Sitzende Frau von hinten mit angewinkelten Beinen misst Blutdruck© Rommel Gonzalez / iStock / Getty Images Plus
Bei einer Vielzahl von Frauen tritt wĂ€hrend der Wechseljahre erstmals Bluthochdruck auf. Daher ist es wichtig, regelmĂ€ĂŸig zu messen und rechtzeitig zum Arzt zu gehen.

Risiko

BLUTHOCHDRUCK IN DEN WECHSELJAHREN: WARUM DER BLUTDRUCK PLÖTZLICH STEIGT

Viele Frauen entwickeln erstmals Bluthochdruck in den Wechseljahren – oft ohne es zu merken. Hormonelle VerĂ€nderungen, Stress und Schlafprobleme spielen dabei eine zentrale Rolle. Worauf es jetzt ankommt und wie sich Bluthochdruck bei Frauen frĂŒhzeitig erkennen lĂ€sst.

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Durch die Wechseljahre verĂ€ndert sich vieles im Körper. Und manchmal kommen gesundheitliche Probleme dazu, die vorher gar kein Thema waren. Ein Beispiel: In der Menopause verdoppelt sich das Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, heißt es von der Deutschen Herzstiftung.

Bluthochdruck in den Wechseljahren ist damit kein RandphĂ€nomen, sondern ein relevantes Gesundheitsrisiko.

Bluthochdruck in der Menopause: Warum der Blutdruck steigt

Was lĂ€sst den Blutdruck in der Menopause ansteigen? Das hat vor allem damit zu tun, dass der Östrogenspiegel in dieser Phase absinkt – und damit auch die schĂŒtzenden Auswirkungen dieses Hormons abhandenkommen. Bluthochdruck in der Menopause steht somit in engem Zusammenhang mit hormonellen VerĂ€nderungen.

So hilft Östrogen dabei, die GefĂ€ĂŸe elastisch zu halten, wodurch das Herz weniger Kraft aufbringen muss, um den Blutfluss aufrechtzuerhalten. Insgesamt wirkt das Hormon blutdrucksenkend und schĂŒtzt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fehlt dieser Effekt, steigt das Risiko fĂŒr Bluthochdruck in der Menopause deutlich an.

Zugleich steigt in den Wechseljahren der Testosteronspiegel an. Das kann dazu fĂŒhren, dass Frauen verstĂ€rkt in der Bauchregion Fett einlagern.

Dieses Fett kann laut der Deutschen Herzstiftung selbst Hormone produzieren, die
- erstens den Blutdruck ansteigen lassen und
- zweitens den Appetit anregen und dadurch Übergewicht begĂŒnstigen können – ein weiterer Risikofaktor fĂŒr Bluthochdruck in der Menopause.

Bluthochdruck in der Menopause steht somit in engem Zusammenhang mit hormonellen VerÀnderungen.

Wechseljahre und Blutdruck: Typische Begleitfaktoren

Auch Stress und Schlafstörungen erhöhen das Risiko, dass sich ein Bluthochdruck entwickelt. Beides sind fĂŒr viele Frauen typische Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Wechseljahre und Blutdruck sind deshalb nicht nur hormonell bedingt, sondern wird auch durch Lebensstil und psychische Belastungen beeinflusst.

TĂŒckisch: Bluthochdruck verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Er zahlt in dieser Zeit aber bereits auf das Risiko ein, eines Tages
- einen Herzinfarkt,
- eine HerzschwÀche oder
- einen Schlaganfall

zu erleiden. Gerade beim Thema Wechseljahre und Blutdruck ist es daher wichtig, frĂŒhzeitig aufmerksam zu sein.

„Frauen sollten deshalb wachsam fĂŒr ihren Blutdruck sein und ihn regelmĂ€ĂŸig beim Arzt messen lassen oder ihn selbst messen“,

rÀt Professor Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung.

Ein guter Anfang: Wenn man ohnehin beim GynĂ€kologen oder bei der HausĂ€rztin ist, nach einer Blutdruckmessung fragen – wenn das Praxispersonal nicht von sich aus die Manschette anlegt. So lassen sich Wechseljahre und Blutdruck besser im Blick behalten.

Bluthochdruck bei Frauen frĂŒh erkennen

Sinnvoll ist der Deutschen Herzstiftung zufolge auch, den Vorsorge-Check-up in der Hausarztpraxis in Anspruch zu nehmen. Wer gesetzlich versichert ist, hat ab einem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch darauf.

Bei dem Termin werden
- Blutdruck,
- Blutzucker,
- Blutfette (Cholesterin) und
- Körpergewicht kontrolliert.

„Dadurch lassen sich unerkannte Risikokrankheiten fĂŒr Herzinfarkt, Schlaganfall und HerzschwĂ€che aufdecken“, so Tiefenbacher. Gerade Bluthochdruck bei Frauen bleibt sonst hĂ€ufig lange unbemerkt – auch wĂ€hrend der Wechseljahre.

Bluthochdruck bei Frauen: Was das Herz schĂŒtzt

Gesunde Lebensgewohnheiten aufbauen: Frauen, die dieses Ziel verfolgen, kommen nicht nur besser durch die Wechseljahre, sondern tun auch ihrem Herzen Gutes. FĂŒr Bluthochdruck bei Frauen spielen diese Faktoren eine zentrale Rolle:

  • RegelmĂ€ĂŸige Bewegung: Ideal ist Ausdauerbewegung wie schnelles Gehen, Radfahren oder Schwimmen, am besten an fĂŒnf Tagen pro Woche fĂŒr mindestens 30 Minuten. Das kann helfen, Bluthochdruck in den Wechseljahren positiv zu beeinflussen.
  • Ausgewogene ErnĂ€hrung: „Mediterran“ lautet hier das Stichwort – viel GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte und Obst, wenig Fleisch, dafĂŒr eher Fisch. Plus: Beim WĂŒrzen eher auf KrĂ€uter als auf Salz setzen. Auch das wirkt sich gĂŒnstig auf Bluthochdruck bei Frauen aus.
  • Entspannung fördern: Stress lĂ€sst den Blutdruck ansteigen. Wichtig also: Inseln der Ruhe in den Alltag einbauen. Entspannungstechniken von Yoga bis hin zur progressiven Muskelentspannung können den Bluthochdruck in den Wechseljahren senken helfen.

Ebenfalls wichtig: Übergewicht vermeiden sowie auf Rauchen und Alkohol verzichten. Und es lohnt auch, am eigenen Schlaf anzusetzen. Vermiesen SchweißausbrĂŒche und Hitzewallungen Frauen die NĂ€chte, sollten sie das Thema bei Arzt oder Ärztin ansprechen.

Oft gibt es Möglichkeiten, diese Beschwerden zu lindern – und damit auch Bluthochdruck in den Wechseljahren gĂŒnstiger zu beeinflussen.

Quelle: dpa

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