Eine Zahnärztin und ihre Patientin bilden mit den Händen gemeinsam ein Herz.© Jacob Wackerhausen/iStock/Getty Images Plus
Eine regelmäßige Zahnvorsorge kommt auch der Herzgesundheit zugute.

Klarer Zusammenhang

STUDIEN BEWEISEN: KRANKE ZÄHNE, KRANKER KÖRPER

Kranke Zähne können sich auf den ganzen Körper auswirken. Das betont Zahnarzt Alexander Neubauer in seinem Buch „Die geheime Kraft der Zähne“. Aber wie genau hängen kranke Zähne mit unserer allgemeinen Gesundheit zusammen? Und was können wir zur Unterstützung tun?

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Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass kranke Zähne Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. So zeigte sich, dass die Nutzung von Zahnseide das Risiko für schwereHerz- Kreislauf-Erkrankungen reduzieren kann. Erkrankungen im Mundraum werden so verhindert. Diese stellen ein erhöhtes Risiko für viele schwere Krankheiten dar.

Besonders eine Volkskrankheit ist problematisch für unsere allgemeine Gesundheit. Sie kann bei Schwangeren zu Frühgeburten führen und erhöht wahrscheinlich auch das Krebsrisiko. Welche das ist? Hier kommen Antworten.

Kranke Zähne als Risikofaktor

Warum sind kranke Zähne eigentlich so ein Problem? Ganz einfach: Der Kieferknochen zählt zu den am stärksten durchbluteten Knochen in unserem Körper. Die Zähne sind wie kleine Organe, schreibt Alexander Neubauer. Sie besitzen eine direkte Verbindung mit dem Blutkreislauf.

Bakterien, Toxine und Entzündungsbotenstoffe können sich so über kranke Zähne in den gesamten Körper ausbreiten.

Ein weiteres Problem ist die unmittelbare Nähe zum Gehirn und die Verbindung des Kiefers über den Trigeminus, einen der wichtigsten Nerven des Körpers. Kranke Zähne stellen so ein Risiko für den Körper, aber auch für unser Gehirn dar.

Zahnerkrankung: Frühgeburt, Krebs, Herzinfarkt

Eine Zahnerkrankung sollte stets behandelt werden. Vor allem die Parodontitis, eine bakterielle Entzündung des Zahnfleisches, kann unbehandelt schwere Folgen haben. Bis zu 20 Prozent der Jüngeren und bis zu 50 Prozent der Menschen ab 65 Jahren leiden darunter. Hier sind nicht kranke Zähne das Problem, sondern die Bakterien in den Zahnfleischtaschen.

Zahnfleischbluten und Zahnverlust sind die harmloseren Folgen. Wird die Zahnerkrankung nicht behandelt, drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Rheuma, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. Einer schwedischen Langzeitstudie zufolge steigt auch das Krebsrisiko um fast 50 Prozent.

Kranke Zähne oder entzündetes Zahnfleisch stellen für Schwangere ein großes Risiko dar. Durch hormonelle Veränderungen sind sie anfälliger für Entzündungen im Mundraum. Bakterien gelangen durch kranke Zähne leicht ins Blut und können Frühgeburten auslösen.  

Ernährung für die Zähne wichtig

Unsere Ernährung spielt für unsere Zähne neben der Mundhygiene eine große Rolle. Bakterien im Mundraum bauen Zucker zu Säuren ab, die den Zahnschmelz angreifen, kranke Zähne begünstigen und Entzündungen fördern. Aber auch Cola, Limo und Säfte enthalten Säuren. Daher sollten sie in Maßen genossen werden.

Eine Ernährung, die für unsere Zähne günstig ist, enthält auch genug Vitamin D, K und C sowie Magnesium. All diese Faktoren sind wichtig für den Zahnschmelz und die Kieferknochen.

Was den Zähnen außerdem schadet – und was nützt

Kranke Zähne können übrigens auch durch andere Faktoren begünstigt werden. Dazu zählt nächtliches Zähneknirschen, das den Zahnschmelz schädigt und auch zu Tinnitus sowie Nacken- und Schulterbeschwerden führen kann. Auch Fehlstellungen der Zähne belasten den Körper durch die ungleiche Verteilung der enormen Kräfte beim Kauen.

Generell ist die Zahngesundheit kein isoliertes Thema, sondern wichtiger Teil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge.

  • Gründliches Zähneputzen,
  • die Reinigung der Zahnzwischenräume,
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • Nikotinverzicht und
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt

helfen, kranke Zähne zu verhindern.

Quellen:
https://www.n-tv.de/wissen/Schlechte-Zaehne-koennen-schwere-Krankheiten-ausloesen-id30318851.html
Jiaqing Fei, Xiaoyan Gong: „Association between dental floss use and atherosclerotic cardiovascular disease in American adults”, Heart & Lung, 21. Februar 2025. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0147956325000287

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