Plastikflaschen und Metalldosen mit unterschiedlichen Gefahrstoffpiktogrammen© Dragon Claws/iStock/Getty Images Plus
Welche GefĂ€ĂŸe sind ok? Welche Hinweise mĂŒssen drauf? Und wer darf Gefahrstoffe ĂŒberhaupt kaufen? Ein Überblick fĂŒr PTA.

Rechtliches

GEFAHRSTOFFE SICHER VERPACKEN UND ABGEBEN

Wie mĂŒssen Abgebende Gefahrstoffe verpacken und was muss auf dem GefĂ€ĂŸ stehen? Welche VerschlĂŒsse sind vorgeschrieben und welche Gefahrstoffe darf man ĂŒberhaupt in der Apotheke an wen verkaufen? Hier kommen kompakte Informationen dazu.

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Ob SalzsĂ€ure zur WC-Grundreinigung, Natriumhydroxid fĂŒr die Seifenherstellung daheim oder Wasserstoffperoxid fĂŒr die Zahnarztpraxis gegenĂŒber: Gefahrstoffe sicher zu verpacken und alle Vorschriften einzuhalten ist ein Thema fĂŒr sich. Welche GefĂ€ĂŸe eignen sich? Was muss beachtet werden und was darf ĂŒberhaupt an wen abgegeben werden?

Vor allem dann, wenn es um die Abgabe an Privathaushalte geht, muss die Apotheke Gefahrstoffe besonders sicher verpacken, beschriften und verschließen. Ein Überblick.

Gefahrstoffe in das richtige GefĂ€ĂŸ verpacken

Um Gefahrstoffe sicher zu verpacken, muss als erstes das richtige GefĂ€ĂŸ gewĂ€hlt werden. Es muss aus inertem Material bestehen und formstabil sein. Bei der Abgabe an Privatpersonen gelten besonders strenge Anforderungen. So darf das GefĂ€ĂŸ keine Verwechslung mit Kosmetik, Lebens- oder Reinigungsmitteln ermöglichen; Quetschflaschen wie fĂŒr SpĂŒlmittel sind also ebenso ungeeignet wie WeithalsglĂ€ser aus der Rezeptur.

Hier besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Arzneimitteln. Somit eignen sich diese GefĂ€ĂŸe nicht, um Gefahrstoffe sicher zu verpacken. Am einfachsten ist es, fertig konfektionierte Endverbraucherverpackungen einzukaufen und diese an den Kunden abzugeben.

Hintergrund der strengen Vorschriften bei der Abgabe an Privatpersonen ist, dass im Haushalt immer die Möglichkeit besteht, dass Personen mit schlechter Sicht oder Kinder an die Verpackungen gelangen könnten. Um Risiken zu vermeiden, muss bei Gefahrstoffen nicht nur darauf geachtet werden, sie sicher zu verpacken. Auch der Verschluss und die Beschriftung sind streng geregelt.

Das gilt fĂŒr Gefahrstoffe in der Apotheke

Folgende Gefahrstoffe muss die Apotheke mit kindersicherem Verschluss verpacken:

  • Akut toxisch Kategorie 1-3
  • Spezifisch zielorgantoxisch (einmalige Exposition) Kategorie 1
  • Spezifisch zielorgantoxisch (wiederholte Exposition) Kategorie 1
  • HautĂ€tzend Kategorie 1

Ein kindersicherer Verschluss erfordert eine komplexe Bewegung fĂŒr die Öffnung; meist eine Kombination aus DrĂŒcken und Drehen. Dies schĂŒtzt den Inhalt vor kleinen Kindern.

Bei Abgabe an berufliche Verwender kann auf den Verschluss verzichtet werden, weil im beruflichen Umfeld kein Kinderkontakt mit Gefahrstoffen zu erwarten ist. Die Apotheke muss aber neben dem Verschluss auch auf die Beschriftung achten.

Gefahrstoffe abgeben: Warnhinweise

So erfordern folgende Gefahrstoffe nicht nur, sie sicher zu verpacken. Neben den vorgeschriebenen Warnhinweisen, die zum Beispiel auf der Homepage der Bundesapothekerkammer heruntergeladen werden können, gibt es noch eine weitere Vorschrift. Ein ertastbares Symbol in Form eines gleichschenkligen Dreiecks muss zwingend auf die Verpackung folgender Gefahrstoffe aus der Apotheke aufgebracht werden:

  • Akut toxisch
  • HautĂ€tzend
  • Keimzellmutagen, karzinogen, reproduktionstoxisch Kategorie 2
  • Sensibilisierend fĂŒr die Atemwege
  • Zielorgantoxisch Kategorie 1 und 2
  • AspirationsgefĂ€hrlich
  • EntzĂŒndbare Gase, FlĂŒssigkeiten und Feststoffe Kategorie 1 und 2

Anforderungen an Kaufende und Abgebende von Gefahrstoffen

Wer welche Gefahrstoffe in der Apotheke kaufen darf, ist ebenfalls streng geregelt. So muss vor der Abgabe geklĂ€rt werden, ob der entsprechende Gefahrstoff ĂŒberhaupt abgegeben werden darf, ob ein Sachkundenachweis des Abgebenden erforderlich ist und welche Dokumentation erfolgen muss, etwa des Ausweises des Erwerbers oder des geplanten Verwendungszweckes.

Zum Thema Gefahrstoffe in der Apotheke (auch dazu, wie sie zu verpacken und zu beschriften sind) sind jĂ€hrliche Schulungen des Personals Pflicht.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung

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