Geeignete Lebensmittel
JODMANGEL ERKENNEN: SYMPTOME, JODBEDARF UND PRÄVENTION
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Schluckbeschwerden oder Heiserkeit können auf einen Jodmangel hindeuten. Auch ein empfindlicher Hals kann ein deutliches Warnzeichen für eine Jodmangelstörung sein – dann werden etwa Halstücher und Rollkragenpullis als drückend empfunden, erklärt Professor Markus Essler, Experte beim Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Bleibt ein Jodmangel bestehen, kann sich die Schilddrüse sichtbar vergrößern.
Tipp: Ein Urintest am Morgen kann klären, ob ein Jodmangel vorliegt.
Wer sich unsicher ist oder seinen Jodbedarf nicht einschätzen kann, sollte seinen Hausarzt oder seine Hausärztin aufsuchen.
SchilddrĂĽse und SchilddrĂĽsenhormone: Warum Jod unverzichtbar ist
Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Die SchilddrĂĽse braucht dringend Jod, um SchilddrĂĽsenhormone zu bilden. Diese SchilddrĂĽsenhormone steuern laut BDN unter anderem
- den Energiestoffwechsel,
- die Körpertemperatur,
- das Immunsystem sowie
- Prozesse im Gehirn.
Ohne ausreichend Jod können nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert werden – die Folge kann ein funktioneller Jodmangel sein.
Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss er das Spurenelement über die Nahrung aufnehmen, um den täglichen Jodbedarf zu decken. Wird der Jodbedarf dauerhaft unterschritten, kann dies zu einem manifesten Jodmangel führen.
Bekommt der Körper dauerhaft zu wenig Jod, kann dadurch etwa die Leistungsfähigkeit sinken. Zudem kann sich die Schilddrüse vergrößern, also Knoten oder sogar einen Kropf bilden, erklärt Essler – typische Folgen bei chronischem Jodmangel und unzureichender Bildung von Schilddrüsenhormonen.
„Besonders gefährlich ist ein Jodmangel jedoch für Ungeborene und Kleinkinder“,
so Essler, der auch Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Bonn ist. Kommt es in dieser Phase zu einer Unterversorgung, könne dies „das Risiko für spätere Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und der Feinmotorik“ erhöhen. Ein frühzeitiger Ausgleich des Jodbedarfs ist daher entscheidend.
Wird der Jodbedarf dauerhaft unterschritten, kann dies zu einem manifesten Jodmangel fĂĽhren.
Jodbedarf decken: Welche Lebensmittel geeignet sind
Milch und Milchprodukte, Eier, Meeresfisch und Meeresfrüchte sind eine wichtige Jodquelle und helfen, den täglichen Jodbedarf zu sichern. Seefische mit hohem Jodgehalt sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa Kabeljau oder Seelachs und bei den Meeresfrüchten etwa Muscheln und Garnelen. Wer seinen Jodbedarf über natürliche Lebensmittel decken möchte, sollte regelmäßig entsprechende Produkte einplanen.
Pflanzliche Lebensmittel wie
- Getreide,
- GemĂĽse,
- Obst und
- HĂĽlsenfrĂĽchte
sind in der Regel hingegen jodarm – hier kann der Jodbedarf schwieriger zu erreichen sein, was langfristig einen Jodmangel begünstigen kann.
Übrigens: Zwar haben Algen oft einen hohen Jodgehalt. Insbesondere Kombu gilt als besonders jodreich. Da der Wert in der Regel jedoch nicht ausgewiesen ist und stark schwanken kann, rät unter anderem die Verbraucherzentrale Bayern davon als Jodquelle ab:
„Beim Verzehr einzelner Algenprodukte droht eine überhöhte Jodaufnahme und damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko.“
Aktuelle Ernährungsempfehlungen:
Jodiertes Speisesalz als Präventionsmaßnahme gegen Jodmangel
Wer sich vegan ernährt und daher auf Lebensmittel mit einem hohen Jodgehalt verzichtet, sollte laut BDN besonders darauf achten, ausreichend Jod zu sich zu nehmen. Auch Schwangere, Stillende und Kinder über 13 Jahren sollten ihren Jodbedarf besonders im Blick behalten, da hier das Risiko für Jodmangel erhöht ist.
Um einem Jodmangel vorzubeugen, sollte man laut BDN täglich konsequent jodiertes Speisesalz verwenden.
Jodiertes Speisesalz gilt als einfache und effektive Möglichkeit, den Jodbedarf in der Bevölkerung zu verbessern. Alternativ könne man laut BDN Kaliumjodid-Tabletten einnehmen oder Jodtropfen in vegane Produkte zusetzen – am besten in Absprache mit seinem Arzt.
Test von jodiertem Speisesalz: Qualität und mögliche Risiken
Die Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 02/2026) hat kürzlich jodiertes Speisesalz untersucht. Jodiertes Speisesalz lag preislich weit auseinander – mit 0,29 Euro und 19,45 Euro pro 500 Gramm. Von den getesteten 20 Produkten bekamen nur fünf die Bewertung „sehr gut“, weil sie keine unerwünschten Stoffe enthielten. Darunter waren zwei besonders günstige Salze:
- Alnatura Meersalz mit Jod feinkörnig für 0,99 Euro pro 500 Gramm
- Saphir Meersalz jodiert fĂĽr 0,75 Euro pro 500 Gramm
Ein Salz bekam die Note „befriedigend“ – da waren die Arsen-Werte erhöht. Dieses giftige Halbmetall steht im Verdacht, in anorganischer Form schon in geringen Mengen Tumore auszulösen, schreibt Öko-Test.
Die restlichen 14 Produkte schnitten mit der Note „gut“ ab. Sie wurden abgewertet, weil sie Natriumferrocyanid enthielten. Diese Rieselhilfe sorgt dafür, dass Salz nicht verklumpt. Sie ist an der Kennzeichnung „E 535“ erkennbar. In Tierversuchen habe sie laut Öko-Test in größeren Mengen zu Nierenschäden geführt.
Referenzwerte: So hoch ist der empfohlene Jodbedarf
Wer sich an empfohlenen Referenzwerten orientieren will, findet bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgende Angaben zum täglichen Jodbedarf:
- 80 µg Jod pro Tag für Säuglinge unter 12 Monaten
- 90 µg Jod pro Tag für Kinder bis unter 7 Jahren
- 120 µg Jod pro Tag für Kinder bis unter 13 Jahren
- 150 µg Jod pro Tag für Jugendliche und Erwachsene
Da Schwangere und Stillende einen erhöhten Jodbedarf haben, liegen die Referenzwerte hier bei 220 µg Jod pro Tag beziehungsweise für Stillende bei 230 µg Jod pro Tag. Ein dauerhaft ungedeckter Jodbedarf kann langfristig zu Jodmangel führen und die Bildung ausreichender Schilddrüsenhormone beeinträchtigen.
Als Orientierung schreibt die DGE: Der Jodgehalt in Deutschland liegt bei 15 bis 25 mg Jod pro Kilogramm Salz. Ein gehäufter Teelöffel jodiertes Speisesalz enthält demnach nur etwa 100 µg Jod – ein wichtiger Beitrag zur Deckung des täglichen Jodbedarfs, aber meist nicht ausreichend als alleinige Quelle.
Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf
Quelle: dpa












