Älteres Paar joggt gemeinsam durch einen Park© Harbucks / iStock / Getty Images Plus
Regelmäßige Bewegung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken.

Risiko senken

HERZ-KREISLAUF-ERKRANKUNGEN: STUDIE EMPFIEHLT DEUTLICH MEHR SPORT

Mehr Bewegung könnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich stärker senken als bislang angenommen. Eine aktuelle Studie zeigt, warum die bisherige WHO-Empfehlung für Bewegung möglicherweise nicht ausreicht und welche Rolle regelmäßiger Sport für die Herzgesundheit spielt.

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Um das Herz-Kreislauf-System wirksamer vor Krankheiten zu schützen, könnte einer neuen Studie zufolge deutlich mehr Bewegung pro Woche nützlich sein als bislang von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Erwachsene sollten versuchen, sich etwa 560 bis 610 Minuten pro Woche – also rund zehn Stunden – zu bewegen, um ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie

  • Herzinfarkt,
  • Schlaganfall oder
  • Herzschwäche

deutlich zu senken, empfiehlt ein Team der chinesischen Macao Polytechnic University im Fachmagazin „British Journal of Sports Medicine“.

Mit Bewegung ist in der Studie Sport gemeint, der über leichte Bewegung hinausgeht, also entweder moderate Aktivität – hierbei kommt man leicht außer Atem, kann sich aber noch unterhalten – oder intensive Aktivität: Hierbei ist die Belastung so hoch, dass man deutlich schwerer atmet und das Sprechen schwerfällt. Gerade für die Herzgesundheit sei regelmäßige Sport Aktivität entscheidend.

WHO-Empfehlung für Bewegung: Andere Herangehensweise der Studie

Die Wissenschaftler werteten Daten von 17088 Menschen aus einer britischen Gesundheitsdatenbank – der UK Biobank – aus. Diese trugen eine Woche lang Beschleunigungssensoren, die ihre typische Bewegung pro Woche aufzeichneten. Außerdem wurde bei einem Test auf dem Fahrrad ihre maximale Sauerstoffaufnahme getestet und geschätzt. Danach wurde über einen Zeitraum von rund acht Jahren beobachtet, welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten bei den Probanden auftraten.

Das zentrale Ergebnis fassen die Autoren so zusammen: Die Einhaltung der WHO-Empfehlung für Bewegung – mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche – senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche der Studie zufolge um etwa acht bis neun Prozent.

Bei 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche lag die Verringerung des Risikos deutlich höher, nämlich bei mehr als 30 Prozent. Allerdings wurde dieses hohe Ausmaß an Bewegung auch nur von zwölf Prozent der Studienteilnehmer erreicht.

„Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, um das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko dauerhaft zu reduzieren“

Die Empfehlungen der WHO sind als Minimum gedacht, um einen grundlegenden Schutz gegen eine Vielzahl von Krankheiten zu bieten und die Sterblichkeit in der breiten Bevölkerung zu senken. Die WHO-Empfehlung für Bewegung setzt eine Schwelle an, die für große Teile der Bevölkerung realistisch erreichbar ist, da der größte gesundheitliche Gewinn bereits beim Schritt von völliger Inaktivität zu ein wenig Bewegung erzielt wird.

Im Gegensatz zur neuen Studie, die auf Messungen von Sensoren basiert, beruhen die Daten, auf die sich die WHO-Empfehlung für Bewegung stützt, hauptsächlich auf Selbstangaben von Studienteilnehmern.

Sport Herzgesundheit: Je nach Fitness unterschiedlicher Bedarf

Die neue Studie zeigt den Autoren zufolge, dass Menschen mit einer geringeren Grundfitness etwas mehr Bewegung pro Woche benötigen, um die gleichen Vorteile für die Herzgesundheit durch Sport zu erzielen wie sportlichere Personen. Obwohl die 150-Minuten-Regel der WHO ein wichtiger Einstieg bleibe, betonen die Autoren, dass für eine optimale Widerstandsfähigkeit deutlich höhere Aktivitätszeiten angestrebt werden sollten.

Für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen könne regelmäßige Bewegung damit eine noch größere Rolle spielen als bisher angenommen. Gleichzeitig weisen die Forscher darauf hin, dass mehr Sport nicht automatisch Leistungssport bedeute.

Bereits konsequent eingehaltene moderate Sport Aktivität könne die Herzgesundheit langfristig verbessern.

Das Team räumt auch ein, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, bei der keine sicheren Schlussfolgerungen zu Ursache und Wirkung gezogen werden könnten. Es könne der Fall sein, dass die untersuchte Gruppe gesünder und fitter gewesen sei als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Quelle: dpa

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