Nachhaltigkeit in der Medizin
SCHNELLTESTS FÜR DEN BIOMÜLL
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Die Corona-Pandemie hat einiges verändert: mehr Homeoffice, Krankschreibungen per Telefon oder einen sensibleren Umgang mit Infekten generell. Leider hat die Pandemie auch ziemliche Müllberge hinterlassen, bestehend aus Masken, Handschuhen, leeren Desinfektionsmittelflaschen. Und ja, auch Schnelltests landeten nicht im Biomüll, sondern in der schwarzen Tonne.
Müllberge sind ein generelles Problem in der Medizin, doch Forschende an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden wollen mehr Nachhaltigkeit schaffen. Erster Schritt des Projekts BioMat ist ein Schnelltest für den Biomüll.
In diesem Fall ist der nachhaltige Schnelltest für den Nachweis von Hepatitis D gedacht.
Kompostierbare Schnelltests für den Biomüll – wie geht das?
Würde man fragen, viele würden sagen, dass sie Plastik nicht mögen oder im Alltag meiden. Aber das Material bringt viele vorteilhafte Eigenschaften mit sich: Es ist langlebig, stabil, inert, günstig. Diese Eigenschaften werden auch innerhalb der medizinischen Diagnostik geschätzt.
Und genau diese Eigenschaften übertrug die Forschungsgruppe auf einen biologisch abbaubaren Schnelltest. Damit der Schnelltest auch wirklich im Biomüll landen kann, muss das Material aber gleichzeitig biologisch abbaubar sein – und zwar nicht erst nach 50 Jahren.
Nachhaltiger konsumieren:
PBS-Schnelltest biologisch abbaubar
Das Zauberwort hier heißt: Polybutylensuccinat oder kurz PBS. Ein biologisch abbaubarer Kunststoff, der gleichzeitig gute Verarbeitungseigenschaften und Stabilität mitbringt. Landet ein PBS-Schnelltest im Biomüll, zersetzt er sich binnen sechs Wochen in Wasser, Biomasse und Kohlendioxid. Auf der Deponie dauert es etwas länger. So gelingt ein Schnelltest nachhaltig.
Nachhaltiger Schnelltest: Woran es im Moment scheitert
Erster Schritt: Schnelltest in nachhaltig? Check! Doch wie geht es weiter? Biologisch abbaubare Schnelltests für den Biomüll klingen toll, doch was ist mit den restlichen Bestandteilen des Müllberges aus Masken, Handschuhen und Einmalprodukten?
Ein großer Haken ist die Gesetzeslage: Medizinische Abfälle müssen hierzulande verbrannt werden. Das dient der Hygiene und letztlich dem Schutz der Bevölkerung – oder wollen Sie Komposterde mit Corona-Viren an Ihre Tomaten im Garten schütten? Zum jetzigen Zeitpunkt darf ein Schnelltest nicht im Biomüll landen.
Doch auch wenn diese Regeln nachvollziehbar sind, stehen sie doch im Konflikt mit Nachhaltigkeits-Ansprüchen. Denn irgendwann haben wir vielleicht astreine Komposterde, aber kein Klima mehr, in dem Tomaten noch wachsen würden. Dann doch lieber biologisch abbaubare Schnelltests?
Der Anfang ist gemacht
Die Forschenden wollen mehr als biologisch abbaubare Schnelltests für den Biomüll. Sie fordern ein Umdenken und dass erdölbasierte Diagnostik-Produkte langfristig Schritt für Schritt auf nachhaltige Alternativen umgestellt werden.
Ein Anfang ist mit dem nachhaltigen Schnelltest getmacht. Das Ziel des Projekts ist es, preisgünstige, massentaugliche, weltweit einsetzbare Schnelltests für den Biomüll bereitzustellen. Und damit den Weg für mehr Nachhaltigkeit in der Medizin zu ebenen.
Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk












