Tofu, Tempeh, Sojasoße, Sojadrink, Edamame und Sojabohnen© Ika Rahma/iStock/Getty Images Plus
Nicht nur Veganer*innen und Vegetarier*innen schätzen die verschiedenen Sona-Produkte.

Hormone

QUATSCH MIT SOJA-SOSSE? WAS WIRKLICH HINTER GESUNDHEITS-MYTHEN STECKT

Wie beeinflusst Soja die Gesundheit wirklich? Verbraucherzentralen räumen mit Mythen zu Brustkrebs, Schilddrüse und Hormonen auf – und zeigen, worauf es beim Verzehr ankommt.

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Soja im Veggie-Döner, in Tofu oder Miso: proteinreiche Soja-Produkte sind längst nicht mehr nur was fĂĽr Veggiefans. Auch wer Fleisch liebt, greift zunehmend zu Alternativen. Gerade im Kontext der Gesundheit wird häufig diskutiert, welche Vorteile und Risiken durch Soja tatsächlich bestehen – schlieĂźlich gilt Soja – wie HĂĽlsenfrĂĽchte generell – als gesund fĂĽr Mensch und Umwelt.

Was steckt hinter den Gerüchten um Sojaprodukte in Bezug auf Hormone, Brustkrebs und eine drohende „Verweiblichung“ von Männern? Was Verbraucherschützer raten.

Sorgen um die Gesundheit wegen Soja?

Nicht nur unter Veggie-Gegner*innen und -Fans ranken sich allerlei Befürchtungen rund um Soja und die Gesundheit. Die Verbraucherzentralen haben kursierende Mythen sowie angebliche und tatsächliche Risiken von Soja und Sojaprodukten auf den Prüfstand gestellt. Etwa dass Soja-Konsum der Schilddrüse schade, bei Brustkrebs nicht zu empfehlen sei oder die Hormone von Männern beeinflusse. Woher kommen die Sorgen um die Gesundheit?

Die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer Struktur dem Hormon Ă–strogen Ă¤hneln – der Aspekt, der die Gesundheits-Diskussion um Soja maĂźgeblich prägt.  

Doch: „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, stellt Stella Glogowski von der Verbraucherzentrale Hessen klar.

Soja bei Brustkrebs: Wie sicher ist der Verzehr?

Beim Thema Brustkrebs gibt es häufig Verunsicherung um Soja. FĂĽr die Fachgruppenleiterin Lebensmittel und Ernährung ist der Verzehr ĂĽblicher Mengen Soja-haltiger Lebensmittel nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand jedoch unbedenklich fĂĽr die Gesundheit. Glogowski rechnet vor:

Ein bis zwei Portionen täglich – eine Portion entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink – gelten auch während einer antihormonellen Therapie als sicher. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Soja-Konsum das Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs erhöht.

Soja und die SchilddrĂĽse: Kommt es auf die Menge an?

Auch die Frage nach der Gesundheit der Schilddrüse wird rund um Soja häufig gestellt. Hier gilt: Bei ausreichender Jodversorgung erwarten die Verbraucherschützer*innen durch normalen Soja-Konsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Schilddrüse.

Anders kann es jedoch bei Jodmangel oder bestehenden Erkrankungen der Schilddrüse aussehen. Isoflavone aus Soja-Lebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, rät Glogowski. Gerade beim Thema Soja Schilddrüse zeigt sich, dass die individuelle Situation für die Soja Gesundheit entscheidend ist.

Vorsicht bei hochdosierten Isoflavon-Supplementen
Ob hochdosierte Supplemente mit Soja-Isoflavon fĂĽr die Gesundheit unbedenklich sind, insbesondere fĂĽr Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen der SchilddrĂĽse, ist nicht ausreichend belegt. Stella Glogowskis Rat: Wer an östrogenabhängigem Gebärmutter- oder Brustkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Soja-Isoflavonen nicht einnehmen.

Soja und die Hormone der Männer: Gibt es die „Verweiblichung“?

Ein weiterer Mythos betrifft den Einfluss von Soja auf die Hormone von Männern. Doch die Sorge, Soja könne den Testosteronspiegel senken oder eine „Verweiblichung“ bei Männern verursachen, ist laut Glogowski unbegründet.

Studien wĂĽrden keine relevanten Effekte auf die Hormone bei einem ĂĽblichen Konsum zeigen.

Helfen Soja-Isoflavone bei Wechseljahresbeschwerden?

Im Kontext der Gesundheit von Frauen wird oft gefragt, ob Soja bei Wechseljahresbeschwerden hilft. FĂĽr eine verlässliche Linderung von Beschwerden wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone gibt es aber bislang keine gesicherten Belege.

Was gegen Verunsicherung hilft

FĂĽr eine stabile Gesundheit empfehlen die Verbraucherzentralen vor allem eines: Vielfalt. Soja und Soja-Produkte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink können in ĂĽblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein.

Sie liefern hochwertiges Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend bleibt – wie so oft – das Maß.

„Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden“,

schätzt VerbraucherschĂĽtzerin Glogowski die Effekte auf die Gesundheit ein.

Quelle: dpa

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