Doppelbelastung
WASSERTRINKEN IST BEI STRESS BESONDERS WICHTIG FÜR DEN KÖRPER
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Wer dauerhaft zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, reagiert wohl stärker auf das Cortisol, das unser Körper bei Stress ausschüttet. Wie wenig nun „zu wenig“ ist, scheint aber unterschiedlich. Ein Problem: Durst allein zeigt einen Flüssigkeitsmangel nicht ausreichend an. Ein anderer Indikator sagt zuverlässiger aus, wie es um den Wasserhaushalt bestellt ist.
Die Forschenden sind sich einig: Wer zu wenig trinkt, bringt seinen Hormonhaushalt ganz schön durcheinander und gerät bei Stress in einen fatalen Teufelskreis.
Stress unter Laborbedingungen
Wie wir auf Stress reagieren, wenn wir unterschiedlich viel Wasser pro Tag trinken, zeigen Daniel Sean Kashi und Neil Walsh von der John Moores University in Liverpool. Sie wählten aus gesunden jungen Erwachsenen 16 Personen aus, die angaben, gewohnheitsmäßig weniger als 1,5 Liter Wasser am Tag zu trinken. Dem gegenüber stellten sie 16 Personen, deren angegebene tägliche Trinkmenge über 2,5 Liter lag.
Alle Probanden unterzogen sich einem Stress-Test im Labor, nachdem sie eine Woche ihr gewohntes Trinkverhalten beibehalten hatten. Dieser bestand in Kopfrechnen und einem simulierten Vorstellungsgespräch.
Weniger Wasser, mehr Stress
Unter welchem Stress die Probanden jeweils standen, maßen Walsh und Kashi über die Herzfrequenz vor dem Test sowie Blut- und Urinproben. Außerdem bestimmten sie den Cortisolgehalt im Speichel der Probanden.
Die Ergebnisse fielen deutlich aus: Unter Stress stieg der Cortisolspiegel der Personen mit geringer Trinkmenge deutlich höher als der von Personen, die über 2,5 Liter am Tag tranken.
Einfach gute Vorsätze:
Wasser für die Stressbewältigung
Dass die Stressbewältigung bei Menschen mit Flüssigkeitsmangel schlechter funktioniert, ist den Forschenden zufolge deutlich sichtbar. Dauerhafter Flüssigkeitsmangel führt zur Freisetzung von Vasopressin im Gehirn, welches an die Nieren das Signal zum Wassersparen weiterleitet. Ziel ist die Aufrechterhaltung des Blutvolumens.
Vasopressin aber kann die Ausschüttung von Cortisol bei Stress verstärken. Diese Doppelbelastung im Körper verschlechtert auf Dauer die Fähigkeit zur Stressbewältigung. Die Anfälligkeit für Stress steigt.
Cortisol ist das Hormon, das den Körper bei Stress stark beeinflusst. Eine übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Cortisol geht Neil Walsh zufolge einher mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Depressionen.
Nur eine ausreichende Trinkmenge kann den Teufelskreis bei Stress wirksam unterbrechen.
Den Wasserhaushalt im Auge behalten
Das Verzwickte: Ob der eigene Wasserhaushalt in Ordnung ist, merkt man selten am Durstgefühl allein. Wir kennen es alle: Wer Stress hat, kommt oft gar nicht zum Trinken, weil man anderes im Kopf hat. Welche Flüssigkeitsmenge der eigene Körper für seinen Wasserhaushalt braucht, ist sehr unterschiedlich und variiert mit Alter, Umgebungstemperatur, Aktivität und natürlich gegebenenfalls eingenommenen Medikamenten.
Oft finden sich in der Literatur Angaben von 2,5 Litern für Männer und für Frauen 2 Liter, wobei auch Kaffee, Tee und wasserreiche Lebensmittel in die Berechnung eingehen. Das Durstgefühl kann aber im Alter nachlassen oder bei Stress ganz aus dem Kopf verschwinden. Was tun?
Der einfachste Indikator dafür, wie es um den eigenen Wasserhaushalt steht, ist die Farbe des Urins. Sie sollte gerade bei Stress hellgelb sein. Dann hat der Körper alles an Flüssigkeit, was er braucht.
Am besten gewöhnt man sich an stressigen Tagen an eine Wasserflasche griffbereit zu haben. Dann kann der Stress dem Körper weniger anhaben.
Quellen:
https://www.n-tv.de/wissen/Wer-zu-wenig-trinkt-hat-doppelt-Stress-article25988864.html
https://theconversation.com/hydration-may-be-your-best-defence-against-stress-new-study-shows-263361











