Wohlbefinden
KURZURLAUB: WARUM KLEINE AUSZEITEN SO GESUND SIND
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Abwesenheitsnotiz an, Laptop zu: Vielleicht sind es nur ein paar freie Tage. Kein groĂer Urlaub, kein Flug ans Meer. Und doch liegt in diesen kleinen Auszeiten eine stille VerheiĂung: einmal durchatmen, lĂ€nger schlafen, wieder spĂŒren, wie sich ein Tag anfĂŒhlt, der nichts von einem will.
Warum gerade solche Kurzurlaube oft mehr bewirken, als man denkt â und wie man sie so gestaltet, dass sie wirklich Erholung im Urlaub bringen: Expertinnen ordnen ein.
Kurzurlaub: Warum kurze Auszeiten wichtig fĂŒr die Erholung sind
Studien zeigen, dass Erholungseffekte relativ schnell einsetzen, wenn man frei hat. âAus wissenschaftlicher Perspektive kann man sagen, dass bereits vier Tage Urlaub das Stresslevel reduzierenâ, sagt Maike Sauermann, Wirtschaftspsychologin und Gesundheitswissenschaftlerin vom IFBG (ehemals: Institut fĂŒr Betriebliche Gesundheitsberatung).
Ein Kurzurlaub tut uns dabei auf psychischer und physischer Ebene gut. Sauermann zufolge verbessert sich zum Beispiel die SchlafqualitĂ€t, wir erleben mehr positive Emotionen, unser Nervensystem reguliert sich. Gerade die Erholung im Urlaub kann helfen, neue Energie fĂŒr den Alltag zu sammeln.
Aber: âErholung lĂ€sst sich nicht bunkernâ, sagt die Psychologin Bettina Kapfer, die sich als Coachin auf das Thema Stress abbauen fokussiert hat. Meist lassen Erholungseffekte bereits eine Woche nach der RĂŒckkehr aus dem Urlaub wieder nach, zeigen Studien â unabhĂ€ngig von der Dauer des Urlaubs. Forschende empfehlen deshalb, regelmĂ€Ăig einen Kurzurlaub zu planen, um sich aufbauenden Stress immer wieder zu unterbrechen.
Erholung im Urlaub kann helfen, neue Energie fĂŒr den Alltag zu sammeln.
Kurze Auszeiten haben auch eine prĂ€ventive Wirkung: âDurch regelmĂ€Ăige Kurzurlaube haben wir ein geringeres Risiko, in eine Erschöpfungsfalle zu geratenâ, sagt Sauermann. Pauschale Empfehlungen, wie viele Kurzurlaube pro Jahr guttun, gibt es der Expertin zufolge nicht â es geht vielmehr um die RegelmĂ€Ăigkeit an Kurzurlauben.
âDurch regelmĂ€Ăige Kurzurlaube haben wir ein geringeres Risiko, in eine Erschöpfungsfalle zu geratenâ
Erholung im Urlaub: So gestaltet man kurze Auszeiten sinnvoll
Maike Sauermann empfiehlt, möglichst einen Kontrast zum Joballtag zu schaffen. Wer etwa mehrere Wochen lang hauptsĂ€chlich am Schreibtisch saĂ und einen relativ unbewegten Alltag hatte, dem tut es gut, eine kurze Auszeit bewegt zu gestalten. Wer hingegen körperlich arbeitet, profitiert von einem gemĂŒtlichen Kurzurlaub.
Erholung im Urlaub ist aber individuell. Bettina Kapfer rĂ€t, vor allem auf die eigenen BedĂŒrfnisse zu schauen: âWir sollten in uns reinspĂŒren, was wir gerade brauchen.â Den einen bringen ein paar Tage auf der Couch maximale Entspannung, andere suchen Abenteuer und auĂergewöhnliche Erlebnisse â die findet man eher unterwegs.
Und auch Schlaf ist essenziell fĂŒr die Erholung im Urlaub, so Kapfer. Wer im eigenen Bett immer noch am besten schlĂ€ft, erholt sich vielleicht zu Hause nachhaltiger als unterwegs.
Fun Facts zum Urlaub:
Stress abbauen und vom Alltag abschalten
Entscheidend dafĂŒr, wie gut wir uns erholen, ist vor allem die QualitĂ€t des Urlaubs und wie gut wir vom Alltag abschalten können. âEs kommt nicht so sehr darauf an, was wir machen, sondern wie wir uns dabei fĂŒhlenâ, sagt Maike Sauermann.
Bettina Kapfer rÀt dazu, nicht erreichbar zu sein. ArbeitsgerÀte wie Laptop oder Diensthandy verbannt man am besten aus dem Sichtbereich.
Wer sich schwertut, wÀhrend des Urlaubs gar nicht in die Mails zu gucken, kann sich weniger einschneidende Regeln setzen. Etwa, nur einmal pro Tag das Postfach zu checken. Das kann helfen, gezielt Stress abzubauen und besser vom Alltag abzuschalten.
Zutaten fĂŒr gute Erholung im Urlaub bietet das DRAMMA-Modell. Es zeigt sechs zentrale psychologische BedĂŒrfnisse, die wĂ€hrend der Freizeit erfĂŒllt werden sollten, damit Erholung und Wohlbefinden nachhaltig steigen. âJe mehr Aspekte dieses Modells erfĂŒllt sind, desto erholter fĂŒhlt man sichâ, sagt Sauermann.
Diese sechs Erfahrungen sind demnach fĂŒr Erholung wichtig:
- D â Detachment: mentales Abschalten von Arbeit und Verpflichtungen
- R â Relaxation: körperliche und geistige Entspannung
- A â Autonomy: Selbstbestimmung darĂŒber, wie wir unsere freie Zeit nutzen
- M â Mastery: Erleben von Kompetenz und persönlicher Weiterentwicklung durch neue Herausforderungen
- M â Meaning: sinnvolle AktivitĂ€ten, die innere Zufriedenheit geben
- A â Affiliation: soziale Verbundenheit und Beziehungen
Kurzurlaub: Was vor und nach der Reise wichtig ist
Maike Sauermann empfiehlt, vor dem Kurzurlaub rechtzeitig Tempo herauszunehmen und âfrĂŒhzeitig einen Gang runterschalten.â Etwa, indem man sich fragt:
âMuss ich wirklich jede Aufgabe erledigt haben, bevor ich in den Urlaub gehe, oder kann ich auch Dinge delegieren oder mir Zwischenziele setzen und spĂ€ter weitermachen?â
Eine gute Idee ist es, den Abwesenheitsassistenten im Mailprogramm schon am Tag vor dem Urlaub sowie fĂŒr ein bis zwei Tage nach der RĂŒckkehr zu aktivieren. So bleibt mehr Ruhe, um wieder im Job anzukommen. Hilfreich kann es auch sein, vor und nach einer Reise extra Zeitpuffer einzuplanen, um wieder entspannt in den Alltag zu starten. So fĂ€llt es leichter, vom Alltag abzuschalten und langfristig Stress abzubauen.
Sauermann schlĂ€gt vor, ânicht mit einer kompletten Arbeitswoche einzusteigen, sondern zum Beispiel an einem Mittwoch aus dem Urlaub zurĂŒckzukehrenâ. Dann steht nach drei Arbeitstagen schon das nĂ€chste Wochenende an.
ZusĂ€tzlich kann ein âgeistiger Mikrourlaubâ helfen, die Erholung im Urlaub zu erhalten â etwa, indem man sich in kurzen Pausen den Urlaubsort bewusst noch einmal mit allen Sinnen vorstellt.
Quelle: dpa












