viele bunte Fußballtrikots hängen an einem Marktstand nebeneinander© Artistan / iStock / Getty Images Plus
Bei diesen Trikots besteht wohl kein Zweifel daran, dass es sich um Fälschungen handelt.

Markenpiraterie

GEFÄLSCHTE TRIKOTS: RISIKEN UND GEFAHREN

Vor der WM boomen gefälschte Trikots. Doch der Kauf birgt nicht nur rechtliche Risiken, sondern auch gesundheitliche Gefahren. Wer Fälschungen erkennen möchte, sollte genau hinsehen. Wir zeigen, warum Sie bei Fanartikeln achtsam sein sollten.

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Deutschland, Brasilien oder Spanien? Vor der Fußball-WM der Herren sind Expert*innen zufolge besonders viele gefälschte Trikots im Umlauf. Die Nachfrage nach Fanartikeln steige rund um große Sportereignisse, sagte Julia Hentsch vom Markenverband. „Damit steigt erfahrungsgemäß auch das Angebot an Plagiaten signifikant an.“ Ein Überblick über das Thema.

Gefälschte Trikots werden nirgends erfasst, weshalb die Entwicklung schwer zu beziffern ist. Der Markt spiele sich im Verborgenen ab. Laut EUIPO verursachen illegale Sportartikel in der EU jährlich rund 850 Millionen Euro Schaden. Deutschland zählt dabei zu den besonders betroffenen Ländern.

Zur WM: Warum viele Fans zu Plagiaten greifen

Fast jede*r Fünfte (19 Prozent) in Deutschland hat – etwa im Internet oder auf Märkten oder in Geschäften in Urlaubsorten im Ausland – schon einmal oder mehrfach ein Fußballtrikot gekauft, bei dem es sich vermutlich nicht um ein Originalprodukt handelte. Das zeigt eine YouGov-Umfrage. Verbraucher*innen trügen selbst dazu bei, dass gefälschte Trikots zur WM so beliebt sind. Laut Expertin Hentsch sehen viele vor allem den Preisvorteil.

Während Shirts in Urlaubsorten vielfach günstig zu haben sind, kostet ein Originalprodukt rund 100 Euro.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten seien Nachahmerprodukte willkommen, da sie das Budget schonen. Richtige Fans seien jedoch darauf aus, ein Original zu haben. Der Abverkauf der WM-Trikots laufe „sehr gut“.

Fälschungen erkennen und Risiken meiden

Gesundheitlich sind gefälschte Trikots oft bedenklich. „Oft enthalten nicht regulierte Produkte gesundheitsgefährdende Stoffe in hohen Konzentrationen“, sagt Hentsch. Dazu zählten Phthalate, Blei, Formaldehyd oder PFAS. Wer Fälschungen erkennen kann, schützt sich also auch vor potenziellen Allergien. Zudem entstünden die Kopien oft unter schlimmen Bedingungen.

Auch rechtlich gibt es Hürden, wenn Sie gefälschte Trikots kaufen. Käufer*innen sind zwar meist weniger stark von strafrechtlichen Konsequenzen betroffen. Dennoch bestehen Risiken, etwa wenn der Zoll bestellte Ware beschlagnahmt. Je nach Reiseland kann zudem auch der private Erwerb Strafen nach sich ziehen.

Gefälschte Trikots: So lassen sich Fälschungen erkennen

„Auf touristischen Wochenmärkten ein echtes Adidas-Trikot zu bekommen, liegt im Promille-Bereich“, sagt Hentsch. Originalhersteller vertreiben ihre Produkte über autorisierte Anbieter*innen. Wenn Sie Fälschungen erkennen wollen, sollten Sie auf vertrauenswürdige Verkaufsstellen achten.

Gefälschte Trikots erkenne man meist nicht an einzelnen Merkmalen. Häufig lassen sich Plagiate jedoch an einer sichtbar schlechten Verarbeitung entlarven. Wenn sich Nähte lösen, hilft das, um Fälschungen erkennen zu können.

Einige Hersteller setzen zur WM auf Sicherheitsmerkmale wie QR-Codes.

Kampf gegen gefälschte Trikots im Netz

Länderübergreifend gegen Produktpiraterie vorzugehen, ist äußerst komplex. Oft handele es sich um einen Kampf gegen organisierte Kriminalität, die massenhaft gefälschte Trikots produziert. Behörden vor Ort schrecken oft davor zurück, Tourist*innen zu belangen.

Im Internet gestaltet sich die Strafverfolgung als zäh, da Klarnamen schwer zu ermitteln seien. Markenverband und Handelsverband drängen daher auf stärkere Kontrollen, damit Fans rechtzeitig Fälschungen erkennen können. Auch eine klare Haftung der Online-Plattformen wird gefordert, um den Handel mit Plagiaten zur WM einzudämmen.

Quelle: dpa

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