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FRUKTOSE UND NIEREN: WIE FRUCHTZUCKER DIE NIEREN BELASTEN KANN
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Durst? Wer ihn nicht mit Softdrinks, sondern mit Wasser, ungesüßtem Tee oder Kaffee löscht, tut auch seinen Nieren etwas Gutes. Denn gerade zuckerhaltige Getränke führen schnell dazu, dass viel Zucker aufgenommen wird – und genau hier spielt der Zusammenhang zwischen Fruktose und Nieren eine wichtige Rolle.
Limonaden, Schorlen und Co. verleiten dazu, in kurzer Zeit viel Fruchtzucker aufzunehmen. Ein hoher Konsum an Fructose kann langfristig die Nieren-Belastung erhöhen, wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt. Für die Gesundheit mit Blick auf Fruktose insgesamt lohnt sich daher ein genauer Blick auf den eigenen Zuckerkonsum.
Dafür zunächst etwas Zucker-Theorie: Anders als Traubenzucker (Glucose) wird Fruktose unter anderem auch in den Nieren verstoffwechselt. Gerade dieser Stoffwechselprozess erklärt, warum Fruktose Nieren direkt beeinflussen kann und weshalb Experten den Zusammenhang zwischen Fruktose und Nieren immer wieder thematisieren.
Ein hoher Konsum an Fructose kann langfristig die Nieren-Belastung erhöhen, wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt
Aus gleich mehreren Gründen ächzt das Organ, wenn wir über längere Zeit viel davon zu uns nehmen:
- Beim Abbau von Fruchtzucker bildet der Körper vermehrt Harnsäure. Ist dieser Spiegel dauerhaft erhöht, können sich Harnsäurekristalle im Nierengewebe ablagern. Das kann zu Nierenschäden, Nierensteinen und Entzündungen führen – ein Beispiel dafür, wie Fruktose Nieren langfristig beeinträchtigen kann.
- Ein hoher Fruktose Konsum beeinflusst auch die Gesundheit: Er fördert die Bildung von Fett und Entzündungen im Körper. Dadurch können die kleinen Blutgefäße der Nieren Schaden nehmen – ein weiterer Mechanismus, durch den Fruktose Nieren belastet.
- Dazu kommen indirekte Effekte: Viel Fruktose fördert Insulinresistenz, Bluthochdruck und Fettleber. Diese Erkrankungen verschlechtern die Gesundheit insgesamt und verstärken zusätzlich den negativen Effekt von Fructose auf die Nieren.
Fruchtzucker und Nieren: Obst ist nicht das Problem
Wer gerne Apfelspalten oder Blaubeeren snackt, muss sich das nicht verkneifen.
Für Fruchtzucker und Nieren gilt: Natürlich vorkommender Zucker aus Obst ist in der Regel unproblematisch.
„Problematisch ist nicht Fruktose aus frischem Obst, sondern vor allem der zugesetzte Fruchtzucker in industriell hergestellten Lebensmitteln“, so die Nephrologin Sylvia Stracke, die Pressesprecherin der DGfN ist.
Problematisch ist nicht Fruktose aus frischem Obst, sondern vor allem der zugesetzte Fruchtzucker in industriell hergestellten Lebensmitteln
Die Zuckerfalle:
Fruktose Lebensmittel: Wo besonders viel Zucker steckt
Viele Fruktose Lebensmittel verstecken sich im Alltag. Fruktose ist beispielsweise in Softdrinks, Energydrinks, Sportgetränken, Eistees und aromatisierten Wässern enthalten. Gerade solche Fruktose Lebensmittel tragen dazu bei, dass Menschen unbemerkt große Mengen Zucker aufnehmen – mit möglichen Folgen für die Gesundheit und die Nieren.
Auch Fruchtjoghurt, Müsliriegel, Frühstückscerealien und Desserts gehören häufig zu den Fruktose Lebensmitteln, die viel zugesetzten Zucker enthalten. Ebenso zählen Fertigsoßen, Dressings und Backwaren zu Fruktose Lebensmitteln, bei denen sich ein Blick auf die Zutatenliste lohnt.
Auf der Zutatenliste sollten Verbraucher besonders auf Begriffe achten, die auf Fruktose Lebensmittel hinweisen, etwa „Fruktose-Glucose-Sirup“ oder „Maissirup“. Wer solche Fruktose Lebensmittel möglichst meidet, kann die eigene Gesundheit unterstützen und das Risiko reduzieren, dass Fruktose Nieren langfristig belastet.
Die Nieren-Experten raten außerdem dazu, Normalgewicht anzustreben und Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes konsequent zu behandeln – wichtige Maßnahmen gegen zu viel Fruktose, für die Gesundheit und zum Schutz der Nieren.
Quelle: dpa












