Fette
GESUNDE SPEISEĂLE IM VERGLEICH: WELCHES PASST WOZU?
Seite 1/1 3 Minuten
Die Pressen in der ĂlmĂŒhle Solling in Niedersachsen arbeiten Tag und Nacht. Ăber groĂe Trichter werden sie mit Samen, Kernen oder NĂŒssen befĂŒllt, die Pressschnecke dreht sich und das Ăl flieĂt in einen lichtgeschĂŒtzten BehĂ€lter darunter. Ăbrig bleibt der bröcklige Presskuchen, der sich seitlich aus einer Ăffnung windet. Kaltpressen nennt man dieses Verfahren, durch das gesunde Speiseöle gewonnen werden.
Weil dabei auch WĂ€rme entsteht, ist die Halle vom Brummen der Abluftventilatoren erfĂŒllt. Die Temperatur solle nicht ĂŒber 40 Grad Celsius steigen, sagt Sarah Baensch, die das Familienunternehmen zusammen mit ihrem Bruder leitet. âSo stellen wir sicher, dass empfindliche FettsĂ€uren, Vitamine und andere gesunde Pflanzenstoffe erhalten bleibenâ, so die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin. Nach dem Pressen laufen die Speiseöle durch einen Filter, der Sedimentstoffe auffĂ€ngt.
Nativ oder raffiniert: Welches Ăl ist gesĂŒnder?
Kaltgepresste Speiseöle schmecken besonders intensiv nach dem, was in ihnen steckt: also Leinöl nach Leinsaat oder Olivenöl nach Olive. Nativ â also naturbelassen â heiĂen Ăle, wenn die FrĂŒchte, Samen oder Kerne vor dem Pressen nicht geröstet wurden. KostengĂŒnstiger und geschmacklich neutral sind raffinierte Ăle, fĂŒr die ĂlfrĂŒchte erhitzt und zusĂ€tzlich verarbeitet werden.
Die fertigen Ăle eignen sich gut zum Frittieren oder Braten und sind lĂ€nger haltbar.
Allerdings gehen laut der Expert*innen beim Raffinieren auch Vitamine und empfindliche FettsÀuren verloren.
Dennoch sind Speiseöle meistens gesĂŒnder als tierische Fette, da sie mehr ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthalten. Dagegen haben Butter oder Schmalz einen sehr hohen Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren.
Mehr Produkte im Test:
Olivenöl und Rapsöl als wahre Allrounder
Olivenöl ist ein Multitalent und schmeckt zu fast allem: Blattsalat, geschmortem GemĂŒse, Fleisch oder Antipasti. Es ist reich an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren und Vitamin E. Nach Angaben des Bundeszentrums fĂŒr ErnĂ€hrung (BZfE) eignet sich kaltgepresstes natives Olivenöl auch zum Braten und Frittieren bis 175 Grad. Ein gutes Zeichen beim Erhitzen: Das Ăl bleibt geruchsneutral und raucht nicht.
Rapsöl ist hierzulande ein Klassiker mit kurzen Transportwegen und gesunden Inhaltsstoffen. Die kaltgepresste native Variante enthÀlt laut BZfE viel ungesÀttigte Omega-6- und Omega-3-FettsÀuren.
Natives Rapsöl eignet sich fĂŒr kalte Speisen und zum sanften DĂŒnsten, wĂ€hrend sich zum scharfen Anbraten raffiniertes Rapsöl empfiehlt. So lassen sich Speiseöle vielseitig in der KĂŒche einsetzen.
Leinöl und Walnussöl fĂŒr die kalte KĂŒche
Leinöl wird heute als Superfood und regionale SpezialitĂ€t vermarktet. Mit seinem hohen Anteil an Omega-3-FettsĂ€uren lĂ€uft es laut Stiftung Warentest sogar dem Rapsöl den Rang ab. Neben Quark schmeckt Leinöl auch ins MĂŒsli oder zu krĂ€ftigen Salatsorten.
Die empfindliche Prinzessin unter den Speiseölen vertrĂ€gt allerdings keine WĂ€rme und verdirbt schnell, weshalb solche Speiseöle zwingend in den KĂŒhlschrank gehören.
Walnussöl hat ein nussiges, leicht fruchtiges Aroma und ist reich an Vitamin E.
Es eignet sich nur fĂŒr die kalte KĂŒche und passt zum Beispiel in Salatdressings, Dips oder sogar SĂŒĂspeisen.
Wegen seiner Empfindlichkeit gegenĂŒber WĂ€rme und Licht ist auch hier der KĂŒhlschrank der beste Lagerort fĂŒr Speiseöle dieser Art.
Kokosöl: Exotisch, aber mit EinschrÀnkung
Kokosöl schmeckt nach Urlaub unter Palmen und verflĂŒssigt sich bei ungefĂ€hr 24 Grad. Die kaltgepresste native Variante verleiht asiatischen Gerichten eine besondere Geschmacksnote und eignet sich zum DĂŒnsten von GemĂŒse. Dennoch reiht es sich nur bedingt in die Liste gesunder Speiseöle ein.
Sein Gesundheitsimage ist laut Verbraucherzentrale allerdings etwas ĂŒbertrieben, da es fast nur gesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthĂ€lt. Oft wird es zum heiĂen Braten empfohlen, doch das Max Rubner-Institut rĂ€t davon ab. Wegen des hohen Anteils mittelkettiger FettsĂ€uren könne beim Erhitzen leicht Rauch entstehen. Wer gesunde Speiseöle sucht, sollte hier also eher maĂvoll zugreifen.
Quelle: dpa












