Arzt untersucht das Handgelenk eines Mannes© wutwhanfoto / iStock / Getty Images Plus
Schmerzen im Handgelenk können vielfÀltige Ursachen haben. Akute Beschwerden sollten Àrztlich abgeklÀrt werden.

Gelenkbeschwerden

WAS HILFT BEI SCHWACHEN HANDGELENKEN?

Aktenordner aus dem Schrank ziehen, die schwere Pfanne halten – fĂŒr manche Leute ist das schwierig bis schmerzhaft. GefĂŒhlt sind die Handgelenke zu schwach. Was ist die Ursache und wie beugt man vor?

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HĂ€ufiger mal das Smartphone beiseitelegen und seltener die Computermaus bedienen: Das kann die Handgelenke schonen und Problemen vorbeugen. „Denn solche eher einseitigen Bewegungen können zu einer Überlastung der Sehnen fĂŒhren. Dadurch kann es zu EntzĂŒndungen der Sehnenscheiden sowie zu Schmerzen kommen“, sagt Prof. Tim Lögters. 

Der Leiter der Sektion Handchirurgie der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Unfallchirurgie (DGU) schĂ€tzt, dass rund 50 Prozent der Handgelenkprobleme ab 40 auf konkrete UnfĂ€lle zurĂŒckzufĂŒhren sind. Die anderen 50 Prozent, so Lötgers, kommen in der Regel durch Erkrankungen.

Welche Ursachen gibt es fĂŒr Probleme im Handgelenk ab 40?

Neben entzĂŒndeten Sehnen gibt es noch weitere mögliche Ursachen fĂŒr Schmerzen und Funktionsstörungen, Lögters erklĂ€rt:

„Zum einen kann es ab 40 zu verengten NervenkanĂ€len kommen. Dabei spĂŒren die Patienten hĂ€ufig – insbesondere nachts – ein Kribbeln in den Fingern“

SpĂŒrbar sei dies in 3,5 Fingern ab dem Daumen – also in allen Fingern außer dem halben Ring- und dem kleinen Finger.

Auch Zysten in der Gelenkkapsel sind ein möglicher Grund. „Sie sind unterschiedlich deutlich sichtbar. Die GrĂ¶ĂŸe kann variieren und von einem Hirsekorn, ĂŒber eine Erbse bis zu einem Pflaumenkern reichen“, so Chefarzt Lögters. Oft entstehe durch zu viel GelenkflĂŒssigkeit ein Überbein – und der Druck auf dem Gelenk fĂŒhrt zu einer AusstĂŒlpung der Kapsel. 

Eine andere hĂ€ufige Ursache fĂŒr Schmerzen ist, dass sich die Gelenke im Laufe der Zeit abnutzen – das wĂ€re dann die klassische Arthrose. Die Schmerzen treten oft wĂ€hrend der Bewegung auf. „Bei einem Bruch wĂŒrden die Schmerzen in der Regel zusĂ€tzlich auch im Ruhezustand auftreten“, erklĂ€rt Lögters.

Was kann man akut nach einem Unfall tun?

Wichtig: Akute Schmerzen und Probleme sollte man unbedingt abklĂ€ren lassen von einem Facharzt oder einer FachĂ€rztin fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie. „Durch scheinbare Bagatelle-Verletzungen kann es zu strukturellen Verletzungen etwa an den BĂ€ndern kommen. Manchmal treten Probleme dann erst Jahre spĂ€ter auf“, so Lögters Beobachtung.

Daher lohne sich ein Besuch in einer Praxis auch, wenn man nach einem Unfall keine akuten Schmerzen habe. Das Gelenk bis zu zwei Wochen nach einer Verletzung ruhigzustellen, sei vertretbar. „Das ist aber auf keinem Fall eine Dauerlösung“, so Lögters.

Im Gegenteil: Bewegung kann dazu beitragen, die Muskulatur, die Sehnen, die Gelenke und sogar die Knochenstruktur zu stÀrken. Das ist alles wichtig, damit Bewegungen mit den Handgelenken geschmeidig möglich sind.

Und was hilft außerdem vorbeugend?

Eine gesunde und ausgewogene ErnĂ€hrung sowie Bewegung – insbesondere ein funktionales, ganzheitliches Training sei empfehlenswert. „Wer seine Nacken- und RĂŒckenmuskulatur stĂ€rkt, tut auch seinen Handgelenken etwas Gutes“, so Lötgers. „Denn eine starke Muskulatur kann etwa dafĂŒr sorgen, dass auch die Nervenbahnen gestĂ€rkt werden.“

Zur Person: Prof. Dr. Tim Tobias Lögters ist Leiter der Sektion Handchirurgie der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Unfallchirurgie (DGU) und arbeitet als Chefarzt an der Klinik fĂŒr Unfall – und Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie, OrthopĂ€die am Cellitinnen Krankenhaus St. Vinzenz Köln.

Quelle: dpa

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