Neue Studie
BEI STRESS SPEICHERT DAS GEHIRN WENIGER ZUSAMMENHĂNGE
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Stress beeinflusst vor allem die Hirnbereiche, die fĂŒr die sogenannte GedĂ€chtnisintegration zustĂ€ndig sind. Hier verknĂŒpfen wir das neue knallrote Fahrrad des Nachbarn so mit ihm, dass wir das Rad auf dem Supermarktparkplatz erkennen und im GeschĂ€ft fĂŒr ein SchwĂ€tzchen Ausschau halten können.
Forschende um Kai SchĂŒren von der UniversitĂ€t Hamburg konnten zeigen, wie genau Stress das Gehirn in der Arbeitsweise beeinflusst.
Stress verÀndert PrioritÀten im Gehirn
Bei Stress arbeitet unser Gehirn anders. Vor allem der Hippocampus besitzt viele Rezeptoren fĂŒr Stress-Botenstoffe. An der aktuellen Studie nahmen 121 Freiwillige teil, die zunĂ€chst VerknĂŒpfungen zwischen Bildpaaren lernten. Ein Gesicht oder eine Szene (Bild A) sollte mit einem Tier verknĂŒpft werden (Bild B). Also ein Frauengesicht mit einer Katze.
Um die Auswirkungen von Stress auf das Gehirn und das Lernen zu prĂŒfen, teilten die Forschenden die Probanden am zweiten Tag in zwei Gruppen. Die eine Gruppe musste ein fiktives Jobinterview ĂŒberstehen und zusĂ€tzlich komplizierte kognitive Aufgaben lösen. Die Kontrollgruppe durfte ĂŒber ein frei gewĂ€hltes Thema wie den letzten Urlaub reden.
ErwartungsgemÀà wiesen die gestressten Personen höheren Blutdruck und höhere Cortisol-Werte im Speichel auf. Beide Gruppen sollten dann weitere VerknĂŒpfungen lernen, diesmal zwischen einem Tier, im Beispiel die Katze (Bild B), und einer geometrischen Form wie einem Rechteck (Bild C).
Um zu prĂŒfen, wie der Stress das Gehirn beeinflusst, folgte am dritten Tag eine funktionelle Magnetresonanz-Tomographie. WĂ€hrenddessen bekamen die Teilnehmenden Bild C (Rechteck) gezeigt und die Forschenden prĂŒften, ob die Verbindung zu Bild A (der Frau) hergestellt werden konnte.
Die Probanden, die vor dem Lernen der zweiten VerknĂŒpfung Stress ausgesetzt waren, aktivierte das Gehirn die Erinnerungen an Bild A kaum. Es speicherte die neue VerknĂŒpfung zwischen Bild B und C separat von der an Bild A. Fazit der Forschenden: Unter Stress verĂ€ndert das Gehirn die PrioritĂ€ten und speichert eher einzelne Fakten als komplexe VerknĂŒpfungen.
Erinnerungsprobleme durch Stress erklÀrbar?
Erinnerungsprobleme kennen zwar die meisten Menschen, vor allem, wenn bei Stress alles gleichzeitig auf sie einprasselt. Die Ergebnisse von SchĂŒren und seinem Team könnten dennoch Einfluss auf zahlreiche Lebensbereiche haben, meinen die Forschenden selbst.
Akuter Stress behindert im Gehirn einen zentralen Mechanismus der GedĂ€chtnisintegration, so das Team. Diese wiederum sei essenziell fĂŒr den Aufbau von Wissen, das ĂŒber direkte Wahrnehmung hinausgehe und flexible Schlussfolgerungen ermögliche. Erinnerungsprobleme werden so durch Stress begĂŒnstigt.
Stress verÀndert im Gehirn den Fokus. Er sollte, um effektiv lernen und arbeiten zu können, also kein Dauerzustand sein.
Quellen:
https://wissenschaft.de/artikel/stress-behindert-verknuepfung-von-erinnerungen
Kai A. SchĂŒren et al.: âStress disrupts hippocampal integration of overlapping events and memory inferencee in humansâ, Science Advances, 22. Mai 2026. https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aea5496












