UND MEHR

Rente, Mindestlohn, Grundsicherung – im neuen Jahr treten einige Gesetzesänderungen in Kraft, die die Einkommen vieler Bürgerinnen und Bürger betreffen. Wo ist mehr Geld drin und wo muss man tiefer in die Tasche greifen?

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2026 steigt der Mindestlohn, das Deutschlandticket wird teurer und für Rentnerinnen und Rentner könnte es mehr Geld geben. Auch steuerliche Entlastungen treten in Kraft.

Hier erhalten Sie einen guten Überblick, was auf Bürgerinnen und Bürger im neuen Jahr an Gesetzesänderungen zukommt. Von einigen profitieren sicher auch Sie.

Höherer Mindestlohn

Der Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 13,90 Euro pro Stunde.

Auch fĂĽr Auszubildende ist etwas mehr Geld drin. Die MindestvergĂĽtung im ersten Lehrjahr steigt auf 724 Euro. Auch in den weiteren Ausbildungsjahren gibt es höhere Mindestsätze: im zweiten Jahr 854 Euro, im dritten 977 und bei einem vierten Ausbildungsjahr 1014 Euro monatlich.

Höhere Minijob-Grenze

Parallel zur Mindestlohnerhöhung steigt auch die Obergrenze für sogenannte Minijobs. Diese erhöht sich ab Januar von 556 auf 603 Euro im Monat.

Deutschlandticket wird teurer

Ein Jahr nach der ersten Preiserhöhung wird das Deutschlandticket noch mal teurer: Ab Januar steigt der Preis von 58 auf 63 Euro pro Monat.

Rund 14 Millionen Menschen nutzen nach Branchenangaben das Abo, das bundesweit Fahrten im Regional- und Nahverkehr ermöglicht.

Steuerfreibetrag steigt

Der steuerliche Grundfreibetrag, also das Einkommen, bis zu dem keine Steuer gezahlt werden muss, steigt. 2026 liegt er bei 12348 Euro.

Der Kinderfreibetrag wird auf 9756 Euro angehoben.

Rentenerhöhung

Rentnerinnen und Rentner können sich auf etwas mehr Geld auf dem Konto freuen: Ihre Renten sollen zum 1. Juli angehoben werden. Die Erhöhung könnte sich um die 3,7 Prozent bewegen, wie aus einem Entwurf für den jährlichen Rentenversicherungsbericht hervorgeht.

Der Wert ist aber nur eine Schätzung. Wie stark die Rente steigt, legt das Bundeskabinett immer erst im Frühjahr je nach aktueller Konjunkturlage und Lohnentwicklung fest.

Mehr Geld bei Kindern

Das Kindergeld wird ab sofort um vier Euro auf 259 Euro pro Monat erhöht.

Pendlerpauschale

Die Pendlerpauschale wird dauerhaft auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer erhöht.

Aktuell liegt sie fĂĽr die ersten 20 Kilometer Wegstrecke bei 30 Cent pro Kilometer. Ab dem 21. Kilometer kann man 38 Cent ansetzen.

Post von der Bundeswehr

Im Zuge des neuen Wehrdienstgesetzes wird eine Wehrerfassung wieder eingeführt. Das bedeutet für alle 18-jährigen Männer und Frauen, dass sie ab Anfang 2026 einen Fragebogen erhalten sollen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird.

Männer müssen diesen dann verpflichtend ausfüllen, Frauen können ihn freiwillig abgeben.

Recht auf Ganztagsbetreuung

Wenn Kinder vom Kindergarten in die Grundschule kommen, kann das fĂĽr Eltern zu Engpässen in der Kinderbetreuung fĂĽhren. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunächst alle Erstklässlerinnen und Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Schulen haben.

Dieser Anspruch wird in den kommenden Jahren um je eine Klassenstufe pro Jahr ausgeweitet.

Aus Bürgergeld wird Grundsicherung – strengere Sanktionen

Das BĂĽrgergeld soll kĂĽnftig Grundsicherung heiĂźen und wer Termine im Jobcenter ohne zwingenden Grund versäumt oder eine Arbeitsaufnahme verweigert, soll dies härter zu spĂĽren bekommen. KĂĽnftig soll direkt mit einer 30-prozentigen KĂĽrzung bestraft werden können, falls jemand zum Beispiel eine Weiterbildung abbricht oder Bewerbungen nicht abschickt.

Wer Termine im Jobcenter ohne wichtigen Grund nicht wahrnimmt, dem droht ab dem zweiten verpassten Termin ebenfalls eine KĂĽrzung um 30 Prozent, ab dem dritten Termin eine komplette Streichung der Zahlung.

Das Gesetz soll großteils am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Zunächst wird der Entwurf nun in Bundestag und Bundesrat beraten.

Mehrwertsteuer fĂĽr die Gastronomie

Die Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie wird dauerhaft von 19 auf 7 Prozent reduziert. Das galt auch schon während der Corona-Pandemie.

Ob die Gesetzesänderung Verbraucherinnen und Verbraucher auch spüren, ist unklar. Gastronomen dämpften vor dem Beschluss die Hoffnungen, dass mit der Steuer auch die Preise sinken.

Aktivrente

Wer sich in der Rente noch etwas dazuverdienen möchte, bekommt steuerliche Vorteile. Beschäftigte im Rentenalter dürfen mit der sogenannten Aktivrente bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen.

Die Vorteile gelten nicht für Selbstständige, Freiberufler, Land- und Forstwirte, Minijobs und Beamte.

Höhere Sozialabgaben für Gutverdiener

Gutverdiener sollen turnusmäßig höhere Sozialabgaben zahlen. In der gesetzlichen Rentenversicherung werden künftig voraussichtlich bis zu einem Monatseinkommen von 8450 Euro Beiträge fällig. Wer mehr verdient, zahlt nur bis zu dieser Grenze Rentenbeiträge.

