Auswahl Vitaminwasser-Flaschen mit leuchtend bunten Verschlüssen im Supermarkt© Ekaterina Yakimenko / iStock / Getty Images Plus
Vitaminwasser

Erfrischungsgetränke

SIND VITAMINWASSER WIRKLICH GESUNDE DURSTLĂ–SCHER?

„Wasser pur schmeckt öde!“: Finden Sie auch? Dann sind Sie vermutlich Zielgruppe für ein trendiges Vitaminwasser. Doch sind diese Getränke tatsächlich gesunde Durstlöscher? Lesen Sie hier, was Ernährungsexpert*innen über Wasser mit Geschmack und künstliche Vitaminzusätze denken und wann ein Vitaminwasser sinnvoll ist.

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Wasser ist zweifellos der beste Weg zur Hydratation. Für viele ist es aber auch der langweiligste. Das weiß auch die Getränkeindustrie und bietet eine große Auswahl an aufgepeppten Getränken wie Vitaminwasser an. Sie werben mit Kräuter- oder Fruchtzusätzen, Mineralstoffen und einer Extra-Portion Vitamine, um als gesunde Durstlöscher wahrgenommen zu werden.

Doch ist ein solches Vitaminwasser eine gesunde Wahl? Es kommt darauf an, was da genau in der Flasche ist, so das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Weil ein Wasser mit Geschmack oft kalorienarm ist, kann es „hin und wieder eine Alternative zu Wasser sein“, schreiben die Ernährungsexpert*innen. Einen großen gesundheitlichen Vorteil durch Vitaminzusätze, Pflanzenextrakte und Mineralstoffe sollte man von einem Vitaminwasser aber nicht erwarten. Sind sie also gesunde Durstlöscher?

Wasser mit Geschmack: Extrakte fĂĽr die Farbe

So gesund und schmackhaft Extrakte aus Zitronengras, Sanddorn, Ingwer oder Guarana auf der Zutatenliste für ein Wasser mit Geschmack auch klingen: Meist sind laut dem BZfE nur geringe Mengen davon in den Getränken enthalten. Bei einem typischen Vitaminwasser dienen sie damit eher der Farbe als dem Geschmack. Letzterer wird für ein intensives Wasser mit Geschmack meist mit Aromen oder Süßungsmitteln verstärkt, erklären die Ernährungsexpert*innen.

Wirkliche gesunde Durstlöscher sehen oft anders aus.

Kritischer Blick auf viele Vitaminzusätze

Auch von einem Vitaminwasser mit zahlreichen Nährstoffen lässt man sich besser nicht blenden. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat sich insgesamt 35 Produkte aus der Kategorie Vitaminwasser näher angeschaut, um zu prüfen, ob es sich um gesunde Durstlöscher handelt. Häufige Vitaminzusätze waren demnach Pantothensäure (Vitamin B5), Niacin (Vitamin B3), Pyridoxin (Vitamin B6) und Biotin (Vitamin B7). Bei zwölf Getränken überschritt bereits eine Flasche Vitaminwasser die empfohlene Tageszufuhr einzelner Vitamine.

„Ein gesundheitlicher Mehrwert über die normalen Körperfunktionen hinaus ist dadurch jedoch nicht zu erwarten“, heißt es von den Verbraucherschützer*innen. Überschüssige wasserlösliche Vitamine aus dem Vitaminwasser landen über den Urin schlichtweg in der Toilette. Auch das BZfE betrachtet diese Vitaminzusätze kritisch, da eine ungezielte Aufnahme nicht sinnvoll sei. Wer sich ausgewogen ernährt, ist in aller Regel gut versorgt, sodass ein Vitaminwasser unnötig ist; bei einem Mangel helfen gezielte Präparate besser als fragwürdige gesunde Durstlöscher.

Vorsicht vor Zucker im Vitaminwasser

In jedem Fall lohnt bei einem Wasser mit Geschmack ein Blick auf die Zutatenliste. Zum Beispiel, um zu prüfen, ob Zucker, Fruchtzucker, Traubenzucker oder Honig dort auftauchen. Wer gesunde Durstlöscher sucht, die möglichst kalorienarm sind, ist mit einem zuckerhaltigen Vitaminwasser nicht so gut bedient. Gut zu wissen: Ein Wasser mit Geschmack bis maximal 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter darf sich als „kalorienarm“ bezeichnen.

Ein Vitaminwasser mit Süßungsmitteln ist zwar kalorienärmer als zuckerhaltige Varianten. Dennoch raten Verbraucherschützer*innen dazu, Wasser mit Geschmack nur in Maßen zu trinken. Unter anderem, weil man dadurch an Süße gewöhnt bleibt und solche Getränke selten ideale gesunde Durstlöscher sind. Künstliche Vitaminzusätze machen sie nicht automatisch besser.

Gesunde Durstlöscher einfach selbst mischen

Wer Wasser pur kaum herunterbekommt, kann sich auch selbst ein leckeres Wasser mit Geschmack zusammenmischen. Oft reicht schon ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft, etwas abgekühlter Früchte- oder Kräutertee, Ingwer, Zitrone oder Minze, um Wasser interessanter zu machen, so das BZfE. So entstehen echte gesunde Durstlöscher ganz ohne künstliche Vitaminzusätze. Die DIY-Variante ist zudem deutlich günstiger als ein fertiges Vitaminwasser. Ein gekauftes Wasser mit Geschmack kostet im Handel teilweise über zwei Euro pro Liter.

Quelle: dpa

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