Vier Personen in einer Bar. Ein Mann steht mit dem Rücken zu uns. Zwei Frauen wenden sich ihm zu und lachen. Ein weiterer Mann steht in der Runde und hält einen Bierkrug mit Wasser.© Nikola Spasenoski/iStock/Getty Images Plus
Immer öfter wird auch über K.-o.-Tropfen auf geschäftlichen Events berichtet. Immer öfter wird auch über K.-o.-Tropfen auf geschäftlichen Events berichtet.

Schutz

K.-O.-TROPFEN, DIE UNSICHTBARE GEFAHR – AUCH AUF BUSINESS-EVENTS!

K.-o.-Tropfen werden unterschätzt: heimliche Gefahr im Glas – nicht nur in Clubs, sondern auch auf Events. Erfahren Sie, welche Risiken lauern und wie Sie Betroffene aufklären können. Als PTA zeigen Sie, worauf es im Ernstfall ankommt.

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Viele Menschen kommen verunsichert nach einer langen Partynacht oder einem Business- Event in die Apotheke. Oft berichten sie, sie hätten plötzlich einen Filmriss gehabt, der teilweise zwei Stunden oder länger anhält – ohne zu wissen, was genau passiert ist.

Solche Erlebnisse häufen sich längst nicht mehr nur in Clubs, sondern auch immer öfter auf geschäftlichen Veranstaltungen. Dieses Thema verdient mehr Aufmerksamkeit, um den Schutz Betroffener zu stärken. Als PTA wissen Sie, wie heimtückisch K.-o.-Tropfen wirken: Sie löschen Erinnerungen aus, als würde das Licht plötzlich ausgehen.

Die Betroffenen erinnern sich oft nach einem Übergriff mit K.-o.-Tropfen an nichts – nur das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, bleibt zurück. In dieser Zeit kommt es leider immer wieder zu Gefahren wie Diebstählen, Übergriffen oder sogar sexueller Gewalt.

Allgemein gelten die Tipps, auf Getränke zu achten, Warnzeichen zu kennen und sich Hilfe nach einem Übergriff zu holen. Das Ziel: Informationen weitergeben und Sicherheit schaffen – damit keiner mit diesem Trauma allein bleibt.

Was sind K.-o.-Tropfen und wie können sie bei Gefahr erkannt werden?

Achtung, Gefahr: K.-o.-Tropfen sind flüssige Drogen. In der Szene heißen sie auch „Liquid Ecstasy“, „Liquid X“ oder „Bottle“. Sie gelten als Partydroge, werden aber oft unbemerkt eingesetzt. Typische Wirkstoffe sind GHB, GBL oder BD (Gamma-Hydroxybutyrat, Gamma-Butyrolacton oder Butandiol). Die K.-o.-Tropfen sind farblos und fast geschmacklos. Betroffene merken nicht, dass jemand etwas in ihr Getränk gemischt hat. Genau das macht die Gefahr der Substanzen aus.

Nach der Einnahme stellt sich die Wirkung von K.-o.-Tropfen meistens schon nach 10 bis 20 Minuten ein. Die Gefahr dieser Substanzen liegt darin, dass bereits minimale Mengen ausreichen. Das Risiko einer Überdosierung ist hoch und gefährlich. Und die Wirkung der Drogen hält über mehrere Stunden an.

PTA berichten aus Erzählungen ihrer Kund*innen: Opfer erfahren Schutz durch bessere Sicherheitsvorkehrungen. Wer aufmerksam bleibt, stets auf sein Getränk achtet und ein spezielles K.-o.-Tropfen-Armband nutzt, kann das Risiko verringern. Sich zu informieren, Warnzeichen zu erkennen, in Gruppen unterwegs zu sein und sich gegenseitig im Blick zu behalten, erhöht die Sicherheit im Notfall deutlich.

Nützlich sind Hilfsmittel wie ein K.-o.-Tropfen-Armband oder -Testkarten zur Diagnostik, mit denen Getränke geprüft werden können. Sie ersetzen keine Vorsicht, bieten aber zusätzlichen Schutz vor der Gefahr durch K.-o.-Tropfen – besonders bei Veranstaltungen.

K.-o.-Tropfen-Armband zum Schutz vor der unsichtbareren Gefahr

Ein Test-Armband ist als schneller und einfacher Schutz vor K.-o.-Tropfen gedacht. In einer Bar oder einem Club zum Beispiel kann man damit ein Getränk prüfen, von dem man vermutet, es könnte mit Tropfen versehen worden sein.

