Intimbereich
FEIGWARZEN: WIE HPV-VIREN GENITALWARZEN AUSLĂSEN â UND WIE DIE HPV-IMPFUNG SCHĂTZT
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Huch, warum habe ich auf einmal kleine Hubbel im Intimbereich? Wer so eine Beobachtung an Penis oder Vulva macht, ist erst einmal beunruhigt.
Gut möglich, dass es sich dabei um Feigwarzen, auch Genitalwarzen genannt, handelt. Diese gutartigen HautverĂ€nderungen zĂ€hlen zu den hĂ€ufigsten sexuell ĂŒbertragbaren Krankheiten. Feigwarzen treten besonders hĂ€ufig im Intimbereich auf und können fĂŒr Betroffene sehr unangenehm sein. Die Warzen können einzeln oder in Gruppen vorkommen und haben meist einen Durchmesser von einem bis fĂŒnf Millimeter, erklĂ€rt das Portal âgesundheitsinformation.deâ. Manchmal sind Feigwarzen etwas dunkler als die Haut, die sie umgibt.
HPV-Viren: Ăbertragung trotz Kondom möglich
Ausgelöst werden Feigwarzen durch bestimmte HPV-Viren, so die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und die Deutsche STI Gesellschaft (DSTIG). Diese HPV-Viren gehören zu einer groĂen Gruppe von Viren, von denen einige Typen auch Krebsarten wie GebĂ€rmutterhals- oder Analkrebs auslösen können. WĂ€hrend einige HPV-Viren Krebs begĂŒnstigen, verursachen andere vor allem Genitalwarzen beziehungsweise Feigwarzen.
HPV-Viren gelten als hochansteckend. Ăbertragen werden die HPV-Viren bei engem Körperkontakt ĂŒber Haut und SchleimhĂ€ute â etwa beim Sex. Durch winzig kleine Verletzungen, etwa durch eine vorangegangene Intimrasur, finden HPV-Viren den Weg in die Haut.
âKondome bieten nur einen begrenzten Schutz, da die Viren auch ĂŒber infizierte Hautareale auĂerhalb des Kondoms ĂŒbertragen werden könnenâ, so Norbert Brockmeyer, PrĂ€sident der Deutschen STI Gesellschaft. Das bedeutet: Trotz Kondom können HPV-Viren ĂŒbertragen werden und spĂ€ter Feigwarzen oder Genitalwarzen entstehen.
Ăbrigens: Nicht jede Infektion mit bestimmten HPV-Viren fĂŒhrt automatisch zu Feigwarzen. Zwischen der Ansteckung mit HPV-Viren und dem Auftreten von Genitalwarzen können mehrere Monate vergehen. Bei Frauen sind es im Durchschnitt drei Monate, bei MĂ€nnern sogar elf Monate.
"HPV-Viren werden bei engem Körperkontakt ĂŒber Haut und SchleimhĂ€ute ĂŒbertragenâ.
Kein Tabuthema:
Genitalwarzen: Behandlung ist hÀufig langwierig
Genitalwarzen, also Feigwarzen, können jucken, schmerzen aber nur selten. Auch wenn Feigwarzen medizinisch meist harmlos sind, empfinden viele Betroffene sie als belastend.
Feigwarzen können zwar von allein abheilen â darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht.
Bei Verdacht auf Feigwarzen empfiehlt es sich, eine GynÀkologin, einen Urologen oder eine HautÀrztin aufzusuchen. Gerade bei Genitalwarzen ist eine Àrztliche AbklÀrung wichtig.
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten gegen Feigwarzen, die teilweise kombiniert werden. Dazu zÀhlen laut DDG und DSTIG:
- die Kryotherapie, bei der Feigwarzen mittels flĂŒssigen Stickstoffs entfernt werden
- die Laserablation, bei der durch Laserimpulse das betroffene Gewebe verdampft wird
- chirurgische MaĂnahmen zur Entfernung von Genitalwarzen
- Cremes, die das Immunsystem stimulieren und ĂŒber mehrere Wochen gegen Feigwarzen angewendet werden
Die Behandlung von Genitalwarzen kann mehrere Wochen oder Monate dauern. AuĂerdem können Feigwarzen nach der Therapie erneut auftreten.
HPV-Impfung schĂŒtzt auch vor Feigwarzen
Eine HPV-Impfung kann nicht nur vor bestimmten Krebsarten schĂŒtzen, sondern auch vor Feigwarzen. Die HPV-Impfung richtet sich gegen ausgewĂ€hlte HPV-Viren, die fĂŒr verschiedene Erkrankungen verantwortlich sind.
Einer von zwei hierzulande zugelassenen HPV-Impfstoffen â Gardasil 9 â schĂŒtzt auch vor den HPV-Viren, die Feigwarzen beziehungsweise Genitalwarzen auslösen können, so das Robert Koch-Institut (RKI). Damit kann eine HPV-Impfung helfen, Feigwarzen vorzubeugen.
HPV-Impfung: Empfehlung fĂŒr MĂ€dchen und Jungen
Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung allen MĂ€dchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. FĂŒr einen vollstĂ€ndigen Schutz durch die HPV-Impfung sind zwei Impfdosen notwendig. Die zweite Dosis der HPV-Impfung erfolgt fĂŒnf bis 13 Monate nach der ersten.
Idealerweise wird die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt durchgefĂŒhrt, damit sie optimal vor HPV-Viren, Genitalwarzen und bestimmten Krebsarten schĂŒtzen kann.
Wurde die HPV-Impfung in diesem Alter verpasst, sollte sie laut Empfehlung bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Dann sind drei Impfdosen erforderlich. Auch im Erwachsenenalter kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein. Ob sich eine HPV-Impfung im individuellen Fall lohnt, sollten Patientinnen und Patienten mit Arzt oder Ărztin besprechen.
Wermutstropfen: FĂŒr Erwachsene ist die HPV-Impfung meist keine Kassenleistung mehr. Die Impfung kostet rund 600 Euro. Viele Krankenkassen ĂŒbernehmen die Kosten fĂŒr die HPV-Impfung jedoch freiwillig bis zu einer bestimmten Altersgrenze â etwa bis 26 Jahre.
Quelle: dpa












