Keine Angst vor dem Piks
ERSTE BLUTSPENDE: 7 TIPPS ZU ABLAUF UND VORAUSSETZUNGEN
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Bei UnfĂ€llen mit schweren Verletzungen ist oft eine Blutspende gefragt â das ist bekannt. Doch auch bei Operationen oder Krebstherapien ist gespendetes Blut lebenswichtig. âDie moderne Medizin wĂ€re ohne Blutspende in ganz wesentlichen Teilen nicht machbarâ, sagt Kristina Hölig, PrĂ€sidentin der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Transfusionsmedizin und ImmunhĂ€matologie (DGTI).
Blut spenden zum ersten Mal â das klingt fĂŒr viele erstmal ungewohnt. Nur etwa drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmĂ€Ăig. Dabei helfen schon kleine Tipps, um Unsicherheiten zu ĂŒberwinden. Sie gehören (noch) nicht dazu oder Ihre Kund*innen fragen nach Ihrer EinschĂ€tzung? Dann finden Sie hier die wichtigsten Infos fĂŒr die erste Blutspende.
1. Motivation zur Blutspende
Ein gutes GefĂŒhl: Eine Blutspende rettet Leben. âIm Alltag gibt es relativ selten die Gelegenheit, jemandem das Leben zu rettenâ, sagt Kristina Hölig.
âWenn ich aber Blut spende, kann ich sicher sein, dass ich mit dieser Viertelstunde zumindest Leben erhalte â und oft auch an einer Lebensrettung beteiligt bin.â
Wer zum ersten Blut Mal spendet, darf sich auĂerdem ĂŒber einen kostenlosen Gesundheitscheck freuen. Das Blut wird nĂ€mlich im Anschluss unter anderem auf HIV sowie auf verschiedene Hepatitis-Viren untersucht, die LeberentzĂŒndungen auslösen können. Gibt es AuffĂ€lligkeiten, meldet sich der Blutspendedienst.
Ein weiterer netter Nebeneffekt: Meist gibt es eine AufwandsentschĂ€digung, die in aller Regel 20 bis 40 Euro betrĂ€gt. Und: Im Anschluss an den Termin gibt es ĂŒblicherweise einen Happen zu essen und etwas zu trinken.
2. Voraussetzungen fĂŒr eine Blutspende: Wer darf spenden?
Wer mindestens 18 Jahre alt, gesund und ĂŒber 50 Kilo schwer ist, fĂŒr den stehen die Chancen gut. Eine obere Altersgrenze fĂŒr die Blutspende gibt es ĂŒbrigens nicht mehr: âMan kann auch mit 60 Jahren noch anfangen, Blut zu spendenâ, sagt Kristina Hölig.
In einigen FĂ€llen â zum Beispiel Schwangerschaft, bei bestimmten Grunderkrankungen oder nachdem man einen Zahn gezogen bekommen hat â ist eine Spende (vorĂŒbergehend) nicht erlaubt. Ein Online-Check beim Deutschen Roten Kreuz hilft weiter.
Infos zum Blutspenden:
3. Wo findet die Blutspende statt?
Das Portal blutspenden.de des Bundesinstituts fĂŒr Ăffentliche Gesundheit (BIĂG) kann man sich Blut- und Plasmaspendedienste in der NĂ€he anzeigen lassen. Bei einigen kann man vorab einen Termin vereinbaren, bei anderen einfach vorbeischauen.
4. So bereitet man sich auf die erste Blutspende vor
Wer Blut zum ersten Mal spendet, sollte vorher gut essen und trinken. âMorgens nicht frĂŒhstĂŒcken und vormittags dann zur Blutspende gehen â das ist keine gute Ideeâ, sagt Transfusionsmedizinerin Hölig. Dann muss man damit rechnen, dass der Kreislauf schwĂ€chelt.
Fettarme Kost ist ideal. Sehr fetthaltige Mahlzeiten, auch am Vortag, beeintrÀchtigen die QualitÀt des Blutplasmas. Und wichtig: Personalausweis nicht vergessen.
5. Ablauf der Blutspende: Was passiert beim Termin?
Man sollte etwa eine Stunde einplanen. Der Ablauf der Blutspende startet mit einem Fragebogen zu Vorerkrankungen. Kristina Hölig erklĂ€rt: âSo will man Krankheiten ausschlieĂen, die ĂŒbertragen werden können.â Vor jeder Blutspende wird auĂerdem der HĂ€moglobinwert bestimmt. Unterschreitet er einen gewissen Wert, kann das auf einen Eisenmangel hinweisen. Eine Blutspende ist dann nicht möglich.
Alles im grĂŒnen Bereich? Dann kann die Spende beginnen. Dabei werden etwa 500 Milliliter Blut ĂŒber die Armvene entnommen. âNach 10 bis 15 Minuten ist der Blutbeutel gefĂŒlltâ, sagt Kristina Hölig.
Letzter Programmpunkt: ein Snack und etwas zu trinken. Dieser Imbiss soll den Kreislauf wieder in Schwung bringen und den Körper mit Energie und FlĂŒssigkeit versorgen.
6. Nach der Blutspende
Trinken, trinken, trinken. Beim Blutspenden verliert der Körper nĂ€mlich rund einen halben Liter FlĂŒssigkeit â die sollte man nachlegen.
Abgesehen davon sollte man den Körper nach der Spende schonen, also das schweiĂtreibende Training im Fitnessstudio oder die Joggingrunde lieber ausfallen lassen. âNach 24 Stunden sollte das kein Problem mehr seinâ, sagt Hölig.
7. Ist eine Blutspende belastend?
Durch die Spende geht dem Körper nicht nur FlĂŒssigkeit verloren, sondern auch Zellen wie die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Körper transportieren. Bis sie sich regenerieren, dauert es zwar etwas, wie Kristina Hölig sagt: âWenn man messen wĂŒrde, wĂŒrde man feststellen, dass man noch einige Wochen lang weniger von ihnen im Blut hat.â Der Expertin zufolge ist das aber nicht zu spĂŒren und auch kein Problem, âsofern man nicht gerade bei Olympia antritt und es auf eine High-End-Spitzenleistung ankommtâ.
Ăbrigens: Damit der Körper den Blutverlust gut ausgleichen kann, ist vorgeschrieben, dass zwischen zwei Blutspenden mindestens 56 Tage liegen mĂŒssen. Geregelt ist auch, wie oft man innerhalb von zwölf Monaten Vollblut spenden darf: MĂ€nner sechsmal, Frauen viermal.
Quelle: dpa