Toxikolog*innen warnen jedoch davor, sich durch ein K.-o.-Tropfen-Armband in falscher Sicherheit zu wiegen. Denn es erkennt nicht jede Gefahr, die durch ein gepanschtes Getränk ausgeht.

So ein Armand oder auch eine Testkarte funktionieren nur für den Stoff GHB. Sie reagieren nicht auf andere Substanzen, die in der Szene im Umlauf sind und eine K.O.-Wirkung haben können. Der Farbtest kann zudem bei farbigen Getränken wie Rotwein oder Cocktails verfälscht werden.

Wenn ein K.-o.-Tropfen-Armbandnicht anschlägt, heißt das nicht unbedingt, dass von dem Getränk keine Gefahr ausgeht.

Wirkung von K.-o.-Tropfen – Symptome bei Gefahr erkennen!

Die Wirkung von K.-o.-Tropfen setzt oft innerhalb weniger Minuten ein. Unter Alkoholeinfluss kann die Wirkung massiv verstärkt werden. In schweren Fällen drohen Bewusstlosigkeit oder Atemprobleme, weshalb die Gefahr bei K.-o.-Tropfen medizinisch ernst zu nehmen ist. Nach dem Verdacht auf K.-o.-Tropfen ist schnelles Handeln entscheidend.

Betroffene sollten die Gefahr von K.-o.-Tropfen nicht unterschätzen und umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen oder eine Notaufnahme aufsuchen. Deshalb raten Sie als PTA Ihren Kund*innen bei Verdacht, sich danach schnell Hilfe zu holen, um die Situation bestmöglich fachgerecht aufzuklären. Ärzt*innen können erste Maßnahmen einleiten, den Kreislauf stabilisieren und den Zustand medizinisch absichern. Neben der medizinischen Versorgung ist psychologische Unterstützung sinnvoll, um das Erlebte zu verarbeiten.

So äußert sich die Gefahr durch K.-o.-Tropfen:

  1. Anfangs Benommenheit, starke Müdigkeit
  2. Plötzlicher Schwindel, Koordinationsprobleme
  3. Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit
  4. Gedächtnislücken, Kontrollverlust

K.-o.-Tropfen: Nachweis und Diagnostik

Ein rascher Nachweis und die Diagnostik sind besonders wichtig, da sich viele K.-o.-Tropfen sehr schnell im Körper abbauen. Die Gefahr dabei ist, dass einige Substanzen im Blut oft nur wenige Stunden, im Urin meist bis zu 12 oder 24 Stunden nachweisbar sind. Abhängig von Wirkstoff, Dosis und individuellem Stoffwechsel der einzelnen Person können Ergebnisse unterschiedlich sein. Deshalb sollten Blut- und Urinproben so früh wie möglich entnommen werden.

Auch die Gerichtsmedizin kann bei der professionellen Beweissicherung von K.-o.-Tropfen unterstützen. Besonders bei Verdacht auf Missbrauch. Eine ärztliche Abklärung schafft dabei schnell Klarheit. Wenn Sie Betroffene beraten, erinnern Sie sie daran, Uhrzeit, Ort und Verlauf der Symptome aufzuschreiben. Das erleichtert den Nachweis. Je mehr Informationen gesichert werden, desto besser lässt sich die Gefahr rekonstruieren. So können Betroffene ihre Rechte besser wahrnehmen.

K.-o.-Tropfen: Nachsorge nach überstandener Gefahr

Bei einem möglichen Übergriff sollte die Polizei informiert werden. Wichtig ist, Kleidung, Getränke, Gläser oder persönliche Gegenstände möglichst aufzubewahren und nicht zu waschen oder zu reinigen, da sie später als Beweismittel dienen können.

Eine Anzeige ist auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich, selbst wenn der direkte Nachweis oder die Diagnostik erschwert ist. Gespräche mit Fachstellen wie Weißer Ring, Beratungsstellen oder vertrauten Personen helfen bei der Bewältigung.

Durch Aufklärung und das Teilen von Erfahrungen kann zudem das Bewusstsein für die Gefahr nach einem K.-o.-Tropfen-Übergriff gestärkt werden. Als PTA sind Sie sich bewusst, dass es eine belastende Situation für Betroffene darstellt. Seien Sie in der Beratung behutsam. Hier finden Sie eine Mini-Checkliste zur Nachsorge in der Apotheke:

  1. Sofort medizinische Hilfe suchen 
  2. Nachweis und Diagnostik veranlassen 
  3. Psychologische Unterstützung nutzen 
  4. Rechtliche Schritte prüfen und Polizei informieren 
  5. Aufklärung fördern und Erfahrungen teilen
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