HĂ€nde, die das Fell von einem Hund zurĂŒckhalten und mit einer Zeckenzange versuchen, eine festgebissene Zecke im Fell des Hundes zu entfernen© Anastasiia Akh / iStock / Getty Images Plus
Zecken können auch beim Hund Erreger ĂŒbertragen, die gefĂ€hrliche Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen.

ZECKEN BEIM HUND ENTFERNEN: WORAUF TIERHALTER ACHTEN SOLLTEN

Zecken beim Hund sind lĂ€ngst nicht mehr nur im Sommer ein Problem. Wie Sie eine Zecke richtig entfernen, welche Symptome auf Krankheiten wie Borreliose hindeuten und warum der passende Schutz fĂŒr Hund und Katze so wichtig ist.

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Zecken warten im hohen Gras und in BĂŒschen auf einen Wirt. Kommt ein Hund oder eine Katze vorbei, lassen sich die Plagegeister fallen. Gerade Zecken beim Hund sind im FrĂŒhjahr, Sommer und inzwischen auch im Herbst und Winter ein Problem. Manchmal streifen Vierbeiner eine Zecke auch beim Vorbeigehen oder beim SchnĂŒffeln im Gras ab.

Das Problem: Die blutsaugenden Parasiten können Erreger ĂŒbertragen, die gefĂ€hrliche Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen. Vor allem Borreliose beim Hund ist ein hĂ€ufig gesuchtes Thema bei Tierhaltern. Wer Zecken beim Hund entdeckt, sollte deshalb schnell handeln. Tierhalter sollten nach jedem Spaziergang oder Freigang ihr Haustier grĂŒndlich absuchen. Dazu rĂ€t die Tierschutzstiftung Vier Pfoten.

Auf Haut und Fell

Besonders gerne mögen Zecken weiche, gut durchblutete Körperstellen, etwa den Achsel- und Lendenbereich sowie die Ohren. HĂ€ufig setzen sich Zecken beim Hund auch im Hals- oder Kopfbereich, etwa auf der Schnauze fest. Wer eine Zecke auf der Haut oder im Fell seines Vierbeiners entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernen.

Denn manche Krankheitserreger werden ĂŒber den Speichel der Zecken erst nach und nach ĂŒbertragen. Mit Blick auf den Menschen schreibt das Robert Koch-Institut etwa: Nach einem Einstich dauert es ein bis zwei Tage, bis Borrelien ĂŒbertragen werden.

Zecke entfernen beim Hund: So gelingt es schonend

„Am besten nutzt man eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange“, rĂ€t Ursula von Einem, Sprecherin des Bundesverbandes Praktizierender TierĂ€rzte. Wer eine Zecke beim Hund entfernen möchte, sollte die Zecke am Kopf möglichst dicht an der Haut des Haustiers greifen. „Die Zecke sollte man dann vorsichtig herausziehen – nicht drehen oder quetschen, sondern einfach langsam und gerade von der Haut weg ziehen“, so die TierĂ€rztin.

Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass man alle Teile der Zecke entfernt – sonst bleibt vielleicht das Mundwerkzeug stecken und die Stelle kann sich entzĂŒnden. Gerade bei Zecken kontrollieren viele Hunde-Halter die Haut anschließend noch einmal sorgfĂ€ltig.

„Zeckenkarte oder eine Zeckenzange sind am besten geeignet, um die Zecke zu entfernen“

„Öl oder Klebstoff sind ĂŒbrigens nicht geeignet, um Zecken zu entfernen“, so Ursula von Einem. Denn wenn man diese auf die Zecke auftrĂ€gt, erstickt der Parasit. „Das kann dazu fĂŒhren, dass die Zecke im Stress sogar mehr Erreger ĂŒbertrĂ€gt, als es sonst der Fall wĂ€re.“

Wer eine Zecke beim Hund entfernen möchte, sollte daher ausschließlich geeignete Hilfsmittel verwenden.

