Neue Studien
DARMKREBS: ASS NICHT ZUR VORBEUGUNG GEEIGNET
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Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und andere nichtsteroidale Antirheumatika wirken entzündungshemmend. Weil für die Entstehung zahlreicher Krebsarten wie auch Darmkrebs Entzündungen eine Rolle spielen, lag eine vorbeugende Einnahme nahe.
In den USA war dies für ASS einige Jahre sogar offiziell empfohlen, bevor man zurückruderte. Eine Datenanalyse aus China zeigt jetzt genau: Für die langfristige Einnahme von ASS und Co. gibt es keinen belegten Nutzen in Bezug auf Darmkrebs.
Darmkrebs und ASS
Dass ASS vor Darmkrebs schützt, können Forschende um Zhaolun Cai von der Sichuan Universität nicht erkennen. Wohl aber zeigen ihre Analysen von 125000 Datensätzen Risiken für die langfristige Einnahme.
- Zehn klinische Studien analysierten die Forschenden.
- In sieben davon nahmen Probanden zwischen 75 und 100 Milligramm Acetylsalicylsäure täglich ein,
- in dreien sogar höhere Dosen.
Das Team wertete die Häufigkeit von Darmkrebs bei Personen, die täglich ASS einnahmen, aus und verglich sie mit der in Kontroll- oder Placebogruppen. Für andere Wirkstoffe fand das Team nicht genug Daten. Es konzentrierte sich daher auf ASS in Bezug auf Darmkrebs.
Kein Nutzen, aber Risiken
Cai fand heraus, dass ein „Nutzen nicht garantiert und mit unmittelbaren Risiken verbunden“ ist. Darmkrebs trat unter ASS nicht signifikant seltener auf, allerdings erhöhte die Einnahme das Risiko für Blutungen in und um das Gehirn sowie für Schlaganfälle. Vor allem ältere und vorerkrankte Personen waren gefährdet.
Um überhaupt Effekte zu sehen, musste die Einnahme außerdem mindestens 5 bis 15 Jahre lang erfolgen.
Eine allgemeingültige Empfehlung für ASS zum Schutz vor Darmkrebs gibt es also nicht. Vielmehr sollten Nutzen und Risiken für jeden Fall sorgfältig abgewogen werden und eine ärztliche Beratung erfolgen.
Krebsrisiko lässt sich beeinflussen
Das Krebsrisiko lässt sich nur durch die Einnahme von ASS also nicht senken. Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum überraschen die Ergebnisse nicht. Darmkrebs beispielsweise habe Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und einseitige Ernährung. Diese könne man beeinflussen.
Darmkrebs trifft pro Jahr in Deutschland etwa 25000 Menschen. Die Zahl ist rückläufig dank verbesserter Diagnosemethoden und Früherkennungsmaßnahmen für Personen ab 50 Jahren. In den letzten 20 Jahren sank zudem die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs um 17 Prozent, was auch an den verbesserten Therapien liegt. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.
Das Krebsrisiko kann man also mit ASS allein nicht senken. Wohl aber lässt sich über den Lebensstil die allgemeine Gesundheit beeinflussen. Das schützt dann nicht nur vor Darmkrebs.
Quellen:
https://www.spektrum.de/news/krebsvorsorge-mit-ASS-vor-darmkrebs-schuetzen-forscher-raten-ab/2312576
Cai Z, Meng Y, Yang W, Han Y, Cao D, Zhang B.: „ASS and other nonsteroidal anti‐inflammatory drugs (NSAIDs) for preventing colorectal cancer and colorectal adenoma in the general Population“, Cochrane Database of Systematic Reviews, 26. Februar 2026. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015266.pub2












