Blutsauger
WAS HILFT GEGEN DIE BREMSEN?
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Sie sind zurĂŒck â und sie meinen es ernst: Bremsen, die fliegenden Plagegeister des Sommers, starten wieder ihre Angriffe. Wer im GrĂŒnen oder am Wasser unterwegs ist, kennt das Szenario: Ein scharfer Schmerz, ein erschrockenes Aufschreien â und schon saugt die Bremse das erste Blut aus Wade oder Arm.
Doch warum sind die Insekten gerade jetzt so aktiv, was hilft wirklich gegen den Juckreiz und wie unterscheiden sie sich eigentlich von MĂŒcken?
Ist ein Bremsenstich gefÀhrlich?
Nein, in den meisten FĂ€llen ist ein Bremsenstich harmlos â aber er ist schmerzhaft. Die Haut rötet sich, schwillt an und juckt stark. GefĂ€hrlich wird es erst, wenn sich die Wunde entzĂŒndet oder eine allergische Reaktion auftritt. Dann drohen Fieber oder Schwellungen, bei denen ein Arzt oder eine Ărztin eingeschaltet werden sollte. Auch bei Symptomen wie Atemnot, SchĂŒttelfrost und Hitzewallungen sollten Expert*innen eingeschaltet werden.
Was kann man tun, wenn es juckt?
Die wichtigste Regel: Nicht kratzen, auch wenn es juckt! Denn das erhöht das Infektionsrisiko, weil Keime oder Schmutz in die Wunde gelangen können. Und auch nicht unbedingt kĂŒhlen. Der Biss einer Bremse lĂ€sst sich mit Hitze besser behandeln.
Ein Tipp: Die Insekten injizieren ein Protein unter die Haut, das ab einer Temperatur von 40 Grad Celsius zerfĂ€llt. Hier hilft etwa ein Teelöffel, der in heiĂem Wasser erwĂ€rmt wurde und auf die Stelle gedrĂŒckt wird. Auch ein warmer Waschlappen kann ausreichen. AuĂerdem hilft oft ein Hausmittel wie das Gel der Aloe Vera oder Kokosöl, auch eine halbe Zwiebel soll helfen.
Warum tut ein Stich so weh?
Ein Bremsenstich? Der Begriff fĂŒhrt auf die falsche Spur, denn Bremsen stechen nicht, sie beiĂen regelrecht zu, reiĂen die Haut mit ihren scharfen Mundwerkzeugen auf und saugen das Blut. Dabei geben sie Speichel ab, der die Gerinnung hemmen soll â und genau dieser Mix löst Schmerz, Schwellung und Juckreiz aus.
Das ist auch der wesentliche Unterschied zum MĂŒckenstich: MĂŒcken sind eher leise Diebe, Bremsen dagegen brutale RĂ€uber.
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Was lockt Bremsen magisch an?
Bewegung, WĂ€rme, SchweiĂ und dunkle Kleidung sind fĂŒr Bremsen unwiderstehlich. Wer drauĂen schwitzt, Sport macht oder schwimmt, ist besonders attraktiv fĂŒr die BeiĂer. Morgens und nach dem Sport duschen, das kann schon helfen.
Wo lauern die meisten Bremsen?
Bremsen lieben feuchte, warme Gegenden â also Moore, Seen, Flussufer und WĂ€lder. Besonders aktiv sind sie an windstillen, sonnigen Tagen im Sommer. Wer also zum Baden an den See oder zum Wandern ins GrĂŒne will, sollte sich auf mögliche Angriffe gefasst machen. In lĂ€ndlichen Gebieten trifft man sie hĂ€ufiger als in der Stadt.
Und was kann ich gegen Bremsen tun?
Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin können Bremsen fernhalten. Auch helle, lange Kleidung bietet Schutz. In Gruppen ist man zudem weniger gefĂ€hrdet, denn Bremsen suchen sich meist einzelne Opfer. Und: Wind ist der natĂŒrliche Feind der Bremse â ein kleiner Ventilator kann Wunder wirken.
Viele Insekten sind gefÀhrdet. Bremsen auch?
WĂ€hrend viele Insektenarten wie Wildbienen oder Schmetterlinge unter dem Insektensterben leiden, zeigen sich Bremsen erstaunlich robust. Ihre BestĂ€nde schwanken zwar von Ort zu Ort, doch insgesamt halten sie sich wacker â vor allem dort, wo Feuchtgebiete und SĂŒmpfe zu finden sind. Besonders wohl fĂŒhlen sie sich auf intensiv genutzten Wiesen und Weiden.
Haben Bremsen eine Funktion in der Natur?
So lĂ€stig sie fĂŒr uns sind â Bremsen haben durchaus ihren Platz im Ăkosystem. Die MĂ€nnchen etwa ernĂ€hren sich von Nektar und tragen zur BestĂ€ubung bei. Und auch die Weibchen, die Blut saugen, dienen vielen Tieren als Nahrung â etwa Vögeln, Libellen oder Fröschen. Ihre Larven leben im Boden oder Wasser und zersetzen organisches Material.
Warum stechen Bremsen tagsĂŒber und MĂŒcken eher abends?
Bremsen sind echte Sonnenanbeter und jagen tagsĂŒber, weil sie ihre Beute mit ihren scharfen Augen sehen und auf Bewegung reagieren. MĂŒcken hingegen sind dĂ€mmerungs- und nachtaktiv â sie verlassen sich vor allem auf Geruchssinn und WĂ€rmewahrnehmung. Deshalb summt es bei MĂŒcken erst am Abend, wĂ€hrend Bremsen schon beim Mittagsschwimmen zuschlagen.
Welche Tiere werden besonders oft von Bremsen gestochen?
Bremsen lieben groĂe, warme Körper â Rinder, Pferde und andere Weidetiere stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan. Ihr SchweiĂgeruch, ihre KörperwĂ€rme und die oft dunkle Fellfarbe wirken wie ein Magnet. Auch Hunde und Wildtiere bleiben nicht verschont. Besonders hart trifft es Tiere auf offenen FlĂ€chen ohne Wind â also genau dort, wo Bremsen ihre Runden drehen.
FĂŒr Nutztiere kann das zur echten Belastung werden. Deshalb werden auf Pferdeweiden oft Bremsenfallen aufgestellt. Doch Studien zeigen: Weniger als vier Prozent der gefangenen Insekten sind tatsĂ€chlich Bremsen, der Rest sind oft geschĂŒtzte oder seltene Arten.
Quelle: dpa