Borreliose beim Hund: Auf Symptome nach dem Zeckenstich achten

Nach dem Entfernen sollte man die Stichstelle mit einem tierĂ€rztlich empfohlenen Mittel reinigen, um Infektionen vorzubeugen. Dazu rĂ€t die Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Denn Borreliose beim Hund oder andere Erkrankungen können schwerwiegende Folgen haben.

Die Stichstelle sollte man auch einige Tage danach weiter kontrollieren. „Rötet und entzĂŒndet sie sich, sollte man einen Tierarzt aufsuchen“, so Ursula von Einem.

Das gilt auch, wenn das Tier einige Tage oder wenige Wochen nach dem Zeckenstich krank wird, etwa MĂŒdigkeit oder Appetitlosigkeit zeigt sowie Fieber, Durchfall oder geschwollene Lymphknoten bekommt. Hinter solchen Beschwerden kann beim Hund auch eine Borreliose stecken.

Die Viren und Bakterien, die Zecken ĂŒbertragen, können auch Haustiere mit ernsthaften Krankheiten infizieren. „Leider sind einige diese Erkrankungen nicht heilbar und können zum Tod fĂŒhren. Daher ist es wichtig, sein Tier vor einem Befall zu schĂŒtzen“, so Ursula von Einem. Deshalb sollten Halter Zecken beim Hund ernst nehmen.

„Die Viren und Bakterien, die Zecken ĂŒbertragen, können auch Haustiere mit ernsthaften Krankheiten infizieren“

Zeckenschutz bei Katze und Hund: Welche Mittel helfen?

In Sachen Schutz lĂ€sst man sich am besten in einer Tierarztpraxis beraten, empfiehlt die Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Denn nicht jedes Zecken-PrĂ€parat eignet sich fĂŒr jedes Tier. Ein guter Zeckenschutz bei einer Katze unterscheidet sich teilweise deutlich vom Schutz fĂŒr Hunde. Vorsicht sei etwa bei dem Wirkstoff Permethrin geboten. WĂ€hrend Hunde das PrĂ€parat in der Regel gut vertragen, kann es bei Katzen zu schweren Vergiftungen fĂŒhren. Deshalb ist der passende Zeckenschutz Katze besonders wichtig.

Und es gibt weitere Unterschiede: TatsĂ€chlich sind FSME-Erkrankungen beim Hund – anders als beim Menschen – Ă€ußerst selten. Deshalb gibt es hier der TierĂ€rztin zufolge keine Impfung.

„FĂŒr Hunde gibt es aber eine Impfung gegen Borreliose. Diese wird in Risikogebieten empfohlen“, so Ursula von Einem. „Allerdings schĂŒtzt sie nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion.“ Das Thema Borreliose beim Hund bleibt daher relevant.

„Ein guter Zeckenschutz bei einer Katze unterscheidet sich teilweise deutlich vom Schutz fĂŒr Hunde.“

Der beste Schutz ist also, Zeckenstichen vorzubeugen. DafĂŒr gibt es etwa HalsbĂ€nder und Tabletten oder tierĂ€rztlich empfohlene Spot-on-PrĂ€parate. Diese trĂ€ufelt man laut Vier Pfoten in den Nacken oder an den Rutenansatz, wo das Tier sie nicht oder nur schwer ablecken kann. Ein wirksamer Zeckenschutz bei Katze oder Hund sollte individuell ausgewĂ€hlt werden.

„Solche PrĂ€parate haben im Vergleich zur Schwere der ĂŒbertragenen Erkrankungen geringe Nebenwirkungen. Sie sollten das ganze Jahr ĂŒber angewendet werden“, rĂ€t die TierĂ€rztin. Denn aufgrund des Klimawandels sind Zecken beim Hund mittlerweile ganzjĂ€hrig ein Thema.

Quelle: dpa

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