Mann, der in der nebligen, niederländischen Landschaft in der Nähe einer Windmühle läuft.© SanderStock / iStock / Getty Images Plus
Sport bei Hitze in die kühlen Morgenstunden zu verlegen, ist eine ideale Lösung.

Hochsommer

SPORT BEI HITZE: SICHER TRAINIEREN

Ob Laufen, Tennis oder Reiten: Temperaturen um die 40 Grad fordern Sportler*innen und Tiere heraus. Was Expert*innen jetzt für sicheren Sport bei Hitze empfehlen und worauf man beim Training im Sommer unbedingt achten sollte.

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Verlegungen von Wettkämpfen, abgesagte Reitturniere und Lauf-Events: Der Spitzen- und Breitensport in Deutschland blickt auf ein Wochenende mit Temperaturen um die 40 Grad voraus. Das hat Konsequenzen: Wegen der Hitze wurde der Halbmarathon in Hamburg vier Tage vor dem Startschuss abgesagt. Auch Reitturniere, etwa beim Galopp in Krefeld, finden zum Wohl der Tiere nicht statt. Gleiches gilt laut einer Mitteilung des Württembergischen Fußballverbandes für „sämtliche Meisterschaftsspiele aller Spielklassen und Jahrgänge“.

Sie sollen am kommenden Wochenende abgesetzt werden. Tennisverbände erlauben Anpassungen des Spielplans. Auch viele ambitionierte Hobbysportler*innen treffen auf hohe Temperaturen, wollen aber nicht auf Bewegung verzichten. Fest steht: Sport bei Hitze belastet den Körper – und macht auch Tieren zu schaffen.

Training im Sommer: Sicher aktiv an heißen Tagen

Grundsätzlich steht sportlichen Aktivitäten im Hochsommer nichts im Wege, meint Hausarzt Martin Schmitt aus Oftersheim. „Ich würde Sport immer empfehlen, weil ich davon überzeugt bin, dass es einen großen Nutzen hat“, sagt der Mediziner und Sportliche Leiter eines Handball-Viertligisten der dpa. Wer sich für ein Training im Sommer entscheidet, sollte dies jedoch möglichst in den frühen Morgenstunden tun, etwa zwischen 6.00 und 9.00 Uhr.

Später empfiehlt sich Sport bei Hitze eher in klimatisierten Innenräumen.

Hohe Temperaturen bedeuten für den Körper beim Training im Sommer zusätzlichen Stress, da er mehr Energie aufwenden muss, um sich zu kühlen. Ausdauersportarten sollten laut Schmitt beim Sport bei Hitze nicht mit Maximalbelastung ausgeübt werden. Das gilt vor allem für Personen mit Vorerkrankungen. Wer langsamer trainiert oder die Einheit verkürzt, kann den Kreislauf spürbar entlasten.

Gesundheitsrisiken beim Sport bei Hitze erkennen

Gefährlich wird es vor allem dann, wenn trotz großer Hitze mit hoher Intensität trainiert, zu wenig getrunken oder Warnsignale des Körpers ignoriert werden. Wer Sport bei Hitze treibt, sollte seinen Puls im Blick behalten. Besonders riskant wird ein Training im Sommer, wenn hohe Temperaturen mit direkter Sonneneinstrahlung oder hoher Luftfeuchtigkeit zusammenkommen.

Warnzeichen für eine Überlastung durch Sport bei Hitze können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme sein. Treten solche Beschwerden auf, sollte die Belastung reduziert oder das Workout beendet werden. Halten die Beschwerden an, sollte ein*e Ärzt*in aufgesucht werden.

Ernährung und Trinken beim Training im Sommer

Mineralreiches Wasser kann beim Sport bei Hitze sehr sinnvoll sein, da der Körper über den Schweiß wertvolle Mineralstoffe verliert. Zudem sollte bei einem intensiven Training im Sommer auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr geachtet werden. Generell empfiehlt es sich, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken und die Flüssigkeitsspeicher nach dem Workout wieder aufzufüllen.

Schwere Mahlzeiten können unmittelbar vor intensiven Einheiten zusätzlich belasten.

Aus medizinischer Sicht sind Kühlwesten sinnvoll, um den Sport bei Hitze verträglicher zu machen. Bei hohen Temperaturen steigt die Herzfrequenz, weil der Körper verstärkt versucht, sich zu kühlen. Die zusätzliche Kühlung durch Westen kann dazu beitragen, die Herzfrequenz niedriger zu halten. Sie sollten jedoch vorrangig im Profisport und unter ärztlicher Beobachtung eingesetzt werden.

Sport bei Hitze: Vorsichtsmaßnahmen im Reitsport

Pferde vertragen trockene Hitze in der Regel besser als Menschen. Hohe Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit können aber auch für die Tiere belastend werden. Nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sollten überhitzte Pferde nach dem Sport bei Hitze möglichst schnell gekühlt werden. Empfohlen wird, wiederholt große Mengen kalten Wassers über den gesamten Körper zu gießen.

„Die effektivste Methode, ein überhitztes Pferd schnell zu kühlen, ist, das Pferd von beiden Seiten mit Eimern abzukühlen“, sagt Henrike Lagershausen, Leiterin Veterinärmedizin und Tierschutz von Pferdesport Deutschland. Beim Transport sei zudem auf eine ausreichende Belüftung des Anhängers zu achten. Früh trainieren, Tempo drosseln, ausreichend trinken und auf Warnsignale achten – das sind die wichtigsten Grundregeln für Sport bei Hitze. Langstrecken-Ass Samuel Fitwi rät Läufer*innen für ihr Training im Sommer zudem: „Keinesfalls beim Anfangstempo überziehen.“

Quelle: dpa

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