Die Beitragsbemessungsgrenze fĂĽr die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll auf 5812,50 Euro pro Monat steigen.

Steuerliche Entlastungen fĂĽr Ehrenamtler

Die Steuerpauschale fĂĽr Ăśbungsleiter steigt von 3000 auf 3300 Euro. Die Ehrenamtspauschale wird von 840 auf 960 Euro angehoben. Das betrifft etwa Trainer im Sportverein oder auch ehrenamtliche Chorleiter.

Lachgas-Verbot für Minderjährige

Das als Partydroge populäre Lachgas wird fĂĽr Kinder und Jugendliche kĂĽnftig verboten. Das heiĂźt, die Abgabe an Kinder ist nicht erlaubt, auch der Online-Handel und der Kauf an Selbstbedienungsautomaten werden verboten.

Gelten sollen die neuen Vorgaben voraussichtlich ab April 2026.

Zusatzbeiträge steigen

Millionen Versicherte mĂĽssen mit höheren Zusatzbeiträgen rechnen. Nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox mit Stand 23. Dezember haben schon 31 Krankenkassen einen Anstieg fĂĽr ihre Kundinnen und Kunden angekĂĽndigt.

Betroffen sind etwa Versicherte der zwei großen bundesweiten Krankenkassen. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) steigt der Zusatzbeitrag von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent. Die DAK-Gesundheit erhöht ihn von 2,8 Prozent auf 3,2 Prozent.

Wahljahr

Fünf Bundesländer wählen absehbar neue Landesparlamente. Baden-Württemberg beginnt am 8. März, am 22. März wählen die Menschen in Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag, am 6. September ist dann Sachsen-Anhalt dran. Am 20. September gibt es Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Bulgarien bekommt den Euro

Seit 1. Januar ersetzt Bulgarien den Lew durch den Euro. Für Urlauber*innen wird damit vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter.

Der feste Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 Lew pro Euro – exakt derselbe, zu dem einst die D-Mark in den Euro überging. Allerdings rechnen Beobachter mit leicht steigenden Preisen in Hotels und Restaurants.

Klarheit beim Honigkauf

Wer beim FrĂĽhstĂĽck gerne Honig aufs Brötchen streicht, kann bald genauer hinschauen: Ab dem 14. Juni mĂĽssen auf jedem Glas alle Ursprungsländer angegeben werden, wenn es mehrere sind – inklusive Prozentangabe nach Menge.

Bisher reichte oft die pauschale Formulierung „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Gläser, die vor dem Stichtag nach den alten Regeln abgefüllt wurden, dürfen aber weiterhin verkauft werden.

Weniger Kosten fĂĽr Gas?

Ab Januar fällt die Gasspeicherumlage für Gaskunden weg. Bislang kostete sie einen Vierpersonenhaushalt je nach Verbrauch rund 30 bis 60 Euro pro Jahr. Die Umlage diente dazu, die staatlich angeordnete Befüllung der Gasspeicher nach der Energiekrise 2022 zu finanzieren und machte bei Privatkunden rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus.

Die Kosten ĂĽbernimmt nun einmalig der Bund. Da sich der Gaspreis aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt, sinken die Endpreise nicht automatisch.

Schufa-Score wird transparenter

Wer einen Kredit braucht, kann ab dem ersten Quartal seinen Schufa-Score digital und kostenlos einsehen – entweder in der Schufa-App oder online.

Bisher war oft unklar, wie die Bonität berechnet wird. Mit dem neuen, vereinfachten Score-Modell sollen auch Laien diesen ohne groĂźen Aufwand nachrechnen können: FĂĽr zwölf Kriterien werden Punkte vergeben, die insgesamt von 100 bis 999 reichen. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser gilt die KreditwĂĽrdigkeit des Verbrauchers.

Mögliche Preisänderungen für Kfz-Policen

Seit 1. Januar ändert sich für rund jeden vierten Versicherten in der Kfz-Haftpflicht die Regionalklasse – und damit möglicherweise auch der zu zahlende Beitrag. Rund 5 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer rutschen in eine höhere Einstufung, für knapp 5,3 Millionen wird es günstiger.

FĂĽr die Mehrheit ändert sich aber nichts. Entscheidend ist, wie oft und wie teuer Unfälle im eigenen Zulassungsbezirk waren: Regionen mit vielen Schäden landen in höheren Klassen, ruhige Bezirke werden belohnt.

Neuer Ehrentag

Am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, rückt das Ehrenamt in den Fokus. An dem Tag ist ein bundesweiter Mitmachtag geplant, der ehrenamtliches Engagement sichtbarer machen und in seiner Bedeutung für die Demokratie würdigen soll. Initiator der bundesweiten Aktion ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Umtauschfrist fĂĽr FĂĽhrerscheine aus den Jahren 1999 bis 2001 endet

Nach und nach mĂĽssen alle FĂĽhrerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden sind, gegen den neuen EU-FĂĽhrerschein umgetauscht werden. Bis zum 19. Januar sind FĂĽhrerscheine mit Ausstellungsdatum zwischen 1999 und 2001 dran.

Das Ausstellungsdatum des KartenfĂĽhrerscheins ist auf der Vorderseite im Feld 4a eingetragen.

FĂĽr den Umtausch des Dokuments ist die Fahrerlaubnisbehörde des aktuellen Wohnsitzes zuständig. Benötigt werden ein gĂĽltiger Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto, der aktuelle FĂĽhrerschein und eine GebĂĽhr von rund 25 Euro.

Quelle: dpa

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