Graphische Darstellung eines HPV Virus© quantic69 / iStock / Getty Images Plus
HPV-Viren können Genitalwarzen auslösen. Für Betroffene sind sie meist sehr unangenehm.

Intimbereich

FEIGWARZEN: WIE HPV-VIREN GENITALWARZEN AUSLÖSEN – UND WIE DIE HPV-IMPFUNG SCHÜTZT

Feigwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen und werden durch bestimmte HPV-Viren ausgelöst. Was viele nicht wissen: Eine HPV-Impfung kann auch vor Genitalwarzen schützen. Was PTA über Symptome, Behandlung und Prävention wissen sollten.

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Huch, warum habe ich auf einmal kleine Hubbel im Intimbereich? Wer so eine Beobachtung an Penis oder Vulva macht, ist erst einmal beunruhigt.

Gut möglich, dass es sich dabei um Feigwarzen, auch Genitalwarzen genannt, handelt. Diese gutartigen Hautveränderungen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Feigwarzen treten besonders häufig im Intimbereich auf und können für Betroffene sehr unangenehm sein. Die Warzen können einzeln oder in Gruppen vorkommen und haben meist einen Durchmesser von einem bis fünf Millimeter, erklärt das Portal „gesundheitsinformation.de“. Manchmal sind Feigwarzen etwas dunkler als die Haut, die sie umgibt.

HPV-Viren: Übertragung trotz Kondom möglich

Ausgelöst werden Feigwarzen durch bestimmte HPV-Viren, so die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und die Deutsche STI Gesellschaft (DSTIG). Diese HPV-Viren gehören zu einer groĂźen Gruppe von Viren, von denen einige Typen auch Krebsarten wie Gebärmutterhals- oder Analkrebs auslösen können. Während einige HPV-Viren Krebs begĂĽnstigen, verursachen andere vor allem Genitalwarzen beziehungsweise Feigwarzen.

HPV-Viren gelten als hochansteckend. Ăśbertragen werden die HPV-Viren bei engem Körperkontakt ĂĽber Haut und Schleimhäute â€“ etwa beim Sex. Durch winzig kleine Verletzungen, etwa durch eine vorangegangene Intimrasur, finden HPV-Viren den Weg in die Haut.

„Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz, da die Viren auch ĂĽber infizierte Hautareale auĂźerhalb des Kondoms ĂĽbertragen werden können“, so Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI Gesellschaft. Das bedeutet: Trotz Kondom können HPV-Viren ĂĽbertragen werden und später Feigwarzen oder Genitalwarzen entstehen.

Übrigens: Nicht jede Infektion mit bestimmten HPV-Viren führt automatisch zu Feigwarzen. Zwischen der Ansteckung mit HPV-Viren und dem Auftreten von Genitalwarzen können mehrere Monate vergehen. Bei Frauen sind es im Durchschnitt drei Monate, bei Männern sogar elf Monate.

"HPV-Viren werden bei engem Körperkontakt über Haut und Schleimhäute übertragen“.

Genitalwarzen: Behandlung ist häufig langwierig

Genitalwarzen, also Feigwarzen, können jucken, schmerzen aber nur selten. Auch wenn Feigwarzen medizinisch meist harmlos sind, empfinden viele Betroffene sie als belastend.

Feigwarzen können zwar von allein abheilen – darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht.

Bei Verdacht auf Feigwarzen empfiehlt es sich, eine Gynäkologin, einen Urologen oder eine Hautärztin aufzusuchen. Gerade bei Genitalwarzen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten gegen Feigwarzen, die teilweise kombiniert werden. Dazu zählen laut DDG und DSTIG:

  • die Kryotherapie, bei der Feigwarzen mittels flĂĽssigen Stickstoffs entfernt werden
  • die Laserablation, bei der durch Laserimpulse das betroffene Gewebe verdampft wird
  • chirurgische MaĂźnahmen zur Entfernung von Genitalwarzen
  • Cremes, die das Immunsystem stimulieren und ĂĽber mehrere Wochen gegen Feigwarzen angewendet werden

Die Behandlung von Genitalwarzen kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Außerdem können Feigwarzen nach der Therapie erneut auftreten.

HPV-Impfung schĂĽtzt auch vor Feigwarzen

Eine HPV-Impfung kann nicht nur vor bestimmten Krebsarten schĂĽtzen, sondern auch vor Feigwarzen. Die HPV-Impfung richtet sich gegen ausgewählte HPV-Viren, die fĂĽr verschiedene Erkrankungen verantwortlich sind.

Einer von zwei hierzulande zugelassenen HPV-Impfstoffen – Gardasil 9 – schĂĽtzt auch vor den HPV-Viren, die Feigwarzen beziehungsweise Genitalwarzen auslösen können, so das Robert Koch-Institut (RKI). Damit kann eine HPV-Impfung helfen, Feigwarzen vorzubeugen.

HPV-Impfung: Empfehlung für Mädchen und Jungen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung allen Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Für einen vollständigen Schutz durch die HPV-Impfung sind zwei Impfdosen notwendig. Die zweite Dosis der HPV-Impfung erfolgt fünf bis 13 Monate nach der ersten.

Idealerweise wird die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt durchgefĂĽhrt, damit sie optimal vor HPV-Viren, Genitalwarzen und bestimmten Krebsarten schĂĽtzen kann.

Wurde die HPV-Impfung in diesem Alter verpasst, sollte sie laut Empfehlung bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Dann sind drei Impfdosen erforderlich. Auch im Erwachsenenalter kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein. Ob sich eine HPV-Impfung im individuellen Fall lohnt, sollten Patientinnen und Patienten mit Arzt oder Ärztin besprechen.

Wermutstropfen: FĂĽr Erwachsene ist die HPV-Impfung meist keine Kassenleistung mehr. Die Impfung kostet rund 600 Euro. Viele Krankenkassen ĂĽbernehmen die Kosten fĂĽr die HPV-Impfung jedoch freiwillig bis zu einer bestimmten Altersgrenze – etwa bis 26 Jahre.

Quelle: dpa

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