Ein Junge hÀlt den Betrachtenden einen gelb-orangen Epipen entgegen. Einen weiteren Pen hat er in seiner Bauchtasche.© CarrieCaptured/iStock/Getty Images Plus
Viele Allergiker*innen bekommen gleich zwei Epipens verordnet fĂŒr den Fall, dass einer defekt ist.

Erstversorgung

ERSTE HILFE BEI ALLERGIE UND ATEMNOT

Auch wenn Betroffene gut aufpassen, kann es im Alltag schnell zum Kontakt mit Allergenen kommen. Dann brauchen Betroffene schnell Erste Hilfe, damit sich durch die Allergie keine Atemnot oder ein allergischer Schock entwickelt. Was können wir unseren Kund*innen als Notfallset bei Allergie empfehlen?

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Eine Allergie ist eine ĂŒbersteigerte Abwehrreaktion des Körpers auf in der Regel harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen, Lebensmittel oder Medikamente. IgE-Antikörper reagieren auf die Allergene und sorgen dafĂŒr, dass Mastzellen Histamin und weitere EntzĂŒndungsbotenstoffe ausschĂŒtten.

Es kann zu Rötungen, Quaddeln, Schwellungen oder Atembeschwerden kommen. Besonders wichtig ist Erste Hilfe, wenn es durch die Allergie zu Atemnot kommt und ein allergischer Schock droht.

Um eine Allergie zu entwickeln, muss der Betroffene bereits Kontakt mit dem auslösenden Stoff gehabt haben. Erst ab dem zweiten Kontakt kann es dann zu den allergischen Reaktionen kommen, die sich bei jedem weiteren Kontakt verschlimmern können, sodass Erste Hilfe gegen Allergie nötig wird. Ist die Erkrankung bekannt, haben Betroffene als Erste Hilfe meist ein Notfallset verschiedener Medikamente gegen ihre Allergie bei sich, damit ein allergischer Schock gar nicht erst entsteht.

Welche Erste Hilfe brauchen Betroffene? Bei leichten Formen der Allergie kommt es zu Juckreiz, Schwindel, Übelkeit und Schluckbeschwerden. Es stellt sich eine allgemeine körperliche SchwĂ€che ein, auch Schwellungen an HĂ€nden und im Gesicht sind möglich.

Ein allergischer Schock kann Blutdruckabfall, Herzrasen und Bewusstlosigkeit und damit letzten Endes auch einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen.

Allergischer Schock und Atemnot: Wie helfe ich?

Haben Betroffene bereits ein Notfallset fĂŒr Allergie bei sich, können wir ihnen helfen, es anzuwenden. Außerdem sollte der Notruf verstĂ€ndigt werden. Die Betroffenen sollte als Erste-Hilfe-Maßnahme beruhigt werden, bei Atemnot kann die Kleidung gelockert werden.

Besteht die Allergie gegen Insektenstiche, sollte der Stachel vorsichtig durch Schnipsen entfernt werden. Hat ein allergischer Schock einen Herzstillstand ausgelöst, muss eine Wiederbelebung ausgefĂŒhrt werden.

Ein allergischer Schock kann lebensbedrohlich werden, daher ist es wichtig, schnell Erste Hilfe bei Allergie zu leisten.

Notfallset bei Allergie: Was brauchen Kund*innen?

Wer schon einmal mit einer starken Allergie reagiert hat, bekommt hĂ€ufig ein Notfallset verordnet. Dieses dient als Erste Hilfe, wenn es wieder zu einer Allergie und Atemnot kommt. Dabei dĂŒrfen wir als Erste-Hilfe-Maßnahme Medikamente nie eigenmĂ€chtig verabreichen, sondern dĂŒrfen Betroffene nur bei der Einnahme ihrer Allergie-Medikamente unterstĂŒtzen.

Das Notfallset gegen Allergie besteht aus ein bis zwei Adrenalin Pens, einem Glucocorticoid und einem Antihistaminikum.

HĂ€ufig werden Betamethason und Dimetindenmaleat eingesetzt, da sie in flĂŒssiger Form erhĂ€ltlich und so schnell im Körper verfĂŒgbar sind. Tritt Atemnot auf, kann als Erste Hilfe auch ein Inhalator mit Salbutamol im Notfallset fĂŒr Allergie sinnvoll sein.

Bei einem schweren Verlauf ist sofort Erste Hilfe gefragt, da es durch die Allergie zu Atemnot kommen kann.

Adrenalin Pen aus dem Notfallset anwenden:

  • Als Erste Hilfe bei Allergie und Atemnot den Notruf absetzen!
  • Kappe abziehen, den Pen im rechten Winkel auf den Oberschenkel halten; Injektion durch Kleidung ist möglich
  • Zum Auslösen den Pen fest auf den Oberschenkel drĂŒcken, bis ein Klicken ertönt
  • Pen etwa 10 Sekunden an der Stelle halten
  • NotĂ€rzt*in ĂŒber die Verabreichung informieren
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